Corona im Kreis Oldenburg Trotz hoher Inzidenz keine schärferen Regeln

Im Kreis Oldenburg liegt die Inzidenz sechs Tage über 50, trotzdem gibt es keine neue Verordnung mit 3G-Pflicht für viele Bereiche des öffentlichen Lebens. Die Verwaltung nutzt eine Ausnahme-Regelung.
26.10.2021, 15:47
Lesedauer: 1 Min
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Von Hergen Schelling

Der Inzidenzwert im Landkreis Oldenburg kennt zurzeit – wie fast überall – nur eine Richtung: nach oben. Doch obwohl die Zahl nun seit sechs Tagen in Folge über der Marke von 50 liegt, was nach der Niedersächsischen Corona-Verordnung eigentlich weitere einschränkende Regelungen erfordern würde, will die Kreisverwaltung vorerst keine neue Allgemeinverfügung erlassen. Diese Ausnahme lässt die Verordnung zu, wenn Infektionen zu einem großen Teil klar eingrenzbar sind.

Und das ist zurzeit der Fall: Von den 130 aktuell Infizierten im Landkreis sind 49 in Schlachtbetrieben registriert worden. Und wie aus zuverlässiger Quelle verlautete, sind darunter wiederum 44 Personen, die zwar im Kreis Oldenburg wohnen, aber in einem Schlachthof im Nachbarkreis Cloppenburg arbeiten. Solange diese Infektionen sich räumlich so eindeutig zuordnen lassen, verzichtet der Landkreis auf eine neue Verfügung, die unter anderem wieder die 3G-Regel für bestimmte Dienstleistungen und Freizeitbeschäftigungen vorschreiben würde.

„Das ist die Situation, wie sie sich heute darstellt“, erklärt der Erste Kreisrat Christian Wolf. „Wir werden die Entwicklung auch vor diesem Hintergrund weiter sehr sorgfältig bewerten und prüfen“, ergänzt er. Gegenüber Montag wurden kreisweit 16 neue Infektionen festgestellt. Der Inzidenzwert für den Landkreis wurde am Dienstag vom Robert-Koch-Institut mit 63,1 angegeben. Am Montag hatte er bei 70,7 gelegen.

Der Anstieg bei den Infektionen wie auch bei der Inzidenz ist vor allem auf die Entwicklung in der Gemeinde Großenkneten zurückzuführen: Hier sind 14 der 16 Neuinfektionen angesiedelt und hier hebt sich auch die lokale Sieben-Tage-Inzidenz mit 280,8 Infizierten, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, deutlich von den Werten der anderen Kommunen ab, die alle unter 50 liegen. In der Gemeinde Großenkneten sind viele Menschen untergebracht, die in Schlachthöfen im Nachbarkreis Cloppenburg arbeiten.

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