Feuerwehrhaus in Colnrade Ausschuss gibt grünes Licht für Neubau

Der Ausschuss für Feuerschutz und Rettungswesen hat nach langer Zeit dem Antrag auf den Neubau eines Feuerwehrhauses in Colnrade zugestimmt. Bis zur Fertigstellung werden jedoch noch einige Jahre vergehen.
17.09.2018, 17:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Johannson

Colnrade. „So, wie es jetzt ist, ist es nicht mehr tragbar“, sagte Hermann Schnakenberg von der SPD im November des vergangenen Jahres und fand so deutliche Worte zum heruntergekommenen Feuerwehrhaus in Colnrade. Mit dieser Aussage verschaffte er sich offenbar Gehör beim Feuerschutz- und Rettungswesenausschuss der Samtgemeinde Harpstedt. Denn dieser bewilligte nun endgültig einen kompletten Neubau, der an der Ecke Kreisstraße 5 / Kieselhorster Weg errichtet werden soll.

Den Antrag für den Neubau hatte die Feuerwehr Colnrade im Februar 2016 gestellt. Zuletzt ist das Thema im November 2017 beraten worden. Ein endgültiges Ergebnis kristallisierte sich aus diesem Treffen jedoch noch nicht heraus. Dass aber dringend gehandelt werden musste, hatte die Feuerwehrunfallkasse (FUK) im Juni dieses Jahres festgestellt, erklärte Herwig Wöbse, Bürgermeister der Samtgemeinde Harpstedt. Bei einer Besichtigung hatte die FUK „aufgrund der räumlichen Enge in der Fahrzeughalle“ sogar den Bestandsschutz mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Es mussten also schnellstmöglich Lösungen gefunden werden. Welche das seien würden, war bis zuletzt offen. Denn im Raum standen gleich zwei Varianten: entweder ein Neubau oder ein Anbau an die bestehende Fahrzeughalle.

Mit dieser Frage beschäftigten sich die Anwesenden im Rahmen einer weiteren Sitzung am Donnerstagabend im Hotel „Zur Wasserburg“ ausführlich. Das Ergebnis fiel dann nach über einer Stunde einstimmig aus: Und zwar entschieden sich die Ausschussmitglieder für einen Neubau eines Feuerwehrgerätehauses auf dem von der Gemeinde Colnrade zur Verfügung zu stellenden neuen Grundstück. „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, denn es gab genügend gute Gründe für einen Neubau. Es ist wichtig, dass wir nun die Richtung aufgezeigt bekommen haben und ein klares Ziel verfolgen können“, sagte Wöbse am Montag auf Nachfrage.

Der Neubau wird nach jetzigem Planungsstand einen Netto-Raumbedarf von 481 bis 571 Quadratmetern in Anspruch nehmen. Die tatsächliche Fläche hängt letztlich noch davon ab, ob eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung mit einer Gesamtfläche von 90 Quadratmetern eingebaut werden soll. Auch ohne diese Trennung würden sich die Kosten des Neubaues auf 1,3 bis 1,4 Millionen Euro belaufen. Die Kostenersparnisse eines eventuellen, nun aber ausgeschlossenen Anbaues hätten grob geschätzt bei 500 000 Euro gelegen, wären also deutlich günstiger ausgefallen. Doch Unwägbarkeiten wie Probleme mit der Oberflächenwasserentsorgung hätten diese Einsparungen auch noch deutlich verringern können.

„Die zweite Variante war eigentlich ohnehin nur theoretischer Art“, erklärte Wöbse. Am neuen Grundstück könnte dagegen eine getrennte Zu- und Abfahrt errichtet werden. Das hätte ein möglicher Anbau gar nicht leisten können. Für die Feuerwehr stellt das jedoch eine deutlich verbesserte Variante dar als die aktuelle, sehr bescheidene Verkehrsführung beim Feuerwehrhaus an der Schulstraße. Außerdem können im Vergleich zum Anbau beim Neubau die geforderten Parkplätze in ausreichender Form hergestellt werden. Die Tendenz ging also eindeutig zur Variante I, für die sich abschließend auch Colnrades Bürgermeisterin Anne Wilkens-Linnemann ausgesprochen hatte.

Aus finanzieller Sicht ist dieses Projekt für die Samtgemeinde Harpstedt aber eine große Herausforderung: Eine Investition in siebenstelliger Höhe ist selten und hat es zuletzt vor über sechs Jahren gegeben, als das Delmebad saniert worden war. „So eine große Summe können wir nicht ohne einen Kredit stemmen. Natürlich war das eine schwierige Entscheidung, weil wir in den nächsten Jahren auch noch andere größere Baustellen – wie zum Beispiel an Schulen und beim Straßenbau – bewältigen müssen“, sagte Wöbse. Ob sich Harpstedt das neue Feuerwehrhaus überhaupt leisten kann, werden übrigens erst noch die Haushaltsberatungen, die im November stattfinden werden, ergeben müssen. „Ich gehe aber davon aus, dass die Beratung positiv verlaufen wird und nichts mehr dazwischen kommt“, baut der Rathauschef auf die Rückendeckung der Politik.

Dass derart viel Geld für ein neues Feuerwehrhaus in die Hand genommen wird, sei laut Wöbse auch die Pflicht der Samtgemeinde. Denn aus Sicht von Politik und Verwaltung ist der Feuerwehrstandort Colnrade unverzichtbar. Einerseits ist er dringend erforderlich und wird dauerhaft gebraucht, um die vorgegebenen Hilfsfristen einzuhalten. Andererseits sollen durch den moderneren Standort Nachwuchskräfte für die Freiwillige Feuerwehr angesprochen werden. „Der Handlungsbedarf war einfach riesengroß, es musste etwas passieren“, erklärte Wöbse, der im Zuge der Fertigstellung des Projektes auf die Euphoriebremse tritt: „Wir haben noch einen langen Weg vor uns und brauchen viel Geduld. Es wird noch einige Jahre dauern, bis das neue Feuerwehrhaus in Colnrade benutzt werden kann“.

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