Leichtathletik

Fabian Goedeke wird Sechster über die 1500 Meter

In einem taktisch geprägten Rennen bei den Deutschen U20-Meisterschaften erreicht Fabian Goedeke von der LGG Ganderkesee den sechsten Platz über die 1500 Meter.
09.09.2020, 17:02
Lesedauer: 3 Min
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Fabian Goedeke wird Sechster über die 1500 Meter
Von Michael Kerzel
Fabian Goedeke wird Sechster über die 1500 Meter

Fabian Goedeke (rechts) von der LGG Ganderkesee lief die ersten 500 Meter von vorne und belohnte sich letztlich mit einem starken sechsten Platz.

Ekkart Schmidt

Mit einem starken Ergebnis ist Fabian Goedeke von den Deutschen Meisterschaften der U20-Leichtathleten in Heilbronn heimgekehrt. Der Mittelstrecken-Läufer der LGG Ganderkesee hatte sich für das Finale über die 1500 Meter qualifiziert und erreichte dort den sechsten Platz. Sein Coach Ekkart Schmidt zeigte sich mit der Leistung seines Schützlings hochzufrieden. Der 2002 geborene Goedeke war im Finale der jüngste Läufer, vor ihm erreichten ausschließlich 2001 geborene Athleten das Ziel. „Er hat das umgesetzt, was wir uns vorher vorgenommen haben. Er hat das richtig gut gemacht. Es ist ein tolles Ergebnis, dass er der schnellste 1500-Meter-Läufer Deutschlands des Jahrgangs 2002 ist“, lobt Schmidt. Das bedeute jedoch nicht, dass Goedeke kommendes Jahr den Titel hole. „Das kommen einige Talente von unten nach“, erklärt Schmidt. Dennoch erscheint, sollte das Ganderkeseer Lauftalent gesund bleiben, im kommenden Jahr eine noch bessere Platzierung als dieses Mal machbar.
In Heilbronn kam der 18-Jährige in einem taktisch geprägten Rennen nach 4:04,91 Minuten ins Ziel. Seine Bestzeit erreichte er damit zwar nicht, allerdings war das dem Rennverlauf geschuldet – und in einem Finale bei einer Deutschen Jugendmeisterschaft kommt es auf die Platzierung und nicht auf die Zeit an. Der Ganderkeseer war der jüngste Starter im Zwölferfeld und war mit der neuntbesten Zeit gemeldet. „Ich bin sehr zufrieden. Es ist gut gelaufen“, teilt Goedeke mit.
„Natürlich spekuliert man vorher immer ein bisschen, wie es laufen könnte. Letztes Jahr bei der U20-Landesmeisterschaft in Braunschweig startete Fabian zum Saisonende über 1500 Meter. Da gab es einen großen Favoriten. Es war klar: Stürzt der nicht, gewinnt der. Ich habe damit gerechnet, dass es dem bei 1000 Metern zu bunt wird und er dann davonzieht. Fabian sollte sich dranhängen und Zweiter werden. Das hat geklappt“, erinnert sich Schmidt. Auch in Heilbronn gab es einen klaren Favoriten, der am Ende auch siegte: Sven Wagner (USV Mainz) setzte sich in 3:59,51 Minuten durch, lief in dieser Saison aber bereits 3:42,47 Minuten. „Ich habe darauf spekuliert, dass der Verlauf ähnlich sein wird wie in Braunschweig und Fabian sich dranhängen soll, wenn Wagner loszieht. Die Qualität in Heilbronn war natürlich deutlich höher, und es war klar, dass da mehrere Läufer mitgehen werden“, berichtete Schmidt.
Letztlich behielt der Trainer recht: Wagner schaute sich das Rennen in den ersten Runden von hinten an, zog etwa 400 Meter vor Schluss an allen Konkurrenten vorbei und setzte sich ein wenig ab. Goedeke ging mit, das Feld spaltete sich. „Fabian kam nicht komplett hinterher, aber das war klar. Durch den Antritt war er aber im vorderen Feld mit insgesamt sieben Läufern, fünf waren etwas weiter hinten“, berichtete Schmidt. Von Goedekes sechs Gegnern im Vorderfeld waren fünf deutlich stärker. „Der Fünftbeste hatte mit einer Zeit von 3:54 Minuten gemeldet. Da kann Fabian nicht mithalten. Der Sechste hatte mit 3:59 Minuten gemeldet. Es war das Ziel, diesen Läufer zu schlagen und Sechster zu werden. Fabian hat ihn auf der Zielgeraden niedergerungen und ist Sechster geworden. Die vor ihm platzierten Läufer waren eine Klasse besser, er hat alles rausgeholt, was ging“, bilanzierte der Lauftrainer.
Zu Beginn des Rennens ging Goedeke an die Spitze. „Er war da aus Zufall direkt am Start und hat die Aufgabe angenommen. Wir hatten im Vorfeld besprochen, dass er aufpassen soll, dass es kein Bummelrennen wird. Das wäre nicht in seinem Sinne gewesen. Es war eine gute Erfahrung, der Stadionsprecher hat seinen Namen erwähnt und sogar Ganderkesee richtig ausgesprochen“, sagt Schmidt mit einem Lächeln. Nach 500 Metern wurde das Rennen etwas schneller, Goedeke musste nicht mehr die Führungsarbeit übernehmen, blieb aber an der Spitze dran – bis Wagner einige Kohlen drauflegte und das Feld auseinanderzog.
Kommende Woche geht es für Goedeke bei den Landesmeisterschaften in Oldenburg über die 800 Meter bei den Erwachsenen weiter. Auch hier ist er mit der neuntbesten Zeit gemeldet. Schmidt hofft, dass sein Schützling im A-Lauf starten darf. Insgesamt haben nämlich 17 Athleten gemeldet und es gibt zwei Läufe – einen mit acht und einen mit neun Startern. Eine reelle Siegchance hat der Ganderkeseer nicht. „Er soll sich dranhängen und eine gute Zeit laufen. Die kann dann unter 1:57 Minuten sein“, blickt Schmidt voraus.
Eine Woche später beendet Goedeke seine Saison nach den U20-Landesmeisterschaften in Hannover. Hier geht er über 800 und 1500 Meter jeweils als Favorit ins Rennen. „Ich bin eigentlich kein Freund von Doppelstarts, aber es ist das Saisonende“, erklärt Schmidt. Goedeke würde sich gerne mit mindestens einem Titel und einer Bestzeit verabschieden. „Bei der U20 will ich schon mindestens eines der Rennen gewinnen. Bei den Erwachsenen muss man mal schauen. Ich hoffe, ich darf im A-Lauf mitmachen. Und dann muss man abwarten, ob es ein schnelles oder ein taktisch geprägtes Rennen wird“, gibt er zu bedenken.
Nach diesem Event legt Goedeke eine dreiwöchige Laufpause ein und lässt sich physiotherapeutisch behandeln, um seine Knochenhautentzündungen in den Schienbeinen (sogenanntes Scheinbeinkantensyndrom) zu kurieren. „Danach kann er dann hoffentlich schmerzfrei laufen und soll das möglichst oft auf Waldboden und nicht auf Asphalt machen“, sagt Schmidt.

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