Jahresrückblick

Ein relativ normales Jahr

Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse zieht für 2018 eine positive Bilanz. Insbesondere für das Rosenfreibad war das Jahr ihres 50. Jubiläums ein gutes. Der Hitzesommer ließ die Kasse klingeln.
03.01.2019, 16:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Martin Siemer

„Dieses Jahr war arbeitsmäßig ein relativ normales Jahr“, blickt Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse auf die vergangenen zwölf Monate zurück. Die größte Abweichung zu den Vorjahren machte er im rekordverdächtigen, trockenen Sommer aus. Dieser bescherte dem Harpstedter Rosenfreibad allerdings auch jede Menge Besucher. Teilweise zu viele, sodass das Bad an manchen Tagen für weitere Gäste geschlossen werden musste. „Die Freibadmitarbeiter hatten wohl den meisten Stress. Wir hatten einen Besucheransturm wie noch nie“, resümierte der Samtgemeindebürgermeister. Insgesamt 86 866 Gäste wurden an der Freibadkasse gezählt. 28 488 Besucher oder 48,8 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Damit machte sich das Bad zum 50. Geburtstag selbst das größte Geschenk. Gefeiert wurde mit einer offiziellen Feierstunde, einem Jubiläumsfrühschoppen und einer Summer Pool Party.

Mehr Besucher spülten auch mehr Geld in die Kasse des Rosenfreibades. Die Gesamteinnahmen stiegen um 85,02 Prozent von 101 905 auf 189 493 Euro. Trotzdem bleibt das Bad, wie in anderen Kommunen auch, ein Zuschussangebot der Samtgemeinde. Für 2018 fielen Kosten in Höhe von 400 000 Euro an. Für das kommende Jahr sind im Haushalt 470 000 Euro eingestellt. Grund ist die Aufstockung des Freibadpersonals.

In dieser Saison war eine Mitarbeiterin längere Zeit erkrankt. Die Vakanz glichen Mitarbeiter des Bassumer Bades und der DLRG aus. Zudem hat zum Saisonende ein weiterer Mitarbeiter gekündigt, um ein Jahr durch Afrika zu reisen. Für die kommende Saison soll das Badpersonal nun um zwei Stellen aufgestockt werden. Denn bei vielen Badegästen erhöht sich auch die Verantwortung des Aufsichtspersonals. Ein Lob sprach Herwig Wöbse an dieser Stelle den Badegästen aus, besonders den Kindern und Jugendlichen: „Sie haben sich sehr diszipliniert verhalten, sonst hätten wir die große Rutsche oder den Sprungturm noch öfter schließen müssen.“

Gelitten haben unter den heißen Sommertemperaturen auch die Mitarbeiter des Bauhofs. Für sie dürfte es nicht immer ein Vergnügen gewesen sein, bei 30 oder mehr Grad draußen zu arbeiten. Und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nicht klimatisierten Amtshof sind das eine oder andere Mal ins Schwitzen gekommen. „Einige Kollegen, die früher anfangen, haben morgens um sechs Uhr alle Flure gelüftet für die Kollegen, die später kommen“, erzählte Wöbse.

Gut besucht wurde auch die Samtgemeindebibliothek in Harpstedt am Schulzentrum. 11 000 verschiedenen Medien, Bücher, Hefte, Hörbücher, DVD oder CD stehen dort zur Verfügung. 38 000 Ausleihen verzeichnete die Bibliothek im abgelaufenen Jahr, darunter etwa 15 500 Kinder- und Jugendbücher. Intensiv um den Harpstedter Nachwuchs kümmerte sich die Jugendpflege. Bei den Ferienbetreuungen zu Ostern, im Sommer und im Herbst kamen bis zu 25 Kinder und Jugendlichen täglich in die Jugendpflege in der Delmeschule. Zusammen mit dem Samtgemeindejugendring wurden in den Ferien 57 Spaßaktionen angeboten, an denen insgesamt 808 Kinder teilnahmen.

Gut ausgelastet sind die 13 Kindertagesgruppen in der Samtgemeinde mit ihren insgesamt 271 Plätzen. „An einigen Standorten gibt es aber noch ausreichend freie Plätze“, berichtet Wöbse. Dagegen gibt es für die 70 Krippenplätze in den fünf Gruppen eine kleine Warteliste. Entspannung könnte ein Neubau bringen, für den es erste Planungen gibt. Neben der Kindertagesstätte „Zwergnase“ will die Samtgemeinde Harpstedt eine Krippe mit zwei Gruppen anbauen (wir berichteten).

Die Erweiterung des Angebots ist notwendig, denn in Colnrade, Dünsen und Groß Ippener werden neue Baugebiete ausgewiesen. Harpstedt bereitet derzeit die Erschließung des Baugebietes „Am Großen Wege“ vor. Damit stellt der Flecken rund 100 neue Bauplätze für Einfamilien-, Doppel- oder Mehrfamilienhäuser zur Verfügung.

Die neuen Wohnbauflächen könnten dafür sorgen, dass die Einwohnerzahl der Mitgliedsgemeinden und der Samtgemeinde stabil bleiben. Im Vorjahr gab gegenüber dem Jahr 2017 es einen Rückgang von 10 943 auf 10 819 Einwohner. Damit liegt die Samtgemeinde Harpstedt in etwa wieder auf dem Niveau von 2013 (10 845). Dies hängt vor allem aber mit der Situation der Geflüchteten zusammen. Harpstedt hatte in den vergangenen fünf Jahren 240 Geflüchtete aufgenommen. Viele von ihnen haben die Samtgemeinde inzwischen wieder verlassen und andernorts ein neues Zuhause gefunden.

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