Unverständnis über politische Entscheidung

Neubau mit „Technik von vorgestern“

Eigentlich wollte der Bauausschuss, dass im neuen Feuerwehrhaus in Colnrade Erneuerbare Energien genutzt werden. Doch der SGA kippte die Entscheidung. Nun fordern die Grünen, den Beschluss aufzuheben.
14.10.2020, 17:34
Lesedauer: 2 Min
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Von Gloria Balthazaar

Eine öffentliche Erklärung derjenigen, die im Bau-, Umwelt und Planungsausschuss für den Einbau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und die Installation einer Photovoltaik-Anlage für das neue Feuerwehrhaus in Colnrade gestimmt haben, „dann jedoch innerhalb von acht Tagen ohne nachvollziehbare Begründung einen solchen Beschluss ablehnen“, fordert Götz Rohde, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Samtgemeinderat.

Hintergrund: Der Bauausschuss hatte sich in seiner Sitzung im September nach einem Vortrag der mit der Planung beauftragten Firma UTEC einstimmig für den Bau einer Sole-Wasser-Wärmepumpe und einer Photovoltaik-Anlage ausgesprochen. Im Samtgemeindeausschuss (SGA) am 1. Oktober folgte man dieser Empfehlung allerdings nicht: Dieses Gremium hat beschlossen, das Feuerwehrhaus mit einer Erdgasheizung auszustatten. Das wirft bei den Grünen Fragen auf. Es sei nicht nachvollziehbar, wie der Samtgemeindeausschuss zu der Entscheidung kam, statt einer umwelt- und klimaschonenden Heiztechnik mit regenerativer Energie fossile Energieträger mit entsprechendem CO2-Ausstoß zum Einsatz zu bringen. „Da soll ein Feuerwehrhaus für übermorgen mit der Technik von vorgestern gebaut werden“, erklärt Götz Rohde weiter.

Die Grünen-Fraktion hat daher beantragt, den durch den SGA gefassten Beschluss in Teilen aufzuheben, soweit dieser den Einsatz eines Brennwertkessels vorsieht. Der Samtgemeinderat habe am 12. Dezember 2019 einen Grundsatzbeschluss gefasst, wonach bei Neubauten für die Energieversorgung die Priorität in der Nutzung erneuerbarer Energien liege. Deshalb mahnen die Grünen: „Wir dürfen nicht nur über Klimaschutz reden, wir müssen ihn endlich umsetzen und der geplante Neubau bietet dafür eine sinnvolle Gelegenheit. Die Kommune hat bei diesem Thema auch eine Vorbildfunktion.“

Kritik am Beschluss des SGA kommt auch von einem Einwohner. Lutz Beck­röge aus Kirchseelte schreibt in einem Offenen Brief an das Gremium: „Da die Entscheidung des SGA fast diametral zur Empfehlung des Bau-, Umwelt- und Planungsausschusses steht“, fordert er vom SGA oder Samtgemeinderat Aufklärung. Neben der Begründung der Entscheidung fragt er zudem, ob „auch künftig solch relevante Fragestellungen und Entscheidungen von der Verwaltung, dem SGA und dem Samtgemeinderat als nicht bedeutsam eingestuft“ werden, sodass sie nicht öffentlich diskutiert werden.

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