Landesprogramm „Lernräume plus“ In den Ferien lernen

Weil wegen Corona über Wochen die Schule ausfiel und in der Enge der häuslichen Quarantäne nicht nur der Austauch mit den Mitschülern auf der Strecke blieb, bietet die Regio-VHS nun eine Art Sommerschule.
27.07.2020, 18:58
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In den Ferien lernen
Von Tobias Hensel

Ganderkesee. Die Regio-Volkshochschule (VHS) wird über den Sommer ein besonderes Ferienprogramm anbieten. Das niedersächsische Kultusministerium hatte nämlich wegen der Corona-Pandemie das Programm „Lernräume plus“ aufgegleist, mit dem die lange Zeit der geschlossenen Schulen und des damit verbundenen Ausfalls von Präsenzunterrichts wieder etwas kompensiert werden soll.

Die Wochen des Homeschooling hatten den Schülern und deren Eltern einiges abverlangt. Die häusliche Quarantäne hatte die für das Heranwachsen so wichtigen sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert und auch der Austausch mit den Mitschülern über den neu gelernten Schulstoff musste sich jetzt neue Wege bahnen. Das Homeschooling hat also gleich auf zwei Arten Lücken hinterlassen: einerseits in der Menge an Bildung, also Schulstoff, und andererseits in der Herausbildung sozialer Kompetenzen.

Damit diese Lücken zumindest teilweise wieder gefüllt werden, können sich die interessierten Schüler an insgesamt sechs verschiedenen Kursen beteiligen. Das von der Regio-VHS herausgearbeitete Programm ist demnach auch sehr bunt gehalten und besteht nicht bloß aus Mathematik-Kursen, sondern umfasst ein Spektrum zwischen Förderung des eigenen Lernverhaltens und musikalischer, künstlerischer oder naturnaher Betätigung.

„Wir freuen uns, diese Angebote kurzfristig ins Programm aufnehmen zu können“, sagt Regio-VHS-Leiter Andreas Lembeck. Und in der Zeit, in der auch die Regio-VHS geschlossen bleiben musste, blieb Zeit, um zu planen und zu organisieren. Sechs Programme wird es in der Zeit zwischen dem 3. und dem 14. August geben, manche sind eintägig, andere finden an mehreren aufeinander folgenden Tagen, wieder andere an drei verschiedenen Terminen statt. Und während zwei Kurse in Kooperation mit dem Regionalen Umweltzentrum (RUZ) in Hollen gestaltet wurden, deshalb einen entsprechenden Bezug zur Natur- und Umweltbildung haben und diese beim einen Kurs direkt in den Räumen des RUZ und beim anderen Kurs in der Natur des Stenumer Holzes stattfinden, finden die anderen Kurse allesamt in der Regio-VHS im Alten Rathaus oder im Kulturhaus Müller statt.

In einem der sechs Kurse, treffend mit „Fit for School“ betitelt, werden Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren angesprochen, denen neue Lernmethoden, mit denen das Lernen von Vokabeln schneller vonstatten gehen kann, erklärt werden sollen. Außerdem soll eine einfache Methode erklärt werden, mit der man schneller am PC schreiben kann.

Der Kurs „Walddetektive unterwegs“ richtet sich an Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren. Der eintägige Kurs führt ins Stenumer Holz und soll Antworten auf Fragen nach der dortigen Vegetation liefern. Es ist eine sinnliche Erfahrung über verschiedene Spiele im Wald mit Lehrreichem über die Tiere und Pflanzen, die dort leben.

Und auch das Künstlerische soll nicht zu kurz kommen: „Recycling Art“ heißt es während der Woche vom 10. bis zum 14. August mit Ute Wessels, die den Kindern zwischen acht und zehn Jahren zeigen möchte, was aus vermeintlichem Abfall, der in der Umgebung des Hauses Müller aufgelesen werden soll, durch verschiedene künstlerische Techniken gemacht werden kann, damit der Abfall letztlich wie ansehnliche Kunst aussieht. An fünf Nachmittagen wird also nicht nur der künstlerische Blick, sondern auch handwerkliche Fertigkeit geschult.

Die Landesregierung fördert im ganzen Land solche Projekte der Art Sommerschule. Die Regio-VHS wird auch deshalb sämtliche dieser Angebote kostenfrei anbieten. „Das ist in schwierigen Zeiten ein kleiner Beitrag für mehr Chancengleichheit in der Bildung“, sagt Lembeck. Denn sicherlich, die Corona-Pandemie wird bei den Schülern Spuren hinterlassen, eine so lange und landesweite Schulschließung hat es seit Gründung der Bundesrepublik vor knapp 71 Jahren nicht gegeben. Die sechs Kurse können nicht vollständige Kompensation für die privaten Konflikte in der häuslichen Enge leisten, aber dieser Tage ist angesichts der Größe von Corona auch ein kleiner Beitrag eine gute Nachricht.


Wer an einem dieser Kurse teilnehmen möchte oder weitere Informationen sucht, der findet auf der Internetseite der Regio-VHS unter www.regiovhs.de den Programmflyer und das Anmeldeformular, das ausgefüllt entweder in den Briefkasten der Regio-VHS im Alten Rathaus, Rathausstraße 24, oder per E-Mail an anmeldung@regiovhs.de bis zum morgigen Mittwoch, 29. Juli, abgegeben werden kann.

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