Christuskirche in Harpstedt

Das Licht besiegt die Dunkelheit

Nach einer äußerst langen Planungsphase hat das Kooperationsprojekt „Ilumination Christuskirche“ sein erfolgreiches Ende gefunden. Trotz vieler Probleme erhellt die Kirche nun den Harpstedter Himmel.
16.11.2018, 13:21
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Johannson

Die Erleichterung und die Freude über das optisch positive Ergebnis war den Verantwortlichen förmlich ins Gesicht geschrieben. Nach einem sehr langen und steinigen Weg haben es die Kirchengemeinde, der Förderverein der Christuskirche, der Strombetreiber Avacon und der Flecken nämlich geschafft, das Wahrzeichen der Gemeinde durch eine neue Bodenbeleuchtung in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Im Frühjahr dieses Jahres ist die Illumination der Kirche schließlich fertiggestellt und in dieser Woche festlich präsentiert worden. „Wir sind stolz auf dieses historische Gebäude, das den Menschen durch die Beleuchtung nun eine tolle Atmosphäre bieten kann“, freut sich Pastor Gunnar Bösemann.

Bevor die insgesamt 16 Strahler die Kirche richtig in Szene setzen konnten, tauchten im Vorfeld aber enorm viele Probleme auf. „Dieses Projekt ist das beste Beispiel dafür, dass man häufig auch einfach mal Geduld haben muss, um ein gutes Ergebnis zu erzielen“, betont Hermann Karnebogen von der Avacon. Tatsächlich hat das Projekt ab der ersten Besichtigung und der „Probe-Illumination“ am 21. September 2012 bis hin zur Fertigstellung stolze fünfeinhalb Jahre gedauert. Erst im Januar 2017 beschloss der Verwaltungsausschuss die Illumination. Knapp ein Jahr später, im Dezember 2017, erhielt Avacon schließlich den Auftrag, der im Frühjahr 2018 erfolgreich abgeschlossen worden ist.

Problem mit Fledermäusen

Doch warum fand dieses Projekt erst jetzt sein positives Ende? Der größte Stolperstein, der aus dem Weg geräumt werden musste, waren die ansässigen Fledermäuse, deren Vorkommen mit der Vereinbarkeit der Illumination abschließend zu klären war. Darauf haben insbesondere die Grünen eindrucksvoll hingewiesen. „Sie haben gefragt, was denn da mit den Fledermäusen los ist“, erklärt Bürgermeister Stefan Wachholder. Ein Gutachter hat daraufhin verschiedene Proben genommen und festgestellt, dass es sich ausschließlich um Zwergfledermäuse handelt und diese nicht lichtempfindlich sind. „Es war zwar ein langer Weg, um dieses Problem zu beheben, aber nun haben wir alles korrekt gemacht“, sagt Wachholder. Dieter Claußen vom Förderverein der Christuskirche ergänzt: „Es war Grundvoraussetzung und genau richtig, dass wir auf die Tiere Rücksicht genommen haben.“

Außerdem hat es Schwierigkeiten mit dem Friedhof an der Christuskirche gegeben, da dieser unter Denkmalsschutz steht und daher dringend geprüft werden musste, ob die Illumination an diesem Ort realisierbar ist. Auch die Technik machte den Verantwortlichen kurz vor Baubeginn einen Strich durch die Rechnung. „Die ursprüngliche Technik war plötzlich nicht mehr lieferbar“, erklärt Bauamtsleiter Jens Hüfner. Daraus resultierte, dass die Verantwortlichen auf LED-Leuchten umgeplant haben. „Diese sind deutlich effizienter und verbrauchen lediglich 27 Watt pro Stunde“, betont Projektleiter Rolf Langowski von der Avacon, während Wachholder genauer wird: „Die Kosten sind mit 80 Cent pro Stunde verschwindend gering“. Die laufenden Betriebskosten trägt das Straßenverkehrsamt. Die Lebensdauer der Leuchten schätzt Karnebogen auf etwa 50 000 Stunden ein.

Steigende Gesamtkosten

Schließlich verzögerte der ewig lang andauernde Winter in diesem Jahr die Fertigstellung um ein paar Wochen. „Dadurch sind wir etwas aufgehalten worden“, gibt Langowski zu. Nach dieser ganzen Reihe an Problemen erhöhten sich dementsprechend die Gesamtkosten des Projektes. Anfang 2017 rechneten die Verantwortlichen noch mit Kosten in Höhe von 17 000 Euro. Der endgültige Gesamtbetrag inklusive aller Gutachten, die nicht eingeplant waren, liegt knapp 9000 Euro über der Vorhersage. Während der Förderverein einen Anteil von 9750 Euro übernommen hat, zahlte der Flecken laut Hüfner rund 16 000 Euro für die Illumination der Christuskirche.

Positive Rückmeldungen

Die hohen Gesamtkosten und die lange Bauphase mit den oben genannten Schwierigkeiten haben sich letztlich allerdings gelohnt, denn die Resonanz der Menschen sei durchweg positiv. „Die Ausleuchtung ist toll gelungen und kommt positiv an“, freut sich Claußen. Karnebogen lobt vor allem die herausragende Teamarbeit: „Dieses Projekt kann für andere ein Vorbild sein, denn mit guter Zusammenarbeit ist alles möglich. Dadurch hat die Umsetzung super geklappt und uns als Energieversorger hat die Arbeit viel Spaß bereitet“. Und Pastor Bösemann ist sehr froh, „dass daraus eine derart emotionale Sache entstanden ist“.

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