Spargelzeit „So ist es eben, wenn man mit der Natur arbeitet“

So früh wie nie hat der Alfkens Hof in Groß Köhren die Spargelsaison 2022 eröffnet. 16 Erntehelfer sind bereits eingetroffen. Bevor es richtig losgehen konnte, wurde die Arbeit jedoch ausgebremst.
21.04.2022, 08:14
Lesedauer: 2 Min
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Von Christin Hufer

Der April macht, was er will: Das altbekannte Sprichwort hat sich auch auf Alfkens Hof in Groß Köhren bewahrheitet. Nachdem in diesem Jahr, so früh wie noch nie, der erste Spargel bereits Ende März über den Tresen gegangen war, bremste das eisige Aprilwetter den Saisonstart wieder aus – bis zum Beginn der vergangenen Woche.

Sonja Alfken, Inhaberin des Hofes, ist zuversichtlich, dass die Spargelsaison nun richtig Fahrt aufnimmt. Eigentlich war sie schon im März voller Euphorie, dass die diesjährige Saison zu einem großen Erfolg wird. „Als das Wetter im März so schön wurde, haben wir alle Helfer und alle Verkäufer mobilisiert, um sofort loszulegen“, sagt sie. So wurde bereits am 27. März der erste Spargel verkauft. „So früh begann der Verkauf noch nie“, sagt sie.

Doch was gut begann, hielt nicht lange an. Denn aufgrund des rapiden Temperaturabfalls – nachts herrschten teilweise Minusgrade – hörte der Spargel auf den Feldern erst einmal wieder auf zu wachsen, erklärt Alfken.

Schnell erntereif

Doch seit Beginn der vergangenen Woche steigen die Temperaturen stetig an und die Sonnenstunden werden immer mehr. Alfken erklärt: „Bei Spargel macht sich das schnell bemerkbar.“ So würde Spargel sofort, wenn die Sonneneinstrahlung wieder zunimmt, weiterwachsen. Das bedeute, dass Spargel drei bis fünf Tage, nachdem das Wetter sich gebessert hat, so sehr gewachsen sei, dass er erntereif sei, erklärt Alfken. Das Geschäft könne dann schnell weiterlaufen.

16 Erntehelfer im Einsatz

Dass das Wetter auch weiterhin gut bleiben soll, bedeutet für den Hof, dass die Arbeit jetzt richtig losgeht. 16 Erntehelfer aus Polen, Rumänien und Litauen sind bereits angekommen. Im Verlauf der Hauptsaison – im Mai – sollen weitere Helfer eintreffen, erklärt Alfken. Zwar habe der Krieg in der Ukraine bisher noch nicht dazu geführt, dass polnische Helfer ihren Einsatz auf dem Hof abgesagt hätten, aber Alfken schließt nicht aus, dass sich das ändern könnte. „Wir leben aktuell in solch ungewissen Zeiten, da kann man einfach nicht mehr vorausplanen“, gibt sie zu bedenken.

Preisentwicklung unklar

Neben der Anzahl der Erntehelfer ist auch die Preisentwicklung schwer zu kalkulieren. Zwar sei der erste Spargel aller Erfahrung nach immer der teuerste und Preise würden sich im Laufe der Saison regulieren, aber ob es in diesem Jahr auch so sein wird, weiß Alfken nicht. „Es wird ja in vielen Bereichen alles teurer, da kann es sein, dass auch wir insgesamt teurer werden müssen“, sagt sie.

Auch wenn auf dem Hof die Arbeit wieder losgeht, sei das Wetter zwei bis drei Tage zu spät besser geworden, erklärt die Inhaberin im Rückblick. So wurde knapp verpasst, dass die Ernte pünktlich zu Ostern reif geworden ist. Für Alfken aber kein Grund, sich zu ärgern: „So ist es eben, wenn man mit der Natur arbeitet.“

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