Bogenschießen

Monika Jentges siegt im Schlutterwald

Mehr als 70 Schützen aus dem gesamten Bundesgebiet haben am Arrowhead-Bogenturnier von BS Delmenhorst im Schlutterwald in Ganderkesee teilgenommen. Lokalmatadorin Monika Jentges und ein Österreicher siegten.
06.07.2020, 15:26
Lesedauer: 6 Min
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Monika Jentges siegt im Schlutterwald
Von Michael Kerzel

Schon auf dem Weg entlang des Schlutterwaldes hin zum Parcours des Arrowhead-Turniers von Bogensport Delmenhorst wurde klar, dass es sich um einen Wettbewerb von nationaler Reichweite handelte: Es parkten neben Autos aus Bremen und Niedersachsen auch solche aus Hamburg, Hessen, Berlin, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern am Wegesrand. Ganz vorne stand sogar eines mit einem Nummernschild aus Österreich. Mit diesem war Helmut Pichler angereist. Und der Schütze vom BSC Jenbach holte sich auch direkt den Titel mit dem Recurvebogen in der Master-Klasse. „Es war super organisiert, und auch der Parcours war spitze. Alle haben sich an die Coronaregeln gehalten. Mit einem Wort: perfekt“, bilanzierte der Österreicher.

Teilnehmer aus dem Bundesgebiet

Auf das Turnier in Ganderkesee war er durch Monika Jentges, die sich mit dem Blankbogen souverän durchsetzte, aufmerksam geworden. Diese hatte er beim Bogenschießen in Tirol kennengelernt und wusste daher von BS Delmenhorst, für den Jentges schießt. Zeitlich passte seine Teilnahme, da er seine in Bremen lebende Tochter besuchte. „Es war hier sicherlich kein Spaziergang. Aber wenn es Spaß macht, dann funktioniert es auch. Ich bin mit meiner Leistung natürlich sehr zufrieden“, meinte Pichler. Auf insgesamt 659 (337+322) Ringe kam er und verwies Rainer Bettermann, der für BS Wildeshausen schießt und amtierender Deutscher Meister im 3D-Schießen mit dem Feldbogen ist, auf Rang zwei. „Gerade die 322 Ringe an Tag zwei sind ein Hammerergebnis“, lobte Bettermann. Er selbst habe einen guten ersten Tag gehabt, nach dem er nur zwei Ringe hinter Pichler lag. Doch an Tag zwei verließen ihn die Kräfte, Platz zwei rettete er dennoch. „Viel länger hätte es aber nicht gehen dürfen“, sagte der Routinier und lachte dabei. Er habe im Vorfeld zwar trainiert, doch es war eben der erste Wettkampf. Die Zugkraft bei seinem Bogen liegt bei 40 Pfund. Dafür braucht es Kraft und Ausdauer. „Jetzt stehen erst mal wieder Konditions- und Krafttraining an“, meinte er. Ganze 55 Ringe weniger als an Tag eins schaffte Bettermann am zweiten. Grundsätzlich ist es normal, dass an Tag zwei weniger Ringe geschossen werden bei dieser Turnierform. Die Schützen visieren jeweils 24 Ziele an, an Tag eins stehen diese zwar in unbekannter Entfernung, die Bogenschützen stehen jedoch näher an ihren Zielen. Am zweiten Tag ist die Entfernung bekannt, die Distanz aber größer. „Insgesamt war es schön, dass man wieder unter Wettkampfbedingungen schießen konnte. Es war anspruchsvoll, gerade wenn der Wind reingefegt ist. Ich habe auch mit einigen anderen Schützen gesprochen, und wir sind alle der Meinung, dass es ein toll organisiertes Turnier war“, lobte Bettermann.

