Corona-Pandemie

Nachfrage in Testzentren sinkt

Die Schnelltests werden seltener gebraucht, das spüren alle Betreiber von Testzentren im Landkreis Oldenburg. Allerdings kommen jetzt die Urlaubsreisenden, die PCR-Tests wollen.
11.06.2021, 11:32
Lesedauer: 2 Min
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Von Hergen Schelling
Nachfrage in Testzentren sinkt

Die Nachfrage nach Schnelltests geht auch im Landkreis Oldenburg zurück.

Christina Kuhaupt

Testen und Impfen sind die Säulen der Corona-Bekämpfung. Dieses doppelte Fundament gerät jedoch mehr und mehr in Schieflage, denn während die Impfungen – trotz der bekannten Nachschubprobleme – weiter vorankommen, werden die Testungen spürbar weniger. Seit der Inzidenzwert im Landkreis kontinuierlich unter 35 liegt, sind zum Beispiel für Einkäufe und Restaurantbesuche keine Schnelltest-Nachweise mehr erforderlich.

„Das merken wir deutlich, die Zahlen sind zuletzt stark gesunken“, sagt Georg Rehaag vom Malteser-Hilfsdienst, der in Wildeshausen, Harpstedt und Sandkrug Teststationen betreibt. Der Personaleinsatz werde bereits heruntergefahren. Die Malteser setzen ausschließlich Ehrenamtliche zum Testen ein. Die Öffnungszeiten sollen noch weitgehend beibehalten werden, stundenweise Verkürzungen werden aber bereits ins Auge gefasst.

Durchschnittlich 180 Tests pro Tag

In den Testzentren des Deutschen Roten Kreuzes stagnieren die Zahlen seit zwei Wochen, einen deutlichen Rückgang merke man aber noch nicht, erklärt DRK-Sprecher Roar Abel. Besonders die Drive-in-Station auf dem Festplatz in Ganderkesee werde immer noch stark nachgefragt. Im Durchschnitt 180 Tests würden dort zurzeit täglich vorgenommen. „Dahin kommen auch viele Delmenhorster und Interessenten aus anderen Nachbargemeinden“, erlärt Abel. Auch an der Huder Rettungswache werde noch viel getestet, während in den kleineren Testzentren in Bookholzberg und an der Huder Jahnhalle „die Buchungslage jetzt geringer wird“.

PCR-Tests sind gefragt

Sowohl DRK als auch Malteser stellen allerdings eine steigende Nachfrage nach den aufwendigeren PCR-Tests fest. Die brauchen etwa Reisende, wenn sie in ein Flugzeug steigen – und die Urlaubssaison geht gerade erst los. Und Antigen-Schnelltests würden an Wochenenden noch öfter gebraucht, etwa für Familienfeiern, soweit diese wieder möglich sind, oder für den Besuch kultureller Veranstaltungen.

Darauf setzt auch der Wildeshauser Unternehmer Thorsten Bruns, der nicht nur am Euronics-Markt am Westring ein Drive-in-Testzentrum betreibt, sondern mittlerweile auch an der Diskothek „Empire“ in Friesoythe, die ihm gehört. Dort startet der Betrieb nach dem langen Lockdown an diesem Wochenende wieder – und für den Discobesuch gilt immer noch eine Testpflicht. Für den Einkauf, etwa im Euronics-Markt, gilt sie indes nicht mehr, und das spürt auch Thorsten Bruns. „Wir werden den Betrieb auf kleiner Flamme weiterlaufen lassen“, kündigt er an. Vorerst wolle er an der Sieben-Tage-Öffnung festhalten.

Zur Sache

70.000 Tests

Seit Öffnung der ersten Testzentren am 24. März wurden im Landkreis Oldenburg etwas mehr als 70.000 Schnelltests vorgenommen. 132 davon waren positiv. Diese Zahlen teilte das Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg mit. Sie stammen aus Testzentren und Apotheken, Tests in Arztpraxen wurden hingegen nicht erfasst. Das Deutsche Rote Kreuz testet derzeit kreisweit rund 1800 Menschen pro Woche.

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