Informationszentrum Stedingsehre

Der Schlüssel zum Glück

Ein Meilenstein für den Stedingsehre-Arbeitskreis: Lars Pallinger, Geschäftsführer der Inn-tegrativ GmbH, hat den Schlüssel für das Gebäude übergeben, das nun zu einem Informationszentrum ausgebaut werden soll.
17.10.2019, 16:41
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Der Schlüssel zum Glück
Von Jochen Brünner
Der Schlüssel zum Glück

Lars Pallinger, Geschäftsführer der INN-tegrativ GmbH, und Standortleiterin Perdita Engeler übergeben den symbolischen Schlüssel für das Haus, in dem das Informations- und Dokumentationszentrum Stedingsehre (IDZ) entstehen soll, an Bürgermeisterin Alice Gerken (Mitte) und Ersten Kreisrat Christian Wolf (rechts). Im Hintergrund freut sich Fördervereinsvorsitzender Dietmar Mietrach (2.v.r.), dass die Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnten.

INGO MöLLERS

Zur Feier des Tages hatten sich die Mitglieder des Arbeitskreises „Stedingsehre“ fast vollständig versammelt: Lars Pallinger, Geschäftsführer der Inn-tegrativ GmbH, die das Berufsförderungswerk in Bookholzberg betreibt, hat am Donnerstag offiziell den Schlüssel für das „Haus 21“ an Bürgermeisterin Alice Gerken übergeben. Nach mehrjährigem Vorlauf hat die Gemeinde das 144 Quadratmeter große Gebäude in diesem Sommer gekauft, damit der Arbeitskreis hier das lang ersehnte Informations- und Dokumentationszentrum (IDZ) Stedingsehre einrichten kann. Für die Mitglieder des Arbeitskreises war die Schlüsselübergabe insofern auch nicht nur ein symbolischer Akt, sondern ein Meilenstein in ihrer rund 15-jährigen Arbeit.

Trotzdem wanderte der Schlüssel am Donnerstag erst einmal in die Hosentasche von Bürgermeisterin Alice Gerken. Der Grund: Zwar sind sich alle Beteiligten einig über den Deal, allerdings ist der Kauf bislang noch nicht notariell beglaubigt. Dies sei aber eine reine Formsache und werde im November geschehen, versicherte Gerken. Trotzdem werde sie den Schlüssel erst dann an den Fördervereins-Vorsitzenden Dietmar Mietrach übergeben, wenn die entsprechende Tinte unter dem Dokument getrocknet sei.

„Alle Ampeln stehen auf Grün“, betonte auch Lars Pallinger beim Ortstermin. Erster Kreisrat Christian Wolf hob hervor, dass sämtliche politischen Beschlüsse auf Kreisebene einstimmig gefallen seien. „Wir haben immer die Wichtigkeit des IDZ betont, das ohne das große ehrenamtliche Engagement nicht so weit gediehen wäre“, erklärte Wolf.

Bis das IDZ eröffnet wird, wird aber noch mindestens ein Jahr ins Land gehen. Denn bevor die Mitglieder des Arbeitskreises dort ihre Exponate zeigen können, die sie im Laufe der Jahre zusammengetragen haben, muss das Gebäude erst einmal umfänglich saniert werden. Hierfür hat ein externer Gutachter Kosten in Höhe von 257 000 Euro ermittelt, sodass die Kaufsumme von 50 000 Euro (plus Nebenkosten) eher einen Sockelbetrag darstellt. Für die Sanierung hoffen die Verantwortlichen auf 100 000 Euro Zuschuss aus dem Leader-Programm der EU. Darüber hinaus werden sich die Gemeinde und der Landkreis die Kosten teilen, und auch der Förderverein steuert 25 000 Euro an Eigenmitteln zu.

Für die inhaltliche Ausgestaltung hat der Förderverein bereits einen Museumsplaner aus Bremen engagiert. „Am Anfang im Foyer soll etwa ein zehnminütiger Informationsfilm stehen“, verriet Mietrach vorab. Darüber hinaus solle das IDZ auch den Schulen als Lernort dienen. Während der Vorsitzende des Fördervereins eine Eröffnung des IDZ im Herbst 2020 für möglich hält, nannte Gerken dieses Ziel allein aufgrund der Regularien des Vergaberechts „sportlich“. Spätestens zum Museumstag im Frühjahr 2021 sollte es dann aber soweit sein.

Konkretisiert hatten sich die Verhandlungen um ein geeignetes Gebäude mit dem Beginn einer Workshop-Reihe 2016. Nachdem der Förderverein zunächst das Haus 11 gleich rechts hinter der ortsbildprägenden Brücke im Spieldorf favorisiert hatte, ist seit November 2017 klar, dass es das etwas abseits stehende Haus 21 werden würde. Aber auch um die Zukunft des unter Denkmalschutz stehenden Spieldorfs, dessen Gebäude das Berufsförderungswerk bekanntlich nicht mehr benötigt, machen sich die Verantwortlichen weiter intensive Gedanken.

„Das Spieldorf soll kein Geisterdorf werden, zurzeit sind wir aber noch auf der Suche nach einem schlüssigen Konzept“, erklärte Pallinger. Ein entscheidender Faktor dabei sei die Wirtschaftlichkeit: Der Inn-tegrativ-Geschäftsführer verweist auf den reinen Unterhaltungsaufwand in Höhe von 70 000 bis 100 000 Euro jährlich: Dieses Geld solle mindestens wieder eingespielt werden. Gleichzeitig gelte es aufgrund der besonderen Geschichte des Areals aber auch eine „verantwortungsvolle Nutzung“ zu entwickeln. Eine „Folklore-Nutzung“ sei ebenso wenig gewünscht wie ein „romantisierendes Projekt“. Möglich sei etwa ein Gründerzentrum, aber auch eine Wohnnutzung sei nicht völlig ausgeschlossen.

Weil es sich um einen so sensiblen Bereich handele, warb auch Christian Wolf dafür, „lieber einen Monat länger zu überlegen“. Pallinger erklärte, er hoffe, dass das Konzept 2020 einen großen Schritt voran kommen werde.

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