Entsprechend zufrieden fiel auch die Bilanz von Rainer Kennecke aus, der für die Organisation vor Ort verantwortlich zeichnete. „74 Schützen haben mitgemacht. Das freut uns sehr. Das Wetter hat alles in allem auch gut mitgespielt, selbst wenn es ein bisschen nass und windig war. Die Stimmung war insgesamt sehr gut, auch wenn es natürlich schade ist, dass das gemeinsame Grillen wegen Corona ausfallen musste“, sagte Kennecke. Das Turnier im Schlutterwald ist eines der wenigen, das überhaupt ausgetragen wurde und wird in dieser Saison. „Wir haben das Glück, dass wir auch ohne die Einnahmen aus dem Catering diese Veranstaltung durchziehen können“, erklärte Kennecke.

Zufriedene Schützen im Schlutterwald

Ursprünglich war geplant, dass auf diesem Turnier Punkte für die Weltmeisterschaftsqualifikation gesammelt werden können. Doch da die WM abgesagt wurde, entschied der Deutsche Schützenbund, dass das Arrowhead-Turnier in Ganderkesee keine Auswirkungen auf den Nationalkader hat. Entsprechend nahmen einige von Deutschlands besten Bogenschützen den Weg in den Landkreis Oldenburg nicht auf sich. „Der Aufwand für ein Just-for-Fun-Turnier ist dann für einige Schützen zu groß“, erklärte Peter Lange, Disziplinenverantwortlicher für den Feldbogen beim Bundestrainer. Drei Kaderschützen waren dennoch dabei. Lange selbst schoss am ersten Tag, brach jedoch verletzungsbedingt ab. „Der Parcours hat alle Möglichkeiten ausgereizt, die es hier gibt. Die Schwierigkeit ist natürlich nicht so hoch, wie bei einem Turnier im Gebirge, beispielsweise in Mittenwald“, ordnete er ein. Beim Feldschießen sei es aber so, dass die jeweiligen Gegebenheiten ausgenutzt werden müssen. „Es ist an sich zu erwarten, dass hier mehr Ringe als bei anderen Turnieren geschossen werden. Aber das muss man auch erst mal schaffen.“

Die meisten Ringe in ihren Disziplinen erzielten neben Pichler und Jentges, die auf ein Ergebnis von 595 Ringen (308+287) kamen, Andreas Staczewski (Bogensport Nienhagen) mit dem Blankbogen bei den Master mit 611 Ringen sowie Richard Klesmann (BS Nürtingen) bei den Blankbogen Herren mit 638. Bei den Herren mit dem Recurvebogen setzte sich Henrik Elsasser (SV Leer; 689 Ringe) durch, bei den Damen siegte in dieser Disziplin Bianca Speicher (Burgschützen Büschfeld; 668 Ringe). Mit dem Compoundbogen erzielte Yannick Schütz (BSC Erftstadt) bei den Herren mit 801 Ringen die meisten, bei den Damen war Katharina Landrock (SV Treff Schimborn) mit 772 am erfolgreichsten. Bei den männlichen Master erzielte Jens Asbach (BSC Nidderau) 802 Ringe und damit das höchste Turnierresultat, bei den weiblichen Master schoss Gabi Menne-Zabel (Halsbeker SV) 571 Ringe. Sie war die einzige Teilnehmerin in dieser Disziplin – so wie auch Grit Hömke (SV Windesheim), die mit dem Blankbogen bei den Damen auf 364 Ringe kam.

Bei den Junioren mit dem Recurvebogen gewann Mattes Witthöft (MTV Rottorf; 633 Ringe), mit dem Compoundbogen war Leon Schütz (BSC Erftstadt; 571 Ringe) der einzige Teilnehmer. Ebenso konkurrenzlos siegte Philipp Witte (TSV Westerhausen; 417 Ringe) bei den Kadetten mit dem Blankbogen.

