Schutz gegen Corona Lüftungsanlagen für alle Unterrichtsräume

Es wird ein finanzieller Kraftakt: Dennoch will der Landkreis Oldenburg in allen Schulen, für die er zuständig ist, für einen bestmöglichen Virenschutz sorgen. Der Kreisausschuss hat den Weg dafür frei gemacht.
18.08.2021, 14:34
Lesedauer: 2 Min
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Lüftungsanlagen für alle Unterrichtsräume
Von Kerstin Bendix-Karsten

Deutschlandweit steigen die Corona-Zahlen, das gilt auch für den Landkreis Oldenburg. Am Mittwoch wurden 16 Neuinfektionen gemeldet, sodass die Inzidenz auf 29,7 stieg. Weil das neue Schuljahr allmählich näher rückt, wird die Frage nach dem Einsatz von Lüftungsgeräten immer drängender. Denn noch sind längst nicht alle Unterrichtsräume an den Schulen, die in der Trägerschaft des Landkreises sind, entsprechend ausgestattet. Doch das soll sich ändern. In einer Sondersitzung hat der Kreisausschuss diese Woche einstimmig beschlossen, alle 292 Unterrichtsräume, die bislang ausschließlich über Fenster gelüftet werden, sukzessive mit stationären raumlufttechnischen Anlagen auszustatten.

Wie die Kreisverwaltung im Nachgang der nicht-öffentlichen Sitzung erläutert, soll der Einbau in den noch ausstehenden Sanierungsmaßnahmen zwingend und fortlaufend umgesetzt werden. Für die Liegenschaften außerhalb von Sanierungskonzepten soll eine zusätzliche Umsetzung geplant und diese Planung den Gremien des Kreistages zeitnah vorgestellt werden.

Bereits gut aufgestellt

Einvernehmlich stellten Politik und Kreisverwaltung in ihrer Sitzung fest, dass der Landkreis Oldenburg durch sein mehrjähriges Sanierungsprogramm an den Schulen in dieser Hinsicht durchaus gut aufgestellt ist: Bereits 167 Räume verfügen über eine Ausstattung mit raumlufttechnischen Anlagen. Diese Technik tauscht die vorhandene und aerosolbelastete Luft mit Frischluft. Wie die Kreisverwaltung erklärt, trage dies besonders wirksam zu einer Verminderung der Virenbelastung bei, ohne dass es einer zusätzlichen Lüftung bedarf.

Anders sei dies bei Luftfilteranlagen, wie Prüfungen und Erkenntnisse des Umweltbundesamtes ergeben haben. Als Ableitung hieraus hielt der Kreisausschuss als Zwischenergebnis fest, dass raumlufttechnische Anlagen den technisch besten Weg darstellten, den Infektionsschutz zu unterstützen. Nichtsdestotrotz sollen teilweise auch Luftfilteranlagen zumindest zwischenzeitlich genutzt werden.

Nicht in den nächsten sechs Monaten

Zur Begründung verweist die Kreisverwaltung auf die zu erwartende Investitionshöhe für den Einbau von Lüftungsanlagen. Dies sei ein finanzieller Kraftakt, was allen Beteiligten klar sei, heißt es. Eine vollständige Umsetzung – sprich Ausstattung aller Unterrichtsräume mit den Anlagen – sei jedoch nicht innerhalb der nächsten sechs Monaten realisierbar. Als Grund nennt die Kreisverwaltung die noch erforderlichen Ausschreibungen und die nicht gesicherte tatsächliche Verfügbarkeit der Geräte. Nicht zuletzt deshalb habe der Kreisausschuss eine zusätzliche mögliche Ausstattung von Klassenräumen mit Luftfiltern an Schulen beschlossen, an denen Schüler bis Jahrgang sechs unterrichtet werden.

Die Kreisverwaltung wird hierzu die Schulleitungen und über diese die dortigen Schulvorstände einbinden. Gegebenenfalls werde man auf deren Anforderung voraussichtlich Geräte mit UV-C-Technik zur Verfügung stellen und für diese Jahrgänge einbauen lassen. Bis zur nächsten Sitzung des Kreisausschusses sollen hierzu ausstehende technische Fragen, Verfügbarkeiten und entstehende Kosten geklärt werden.

Mit ihren nun getroffenen Beschlüssen sind der Kreisausschuss und die Kreisverwaltung übereinstimmend der Auffassung, damit eine wichtige Voraussetzung für eine Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts im neuen Schuljahr geschaffen zu haben.

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