Feuerwehr im Landkreis Oldenburg Verbesserte Ausstattung für Kreisfeuerwehr

Der Landrat Carsten Harings hat kurz vor Ende seiner Amtszeit ein paar Geschenke an die Feuerwehr im Landkreis Oldenburg übergeben: eine Aufklärungsdrohne, einen Gefahrgutgerätewagen und ein Gebäude.
30.09.2021, 10:34
Lesedauer: 3 Min
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Von Nils Hannes Klotz

Bei ihrer Feuertaufe ist die neue Aufklärungsdrohne der Kreisfeuerwehr direkt zur Amtshilfe herangezogen worden: Die Polizei hatte sie im August für eine Personensuche in Hatten angefordert. Diese Woche nun hat der scheidende Landrat Carsten Harings die 24.000 Euro teure Investition in Harpstedt offiziell an die Feuerwehr übergeben.

Ausgestattet ist die Drohne mit einer optischen sowie einer Wärmebildkamera. „Sie kann überall eingesetzt werden, wo von oben ein Lagebild gewünscht ist“, erklärte Ben Mahlstedt, Gruppenführer Information und Kommunikation. Unterstützen könne sie etwa beim Erkennen von Wärmequellen, der Lageaufklärung oder der Suche nach Personen. Abhängig von den Windverhältnissen ermögliche der Akku der Drohne eine Flugdauer von 20 bis 30 Minuten, sagte Mahlstedt. Die Kreisfeuerwehr verfüge allerdings über einen Schnellladekoffer. So könne der Akku im Ernstfall schnell ausgewechselt werden.

Laut Herstellerangaben erreicht die „Matrice 210“ eine Geschwindigkeit von rund 60 Kilometern pro Stunde. Gesteuert wird das Hightech-Gerät aus einem umgebauten VW Bus. Dieser verfügt unter anderem über Bildschirme und Datenübertragungsmöglichkeiten.

Mit der neuen Drohne ergibt sich laut Niedersächsischem Brandschutzgesetz auch ein neues Aufgabenprofil für den Fernmeldezug der Feuerwehr. Dieser wurde daher umbenannt in IuK, was für Information und Kommunikation steht.

Bereit für Gefahrguteinsätze

Doch die Drohne ist nicht die einzige Neuanschaffung, über die sich die Feuerwehr freuen konnte. Bereits seit Februar wird der Fuhrpark durch den neuen Gerätewagen Gefahrgut verstärkt. Er ist in Ganderkesee stationiert und ersetzt den alten Wagen aus dem Jahr 1992. Eingesetzt werden kann er bei atomaren, biologischen oder chemischen Unfällen. „Etwa 10 bis 15 Mal im Jahr fährt das Fahrzeug zu einem Einsatz“, sagte Heiner Jacobs, Zugführer Gefahrgutzug. Hinzu kämen die monatlichen Übungen. „Heute ist es so, dass sich viele einfache, normale Einsätze zu Gefahrguteinsätzen entwickeln“, sagt Jacobs. Häufig kämen etwa Gaslecks oder ausgelaufene Kraftstoffe vor. Hier könne der neue Wagen mit seinem Equipment die Ortsfeuerwehren unterstützen.

Insgesamt hat das Fahrzeug mehr als eine halbe Million Euro gekostet. An Bord ist auch die technische Ausrüstung, um die Konzentration von Schadstoffen in Brandgasen zu messen. So könnten etwa Salzsäure oder Blausäure durch Proben noch am Einsatzort nachgewiesen werden, sagte Jacobs. Durch die Messung sei es möglich, die entsprechende Schutzausrüstung anzulegen und die Bevölkerung vor den Giften zu warnen. Ein weiterer Einsatzzweck für den neuen Wagen sei, das Löschwasser nach Bränden – vor allem im industriellen Bereich – wieder aufzufangen, um zu verhindern, dass Giftstoffe in die Umwelt gelangen.

Gebäude für die Jugendfeuerwehr

Auch für die Jugendfeuerwehr im Kreis Oldenburg hatte der Landrat Carsten Harings diese Woche gute Nachrichten. Sie kann sich ab sofort in ihrem neuen Domizil an der Adresse Am kleinen Wege 8 in Harpstedt treffen, nachdem der Landrat diese Woche das Gebäude offiziell an Kreisjugendfeuerwehrwart Werner Mietzon übergeben hat. Die Jugendfeuerwehr habe großen Lagerbedarf, Harings: „Wenn wir einen kleinen Teil dazu beitragen konnten, dass sie besser arbeiten können, dann freuen wir uns.“

Die Ausschusssitzungen und Jugendforen der Kreisjugendfeuerwehr hatten früher zerstreut im Landkreis stattgefunden. Mit dem neuen Gebäude ist das nun nicht mehr nötig: Es bietet einen Veranstaltungsraum, ein Büro, zwei Lagerräume sowie Küche, Garage und Toiletten. Laut Mietzon gibt es aktuell 379 Mitglieder in den 17 Jugendfeuerwehren und 89 in den vier Kinderfeuerwehren im Kreis Oldenburg.

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