Wohnbaugebiet „Am Buchenhain“ Dünsener bevorzugt

Weniger als 100 Euro wird der Quadratmeter in dem neu geplanten Wohnbaugebiet in Dünsen kosten. Bei der Vergabe der Grundstücke wird die Gemeinde Dünsen zunächst ihre eigenen Bürger zum Zuge kommen lassen.
22.07.2020, 19:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Kerstin Bendix-Karsten

Dünsen. Nun steht es fest: 82 Euro wird der Quadratmeter in dem geplanten Wohnbaugebiet „Am Buchenhain“ in Dünsen kosten. Das hat der Rat der Gemeinde Anfang dieser Woche in einer nicht öffentlichen Sitzung entschieden. Dieser Quadratmeterpreis gilt allerdings nur für die sogenannte WA-I-Teilfläche, sprich für Grundstücke für Einfamilienhäuser. Davon sind 26 auf dem insgesamt 1,9 Hektar großen Areal östlich der Straße Im Langen Tal geplant. Darüber hinaus soll es auf der sogenannten WA-II-Teilfläche noch zwei Mehrfamilienhäuser mit bis zu vier Wohneinheiten in zwei Vollgeschossen geben. Die beiden Bauplätze werden elf Euro teurer sein. Veranschlagt sind 93 Euro pro Quadratmeter. „Es war immer mein Ziel, dass wir unter 100 Euro pro Quadratmeter bleiben“, sagt Dünsens Bürgermeister Hartmut Post. „Das ist uns gelungen“, zeigt er sich über die Entscheidung des Rates erfreut.

Die 28 Baugrundstücke werden vermutlich schnell weg sein. Denn die Nachfrage war bereits im Vorfeld riesig. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, erzählt Hartmut Post. Sehr viele Dünsener hätten sich bei der Gemeinde, die Eigentümerin des Wohnbaugebietes „Am Buchenhain“ ist, um Bauland beworben, teilweise schon vor zwei Jahren. Aber auch aus Delmenhorst, Bremen oder Stuhr-Brinkum seien etliche Bewerbungen eingegangen. „Es ist ein bevorzugtes Wohngebiet“, weiß der Bürgermeister.

Angesichts dieser großen Nachfrage hatte die SPD gemeinsam mit der DBL im Vorfeld der Ratssitzung den Antrag gestellt, für transparente Kriterien bei der Vergabe der gemeindeeigenen Baugrundstücke zu sorgen. „Die Gemeinde Dünsen ist in der komfortablen Lage, darüber zu entscheiden, welche Kaufinteressenten den Zuschlag erhalten“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der beiden Fraktionen. Es gelte nun, ein transparentes und nachvollziehbares Verfahren zu entwickeln, nach dem die Grundstücke vergeben werden, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz-Jürgen Greszik. Die Bauinteressenten sollen darauf vertrauen können, dass es fair zugehe. „Wer sich zuerst meldet, erhält den Zuschlag, wäre unfair und deshalb abzulehnen“, meint SPD-Mann Christian Nagler. Wenn es mehrere Bewerber für ein bestimmtes Grundstück gebe, sei zum Beispiel ein Losverfahren keine gute Lösung. SPD und DBL schlagen vor, dass Kriterien wie Einzelbewerber aus Dünsen, Familien mit oder ohne Kindern und ehrenamtliche Tätigkeit eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung über den Zuschlag spielen sollen. Nach Meinung der beiden Fraktionen sollte eine Richtlinie für die Vergabe von gemeindeeigenen Baugrundstücken vom Dünsener Rat aufgestellt werden. Beispiele dafür seien die Richtlinien der umliegenden Gemeinden, die sich offensichtlich bewährt haben, sind sich die beiden Fraktionen einig.

Mit ihrem Antrag hatten SPD und DBL jedoch keinen Erfolg. Eine Vergaberichtlinie hat der Rat in seiner Sitzung Anfang diese Woche nicht aufgestellt. „Das wird weiterhin nicht gemacht, aber wir haben etwas aus dem Kriterienkatalog übernommen“, erklärt Bürgermeister Hartmut Post. So müssen Käufer eines Baugrundstücks innerhalb von drei Jahren anfangen zu bauen. Zudem müssen die Käufer nach der Fertigstellung auch selbst dort wohnen. „Wir brauchen keine Investoren, die dann vermieten“, betont Post. Darüber hinaus werden bei der Vergabe der Grundstücke die Dünsener Bürger bevorzugt. Im Moment ist der Bürgermeister dabei, sämtliche Bewerber aus der Gemeinde anzurufen und über die aufgerufenen Quadratmeterpreise zu informieren.

Die Erschließung des Baugebietes „Am Buchenhain“ soll nun zeitnah erfolgen. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest. Der Grund ist das geplante Regenrückhaltebecken, das im Norden des Baugebietes im Bereich der ehemaligen Kläranlage entstehen soll. „Die alte Kläranlage muss erst noch abgerissen werden“, erläutert Hartmut Post. Sollte sich der Abriss und damit die Erschließung länger hinziehen, soll dies nicht zum Nachteil von Grundstückskäufern mit Kindern gereichen. Das Stichwort lautet hierbei: Baukindergeld. Denn wer diese staatliche Zuschussleistung in Anspruch nehmen will, muss bis zum 31. Dezember 2020 den Kaufvertrag unterschrieben und eine Baugenehmigung vorliegen haben. „Auf diese Bewerber habe ich ein besonderes Auge“, erklärt der Dünsener Bürgermeister. Laut Post sollen Kaufinteressenten mit Kindern noch 2020 ein Grundstück erwerben können, selbst wenn die Erschließung bis dahin nicht erfolgt ist. „Das kann man machen, wie ich im Gesetz nachgelesen habe“, merkt der Bürgermeister an. Immerhin sei das Baugebiet ja bereits vermessen. „Und auch die Flurstücknummern stehen schon fest“, ergänzt er.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+