Die lokalen Schützen Jens Liebrich und Sascha Allhorn landeten mit dem Blankbogen bei den Herren auf den Rängen vier und fünf. Sie erzielten 577 beziehungsweise 576 Ringe. Jens Siebert schaffte es bei den Master mit dem Blankbogen auf Rang vier mit 568 Ringen, Detlev Pröhl wurde in dieser Disziplin mit 524 Ringen Siebter, Peter Buchholz mit 440 Ringen Neunter. Diese Schützen gehen alle für BS Delmenhorst an den Start – genauso wie Cornelia Siebert. Die Blankbogenschützin wurde Dritte hinter Vereinskameradin Monika Jentges sowie Ulrike Goertz (BoSGi Rhein-Wupper Langenfels). 493 Ringe erzielte Siebert (273+220). „Mit dem ersten Tag bin ich zufrieden. Ansonsten gilt: Viel Luft nach oben“, resümierte sie. Als „richtig schön und spannend“ bezeichnete sie den Parcours, sie habe viel Spaß gehabt. „Es waren einige große Herausforderungen dabei. Eine Scheibe stand beispielsweise auf eine lange Distanz, dazu kam viel Wind auf. Die Scheibe stand schief und die Auflage war auch schief. Es gab keine Senkrechte, also hatte man auch keine Orientierung“, erklärte Cornelia Siebert.

Bei einer anderen Scheibe mussten die Schützen steil nach unten zielen, mit einer Neigung von 22 Grad hatte Kennecke das Ziel aufgebaut. „Das ist schon kompliziert“, bemerkte Siebert. Zudem verändere der Regen die Flugeigenschaften des Pfeils. „Aber so macht es Spaß, sonst wäre es ja langweilig“, meinte sie. Da stimmte Kennecke zu. „Geradeaus schießen kann jeder. Daher schießen wir im Bogen“, verdeutlichte er.

Weitere Informationen

Recurvebogen

Herren

1. Henrik Elsasser (SV Leer, 689 Ringe)

2. Philip Schulze (BSC Schömberg, 669)

3. Pascal Forster (SV Eberstadt, 667)

Damen

1. Bianca Speicher (Burgschützen Büschfeld, 668)

2. Anja Thorausch (Sg Ahlten, 490)

3. Kathrin Jakobs (St. Sebastianus Trier, 433)

Master

1. Helmut Pichler (BSC Jenbach, 659)

2. Rainer Bettermann (BS Wildeshausen, 615)

3. Manfred Sachse (SG Duderstadt, 606)

Junioren

1. Mattes Witthöft (MTV Rottorf, 633)

2. Oliver Förster (SV Leer, 317)

Compoundbogen

Herren

1. Yannick Schütz (BSC Erfstadt, 801)

2. Dirk Rensmann (Team GoldTip, 791)

3. René Repp (SV Treff Schimborn, 770)

Damen

1. Katharina Landrock (SV Treff Schimborn, 772)

2. Stefanie Kreftsiek (SV Dauelsen, 699)

3. Julia Höll (Bogenschützen Münster, 509)

Master männlich

1. Jens Asbach (BSC Nidderau, 802)

2. Bernd Deters (SuS Schwichteler, 790)

3. Ingo Oppermann (Elite Archery Pro Staff Team E, 722)

Master weiblich

1. Gabi Menne-Zabel (Halsbeker SV, 571)

Junioren

1. Leon Schütz (BSC Erfstadt, 776)

Blankbogen

Herren

1. Richard Klesmann (BS Nürtingen, 638)

2. Peer-Thorsten Prues (SK Stelle, 596)

3. Christian Cordes (Bogenschützen Holtorf, 587)

4. Jens Liebich (BS Delmenhorst, 577)

5. Sascha Allhorn (BS Delmenhorst, 576)

Damen

1. Grit Hömke (SV Windesheim, 364)

Master männlich

1. Andreas Staszewski (Bogensport Nienhagen, 611)

2. Andreas John (Archers Green Club Celle, 603)

3. Patric Ziel (SV Mauloff, 594)

4. Jens Siebert (BS Delmenhorst, 568)

7. Detlev Pröhl (BS Delmenhorst, 524)

9. Peter Buchholz (BS Delmenhorst, 440)

Master weiblich

1. Monika Jentges (BS Delmenhorst, 595)

2. Ulrike Goertz (BoSGi Rhein-Wupper Langenfels, 550)

3. Cornelia Siebert (BS Delmenhorst, 493)

Kadetten

1. Philipp Witte (TSV Westerhausen, 417) MKE

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