Zweites Standbein Algenzucht in Dünsen

Der Landwirt Christian Hohnholz baut sich gerade ein zweites Standbein auf. In zehn Becken produziert er Algen. In Deutschland ist deren Konsum wenig verbreitet, das will er ändern.
02.03.2021, 16:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Diederich

Im Sommer schwimmen Millionen Algen in den Becken der Dünsener Produktionshalle. Aus diesen werden dann Nahrungsergänzungsmittel produziert. „Die Kapseln haben einen hohen Protein­gehalt, ungesättigte Fettsäuren und viele Aminosäuren“, beschreibt der Betreiber der Algenfarm, Christian Hohnholz, die Inhaltsstoffe. Der 31-jährige Landwirt ist vor wenigen Jahren auf diesen Berufszweig aufgestiegen.

„Ich habe einen Artikel in einer Fachzeitschrift gelesen, welche Vorteile eine Algenproduktion bringt und wie reichhaltig Algen sind“, berichtet der Landwirt. Noch relativ jung ist die Deutsche Algen Genossenschaft (DAG), in der aktuell acht Personen Algen produzieren und zusammen agieren. Auch Hohnholz gehört dazu. Die Mitglieder kommen aus verschiedenen Gebieten Niedersachsens, erklärt Hohnholz. Die Algenfarm sei für ihn ein Projekt in die eigene Zukunft, ergänzend zur Landwirtschaft.

Produziert werden die Algen in einem 2500 Quadratmeter großen Gewächshaus in Dünsen. In zehn Becken werden die Algen gezüchtet – ausgenommen im Winter. Denn jetzt herrscht Stillstand. Einige Becken sind leergepumpt, andere noch mit Wasser gefüllt. „Wir prüfen hier wöchentlich die Wasserqualität, um die Algen vor kleinen Tierchen zu beschützen“, erläutert der Landwirt. In dem Gewächshaus herrschen im Sommer heiße Temperaturen, sodass die frisch gezüchteten Algen trocknen können. Danach werden sie zur Weiterverarbeitung verschickt. Das Resultat: Kapseln mit dem Namen „Lüttge“.

„Algen sind mehr als dreieinhalb Millionen Jahre alt. Sie sind circa 15 bis 60 Mikrometer groß“, erklärt Hohnholz. Der Konsum von Algen sei hier in Deutschland zwar noch wenig verbreitet, in Asien allerdings bereits fester Bestandteil des Essens. In letzter Zeit gab es hierzulande immer wieder neue Versuche, die Alge bekannter zu machen. Beispielsweise widmete der Entertainer „Knossi“ dem grünen Gewächs ein eigenes Lied namens „Alge“.

Doch zurück zur Dünsener Algenfarm: Hier ist vor allem der nächste Schritt für die Zukunft geplant. Ein wichtiger Bestandteil sei dabei vor allem die DAG. Die noch relative junge Genossenschaft habe das Ziel, die Algenproduktion bekannter zu machen und zu fördern, erklärt Hohnholz. „Wir möchten allen unseren Mitgliedern auch ermöglichen, dass sie in Zukunft auch eine eigene Algenfarm aufbauen können“, fügt er hinzu. Wann die Algen auch in Deutschland im Supermarktregal liegen, sei noch offen. Allerdings ist sich Hohnholz sicher, dass es für die Algen einen Markt gibt. Diesen gilt es jetzt zu erreichen.

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