Samtgemeinde Harpstedt entdecken

Geheimnis um Friedhof und Gärten

Harpstedts Gästeführer haben ihr neues Programm für 2019 vorgelegt. Darunter sind einige Klassiker, aber auch eine Reihe neue Angebote, wie etwa eine Tour über den Friedhof.
04.02.2019, 12:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Jacqueline Schultz

Insgesamt 13 Termine enthält der druckfrische Flyer 2019, mit dem die Gästeführer von März bis Oktober wieder Lust auf die Samtgemeinde Harpstedt machen wollen. Erneut dabei sind thematische Radtouren und Spaziergänge, aber auch eine Betriebsbesichtigung sowie nach einjähriger Pause „ein Abend im Herbst“.

Erstmals im Programm ist die Tour „Friedhof Harpstedt – Ein Perspektivwechsel“ am 13. Oktober. Zusammen mit Gästeführerin Martina Möhlmann und Friedhofswärter Reinhold Jürgen gibt es Wissenswertes zu besonderen Ruhestätten und aktuellen Plänen zur Friedhofsumgestaltung. „Mehr verraten wir noch nicht“, betont Möhlmann, die derzeit noch an den Details der rund zweieinhalbstündigen Führung feilt.

Noch mehr informative Zurückhaltung besteht bei der Radtour „In Nachbars Garten“. Laut der Gemeindeangestellten Maren Jehlicka „ein absoluter Dauerbrenner und Selbstläufer“. So viel sei verraten: Die rund 25 Kilometer lange Radtour am 16. Juni führt wieder zu fünf Privatgärten in der Region. Welche es sind, „ist das Geheimnis der Gästeführer“, sagt Jehlicka. Aufgrund des erfahrungsgemäß großen Interesses starten an diesem Tag ab 9.30 Uhr insgesamt drei Gruppen zeitversetzt im 45-Minuten-Takt.

Ebenfalls rege nachgefragt und somit wieder vierfach im Programm sind die sogenannten Muna-Touren. „Muna steht für Munitionsanstalt und verweist auf ein rund 150 großes Hektar großes Gelände mit wechselhafter Historie“, wie Gästeführer Uli Sasse erzählt. 1934 erbaut hätten die Nazis hier zunächst Munition gefertigt und gelagert. „Nach dem Krieg dienten die Gebäude dann als Russen- und Polenlager, Ende 1947 schließlich als Flüchtlingsunterkunft.“ Das Areal beherbergte Sasse zufolge einiges – Fleischer, Kaufmann, Kindergarten, sogar eine Badeanstalt. „Hier haben ganz viele Harpstedter schwimmen gelernt“, erinnert sich der Gästeführer. Mitte der 1950er Jahre sei die Muna durch die Bundeswehr reaktiviert worden. Später hätten die Amerikaner hier Atomgranaten gelagert. „Offiziell war das aber nicht“, fügt Sasse hinzu.

Nach Ende des kalten Krieges lag die Muna brach. Der Bund verkaufte das Areal schließlich an einen Cloppenburger Investor. Seit einigen Jahren ist ein Teil davon wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. „Allein lässt sich die Geschichte aber schlecht erschließen“, erklärt Jehlicka die Intention der geführten Radtouren, die am 17. März, 28. April, 25, August und 15. September stattfinden.

Einblicke anderer Art gewährt die Betriebsbesichtigung, die am 3. Mai die Getreidemühle Harries in Groß Ippener zum Ziel hat. Das Unternehmen betreibt hier eine der modernsten Hafer- und Schälmühlen Deutschlands. Weitere Touren führen durch die Landschaft zwischen Delme und Hunte (19. Mai), zu historischen Höfen (2. Juni), zusammen mit zwei Gästegruppen benachbarter Gemeinden nach Twistringen (14. Juli) oder zu Sehenswürdigkeiten in Groß Ippener (8. September).

„Alle zwei Jahre und 2019 in nunmehr vierter Auflage steht auch wieder eine Abendveranstaltung auf dem Programm“, kündigt Maren Jehlicka an. Traditionell werde der „Abend im Herbst...“ am 27. September wieder einen stimmungsvollen Mix aus Gedichten, Musik oder Ähnlichem bereithalten. „Da sind wir noch in der Planungsphase“, gesteht Jehlicka. Zentraler Veranstaltungsort sei wahrscheinlich der Amtshof.

Einfach mal spontan an einer Tour teilnehmen können Neugierige am regionalen „Tag der Gästeführer“ am 28. April. Ausgehend vom Amtshof bietet Angela Willms um 14 und 16 Uhr jeweils 30-minütige Führungen an. Anmeldungen sind für diesen Tag nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.

Neben den gesetzten Terminen steht das sechsköpfige Gästeführer-Team auf Anfrage auch für individuelle Touren bereit. Eineinhalb Stunden kosten 35 Euro, zwei Stunden gibt es für 40 Euro. „Von den vormals angebotenen einstündigen Touren sehen wir dagegen ab. Dieses Zeitintervall ist erfahrungsgemäß einfach zu kurz“, erläutert Gästeführer Heinfried Sander. Persönliche Wünsche stehen bei den Individualtouren im Vordergrund, wie Angela Willms betont. Sie hat etwa die Anfrage eines Mannes, der „die Tour seiner Mutter zu Weihnachten“ geschenkt habe. Diese sei vor vielen Jahren in Harpstedt aufgewachsen.

Interessierte können sich für Touren telefonisch unter 0 42 44 / 82 33 oder per E-Mail unter gemeinde@harpstedt anmelden. Die Kosten betragen in der Regel vier Euro pro Person exklusive Verpflegung. Kinder bis einschließlich 14 Jahren können unentgeltlich teilnehmen. Flyer mit allen Terminen sind unter anderem im Amtshof, an Tankstellen, Geschäften, Cafés und im Wildeshauser Kreishaus und Verkehrsverein erhältlich. Informationen zum Programm stehen zudem online unter www.harpstedt.de.

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