Neerstedter Rathaus

Fetter Scheck für Gewerbepark

Mit einem Förderbescheid über fünf Millionen Euro unterstützt das Land Niedersachsen den gemeinsamen Gewerbepark der Kommunen Dötlingen, Prinzhöfte, der Samtgemeinde Harpstedt und der Stadt Wildeshausen.
29.10.2020, 18:58
Lesedauer: 3 Min
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Von Lina Wentzlaff
Fetter Scheck für Gewerbepark

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (rechts) bei seinem Besuch in Neerstedt.

TAMMO ERNST

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will besonders in der Corona-Krise mittelständischen Unternehmen helfen. „Jede Aktion, die die Wirtschaft fördert und Arbeitsplätze sichert, ist gerade jetzt ein wichtiges Signal“, sagte Althusmann. Aus diesem Grund besuchte der niedersächsische Minister am Mittwochabend auch das Neerstedter Rathaus, um das geplante interkommunale Gewerbegebiet Wildeshausen-Nord zu unterstützen. Mit einem Förderbescheid über fünf Millionen Euro greift das Land Niedersachsen dem Gemeinschaftsprojekt der Kommunen Dötlingen, Prinzhöfte, der Samtgemeinde Harpstedt und der Stadt Wildeshausen finanziell unter die Arme.

Natürlich überlagerten die Neuigkeiten aus Berlin das eigentliche Thema. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer hatten sich am Mittwoch zu Beratungen aufgrund der aktuell steigenden Corona-Fallzahlen zusammengesetzt. Althusmann betonte die Bedrohung durch Covid-19 und die Wichtigkeit des Eingreifens durch die Regierung. Allerdings sei er von der Entscheidung, dass die Gastronomie trotz guter Hygienekonzepte erneut schließen müsse, nicht überzeugt. Der Wirtschaftsminister freute sich deswegen umso mehr, dass die fünf Millionen Euro in den Landkreis Oldenburg fließen. Damit solle für eine „Nach-Corona-Zeit“ den kleinen sowie mittelständischen Unternehmen eine Chance in den Kommunen geboten werden.

„Ohne die Unterstützung vom Land Niedersachsen hätten wir das Projekt gar nicht erst anpacken brauchen“, betonte Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille. Als Vertreter der Gemeinde Dötlingen nahm er den Fünf-Millionen-Euro-Scheck vom Wirtschaftsminister stellvertretend für die Interkommunale Zusammenarbeit entgegen. Auch Landtagsabgeordneter Karl-Heinz Bley (CDU), die Verwaltungschefs Hans-Hermann Lehmkuhl (Prinzhöfte), Jens Kuraschinski (Wildeshausen), Samtgemeinde-Bürgermeister Herwig Wöbse (Harpstedt) sowie der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hans-Werner Aschoff und Dötlingens Bauamtsleiter Uwe Kläner waren bei der Übergabe dabei.

Vor allem die Interkommunalität des Projekts habe für die kleinen Gemeinden und Städte Entlastung bedeutet. Um als Region weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten Standortnachteile langfristig ausgeglichen werden, betonte Althusmann. Das neue Gewerbegebiet umfasst eine Fläche von insgesamt 21,3 Hektar. Die Kosten in Höhe von insgesamt rund 8,6 Millionen Euro werden zu 45 Prozent von der Gemeinde Dötlingen, zu 40 Prozent von der Stadt Wildeshausen und zu 15 Prozent von der Gemeinde Prinzhöfte getragen. Für das Projekt hat die N-Bank mit den Fördergeldern in Höhe von fünf Millionen Euro 58,95 Prozent übernommen. Das sei der Höchstsatz, der zur Verfügung stehe.

Das kommunale Projekt zeichnet sich insbesondere durch seine verkehrsgünstige Anbindung zur Bundesstraße 213 und zur Autobahn 1 aus. „Das Gewerbegebiet ist ein spürbarer Attraktivitätsgewinn und Vorbild für den Investitions- und Logistikstandort Niedersachsen entlang seiner Hauptverkehrsachsen“, sagte Althusmann. Das Land erwarte durch das Vorhaben positive Effekte für die Wirtschaft in der Region. Nur so könnten langfristig die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessert und wohnortnahe Arbeitsstätten gesichert werden. Die Voraussetzungen seien insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen entscheidend. Diese sollen den Gemeinden wiederum ortsnahe Arbeitsplätze garantieren.

Das Gewerbegebiet liegt vollständig in der Gemeinde Dötlingen. Den politischen Gegenwind hatte deswegen vor allem Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille zu spüren bekommen. Von zwei Klagen gegen den Bebauungsplan stünden bislang noch die Urteile aus. Dank der Vorbereitung der kommunalen Seite und der tollen Zusammenarbeit sei das Projekt aber für alle Urteile gewappnet. In der kommenden Woche sei deswegen eine weitere Besprechung geplant. „Nach bisherigem Stand sollen die Rodungsarbeiten noch dieses Jahr beginnen“, erklärte Dötlingens Bauamtsleiter Uwe Kläner.

Da für die Erschließung mindestens eine Buche weichen soll, hat der Naturschutzbund Dötlingen-Wildeshausen einen Eilantrag auf 'Außervollzugsetzung des Bebauungsplanes' gestellt. Die Naturschützer wollen die Bebauung stoppen, bis das Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein Urteil gesprochen habe. Kläner versicherte, dass es momentan keine Eile gebe, die Bäume zu fällen, solange kein Urteil gesprochen wurde: „Wir können diese Phase ohne Probleme abwarten.“

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