Seniorentag in Ganderkesee Als Sparsamkeit noch Notwendigkeit war

Alle zwei Jahre organisiert der Seniorenbeirat der Gemeinde Ganderkesee einen Seniorentag im Rathaus. Am Sonntag, 3. November, steht das Thema „Nachhaltiges Leben und Wohnen“ im Mittelpunkt.
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Als Sparsamkeit noch Notwendigkeit war
Von Jochen Brünner

Ganderkesee. Wenn Erika Lisson aus dem Vorstand des Seniorenbeirats an Nachhaltigkeit denkt, dann kommt ihr ein Urlaub in Jugoslawien vor etwa 50 Jahren in den Sinn. Damals habe sie gemeinsam mit einem Korbflechter am Strand einen großen Einkaufskorb geflochten, erinnert sie sich. Und dieser Korb sei heute noch in Gebrauch.

Das Thema Nachhaltigkeit steht auch im Zentrum des 5. Seniorentages, zu dem der Seniorenbeirat am Sonntag, 3. November, in der Zeit von 13 bis 17 Uhr ins und rund um das Rathaus einlädt. „Tagtäglich berichten die Medien über Plastikmüll, Energieverschwendung sowie die nachhaltige Produktion von Textilien“, erklärt Jürgen Lüdtke, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Wie auch beim Kartoffelfest auf dem Delmenhorster Marktplatz eine Menge Plastikmüll zu beobachten gewesen sei. Lüdtke richtet den Blick deshalb in die Vergangenheit, als Wäscheleinen noch aus Sisal und die dazugehörigen Klammern aus Holz gewesen seien.

Rund 20 Organisationen und Vereine hat der Seniorenbeirat für den Aktionstag, der in zweijährigem Turnus stattfindet, zusammengetrommelt: So werden unter anderem der Arbeitskreis der Selbsthilfegruppen, der Bürgerbus, die Stromspar-Checker, die Tafel, das Repair-Café, das Regionale Umweltzentrum Hollen, der Sozialverband Deutschland (SoVD), der TSV Ganderkesee sowie viele weitere Initiativen Impulse und Ideen zum Thema Nachhaltigkeit präsentieren.

Besonders freuen sich die Organisatoren darüber, dass der Orts- und Heimatverein Ganderkesee wieder einige Exponate aus der Heimatstube in Bürstel mit ins Rathaus bringen wird. „Wir schauen uns vor jedem Seniorentag in dem kleinen Museum um und gucken, was zum Thema passt“, erklärt Erika Lisson. So sollen am 3. November etwa große Gläser gezeigt werden, um an die Tradition des Einweckens und Einkochens zu erinnern. „Ich bin auch noch mit Hausschlachtungen groß geworden“, erzählt die 73-Jährige. So habe es in den 1950er-Jahren an der Grüppenbührener Straße ein Gemeinschafts-Gefrierhaus geben, das die Bürger genutzt hätten, um ihr geschlachtetes Fleisch einzufrieren, weil nur wenige Familien im Besitz eines eigenen Gefrierschranks gewesen seien. Eine ähnliche Sparsamkeit hätten die Menschen auch bei der Kleidung an den Tag gelegt. „Es war selbstverständlich, dass der Hausschneider kam, um zu gucken, wie man die alten Stücke noch weiterverwerten konnte“, erinnert Lisson an die Nachkriegszeit, als der „Zero-Waste“-Gedanke noch der Notwendigkeit des Überlebens entsprang.

Auch bei seinen Vortragsveranstaltungen geht der Seniorenbeirat beim Thema Müllvermeidung inzwischen mit gutem Beispiel voran. „Wir haben von der Gemeinde die Auflage bekommen, Getränke dort nicht mehr in Plastikbechern auszuschenken. Also haben wir Gläser besorgt – und die waschen wir hinterher jedes Mal wieder ab“, betont Erika Lisson. Um das Catering am Seniorentag kümmert sich übrigens das Café am Fuchsberg.

Den Anstoß, einen Seniorentag zu veranstalten, hatte vor zehn Jahren übrigens Bürgermeisterin Alice Gerken geben. Damals sollte die Veranstaltung ein Forum für ältere Bürger im Rahmen der Feierlichkeiten des 1150-jährigen Bestehens der Gemeinde sein.

Erneut ist der Seniorentag eingebunden in den „Ganter-Tach“ der Werbegemeinschaft. So werden sich an diesem Tag wieder Vereine und Initiativen auf dem Marktplatz und entlang der Rathausstraße präsentieren. Zudem werden auch die Geschäfte in der Zeit von 12 bis 17 Uhr geöffnet sein. Ebenfalls an diesem Tag lädt auch der Rotary-Club Ganderkesee wieder zu seinem Bücherbasar in die Mensa des Schulzentrums am Steinacker ein.

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