Ergebnisse der Brunnen-Proben 2019 und 2020

VSR-Gewässerschutz stellt Versauerung des Grundwassers im Kreis Diepholz fest

Eine Versauerung des Grundwassers hat der VSR-Gewässerschutz bei Proben aus zahlreichen Brunnen im Kreis Diepholz 2019 und 2020 festgestellt. Die Aluminiumkonzentration lag dabei vielfach über dem Grenzwert.
09.05.2021, 16:39
Lesedauer: 3 Min
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VSR-Gewässerschutz stellt Versauerung des Grundwassers im Kreis Diepholz fest
Von Alexandra Penth
VSR-Gewässerschutz stellt Versauerung des Grundwassers im Kreis Diepholz fest

Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz wertet eine Wasserprobe im Labormobil aus.

Marc Gater / VSR-Gewässerschutz

Landkreis Diepholz. Der VSR-Gewässerschutz hat die Ergebnisse der Brunnenwasseruntersuchungen aus den Jahren 2019 und 2020 im Landkreis Diepholz ausgewertet. Dabei ist er zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Versauerung des Grundwassers vorliegt. Bei mehr als der Hälfte der Proben seien PH-Werte unter 6,0 festgestellt worden. „Bei solch niedrigen Werten lösen sich schädliche Stoffe wie Aluminium im Grundwasser“, erklärt Sprecher Harald Gülzow. Ursächlich dafür seien die hohen Ammoniakverluste in der Massentierhaltung, die zu einer Versauerung des Grundwassers führten. „Discounter und Supermärkte üben einen enormen Preisdruck auf die Bauern aus – Fleisch soll dem Kunden möglichst billig angeboten werden. Der VSR-Gewässerschutz fordert faire Preise für die Bauern, damit Tierbestände deutlich reduziert und die Umweltbelastung aus den Mastanlagen verringert werden können“, macht Gülzow deutlich.

Hohe Aluminiumgehalte fand der VSR-Gewässerschutz in verschiedenen privat genutzten Brunnen im Kreis. Bei den Untersuchungen sei der Grenzwert der Trinkwasserverordnung für Aluminium von 0,2 Milligramm pro Liter wiederholt überschritten worden. Die höchste festgestellte Aluminiumkonzentrationen lag im Wasser eines Brunnens in Lahausen bei 0,85 Milligramm pro Liter. Weitere hohe Aluminiumwerte fanden die Gewässerschützer auch in Bürstel mit 0,6, in Groß Lessen mit 0,55, in Varrel mit 0,45 und in Rathlosen mit 0,40 Milligramm pro Liter. „Solch hohe Aluminiumbelastungen können nur in stark saurem Grundwasser entstehen“, sagt Gülzow.

Nur eingeschränkt nutzbar

Die Nutzung eines so belasteten Brunnenwassers sei erheblich eingeschränkt. Zu viel Aluminium im Gießwasser verursache massive Schädigungen der Pflanzen im Garten. In Teichen wirken bereits geringe Konzentrationen giftig auf Fische. „Dieses Wasser ist daher nicht für Fisch- und Gartenteiche geeignet“, erklärt Gülzow. Gefährlich für den Menschen sei es, wenn das belastete Brunnenwasser auch als Trink- oder Kochwasser genutzt wird. Auf Dauer könne dies das Nervensystem und die Knochenentwicklung des Menschen schädigen sowie einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.

„Die Hauptursache für die Versauerung des Grundwassers und der Aluminiumbelastung ist die hohe Dichte der Massentierhaltungen in Niedersachsen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. „Harnstoff oder Eiweiß in den Exkrementen der Nutztiere zersetzen sich und Ammoniak entsteht. Besonders im Stall und bei der Ausbringung der Gülle wird dies dann in der Luft freigesetzt. Von dort kommt es durch den Regen auf die Böden und ins Grundwasser. Selbst der Wind trägt Ammoniak durch die Luft in Regionen, die wenig Tierhaltung haben“, erklärt Susanne Bareiß-Gülzow die Zusammenhänge.

Massentierhaltung wird problematisiert

90 Prozent der Fleischprodukte in den Discountern stammen laut VSR-Gewässerschutz aus Massentierhaltung – nur so könne die Ware zu besonders günstigen Preisen angeboten werden. Das Fleisch zu Dumpingpreisen stamme in aller Regel aus fragwürdiger Tierhaltung mit gravierenden Folgen für die Umwelt. „Discounter wie Aldi und Lidl müssen dringend mehr Verantwortung übernehmen und so eine bewusste Entscheidung hin zu mehr Tierwohl und Umweltschutz treffen“ betont Susanne Bareiß-Gülzow. „Das Fleischangebot mit der Haltungsform 1 und 2, die ein Hinweis auf Massentierhaltungen sind, müssen schrittweise aus dem Sortiment genommen werden“. Der VSR-Gewässerschutz fordert von den Discountern, dass zukünftig faire Preise an die Landwirte gezahlt werden, damit eine tiergerechte und umweltverträgliche Tierhaltung möglich wird.

Seit 40 Jahren engagiert sich der VSR-Gewässerschutz nach eigenen Angaben für das Leben am und im Wasser. Mit ihren Messkampagnen wollen die Mitglieder der gemeinnützigen Umweltschutzorganisation auf eine gewässer- und umweltschonende Landwirtschaft aufmerksam machen.

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