Handball-Oberliga Frauen

Zusammenhalt ist beim TV Neerstedt gefragt

Die Frauen des TV Neerstedt stecken in der Krise, geben die Hoffnung aber nicht auf. Während in der Defensive der Schuh drückt, läuft es offensiv teilweise ganz ordentlich.
28.11.2019, 15:33
Lesedauer: 2 Min
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Zusammenhalt ist beim TV Neerstedt gefragt
Von Justus Seebade

Von Resignation und Ratlosigkeit kann man nicht sprechen. Nein, Maik Haverkamp gibt sich kämpferisch. „Wir geben nicht auf“, stellt der Trainer der Oberliga-Handballerinnen des TV Neerstedt klar. Natürlich liest sich die momentane Zwischenbilanz seiner Mannschaft alles andere als rosig. Sie hat die bisherigen neun Spiele allesamt verloren, steht mit 0:18 Punkten am Tabellenende und verweist auf ein Torverhältnis von minus 104. Angesichts eines solchen Negativlaufs ist es schwierig, Selbstvertrauen aufzubauen. Doch Haverkamp und sein Co-Trainer Michael Kolpack haben zuletzt einige positive Ansätze ausgemacht – vor allem in der Offensive.

„Im Angriff haben wir es teilweise ganz gut hingekriegt“, sagt Haverkamp. In der Tat drückt der Schuh dort nicht so sehr. 219 Tore haben die Neerstedterinnen bislang geworfen. Das sind durchschnittlich gut 24 Treffer pro Partie. Zum Vergleich: Der Drittletzte SG Findorff hat erst 206-mal genetzt. Und auch manche Teams aus dem Mittelfeld des Klassements sind diesbezüglich nun nicht gerade um Längen besser, etwa der VfL Oldenburg III (242) oder der TuS Jahn Hollenstedt (241).

Sorgen bereitet dem Trainergespann in erster Linie die Defensive. 323-mal landete der Ball bereits im Neerstedter Tor, das sind im Schnitt fast 36 Gegentreffer pro Spiel. Keine Frage: Hier muss der Hebel angesetzt werden. Bei der jüngsten Niederlage gegen den Wilhelmshavener SSV (25:29) probierte es der TVN mit einer offensiveren Deckung, was zunächst auch ganz ordentlich funktionierte. Doch als die Haverkamp-Sieben in den Minuten 17 und 18 insgesamt drei Zeitstrafen kassierte, nahm das Unheil allmählich seinen Lauf. Ein 6:8-Rückstand wuchs bis zur Pause auf ein 9:17 an. „Wenn ein Rückfall kommt, zieht sich das wie ein roter Faden durch die ganze Mannschaft. Dann gibt sie sich ein bisschen auf, und dann kommen solche Ergebnisse zustande“, erklärt Haverkamp. Einige Male wurde es richtig bitter, beispielsweise beim 22:43 im Derby gegen die HSG Hude/Falkenburg oder beim 22:40 gegen den VfL Oldenburg III.

„Der Mannschaft fehlt auf jeden Fall ein Erfolgserlebnis“, weiß der TVN-Coach. Das sei ja in jeder Sportart so. Ein entscheidender Faktor beim erhofften Weg aus der Krise wird zweifelsohne der Teamgeist sein. „Es war immer unsere Stärke, dass wir einen guten Zusammenhalt haben“, sagt Haverkamp. Als Trainer bekomme man zwar nicht immer alles mit, doch der Coach hat den Eindruck, dass es auch in der jetzigen Phase im Team stimmt. Reibungen registriert er jedenfalls nicht. Gleichwohl gingen die negativen Ergebnisse natürlich nicht spurlos an seinen Damen vorbei. Haverkamp würde sich wünschen, dass dann auch mal Tacheles geredet wird. „Es fehlt eine, die mal richtig auf den Putz haut“, meint er.

An diesem Sonnabend (Anpfiff: 19.30 Uhr) haben die Neerstedterinnen die nächste Gelegenheit, die Sieglos-Serie zu beenden. Sie empfangen den aktuellen Tabellenfünften TV Dinklage. Alles andere als eine leichte Aufgabe, doch davon gibt es für den TVN ja ohnehin keine. Haverkamp vermutet, dass die Chancen auf den ersten Sieg zu Hause generell besser stehen. „Wir fühlen uns da schon wohler“, sagt er. Allerdings sei seine Mannschaft eben auch eine Wundertüte.

Der Coach will den Blick auf jeden Fall noch nicht zu weit nach vorne richten. Es geht in der jetzigen Situation eben darum, eine Partie nach der nächsten in Angriff zu nehmen. „Das Ziel ist erst mal, ein Spiel zu gewinnen. Die Tabelle lügt nicht. Wir müssen erst mal kleine Brötchen backen“, betont Haverkamp.

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