Fachklinik Stenum

Wie aus dem Zauberberg

Die Wurzeln der Klinik in Stenum sind bremisch. Angefangen hat alles mit der Tochter eines Bremer Kaufmanns, die sich in Stenum ansiedelte und ihren Besitz dort nach ihrem Tod für karitative Zwecke vermachte.
03.04.2021, 20:00
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Wie aus dem Zauberberg
Von Jürgen Hinrichs

Wer sich die Bilder von damals anschaut und weiß, um welche Krankheit es ging, denkt schnell an den Roman „Der Zauberberg“ von Thomas Mann: Patienten, die draußen liegen und sich der Luft und dem Licht hingeben. Sie leiden an Tuberkulose. Nur ist es nicht das vornehme Sanatorium in den Schweizer Alpen wie im Epos von Mann, sondern ein kleiner Flecken im Oldenburger Land, wo die Menschen Genesung suchen. Manchmal sind es Monate oder gar Jahre, die sie in der „Sonnenheilstätte Stenum“ verbringen, ganz so wie in dem Buch, wenn der Protagonist Hans Castorp die Zeit vergisst und in ihr verloren geht.

Angefangen hat alles vor mehr als 120 Jahren mit Hermine de Voß, der Tochter eines begüterten Bremer Großkaufmanns. Ein wenig kränklich suchte sie Ruhe und Erholung, am besten in einem Sommerhaus in waldreicher Umgebung - die Wahl fiel auf Stenum. Ihr Besitz dort sollte nach ihrem Tod für karitative Zwecke genutzt werden. Ein Wunsch, der in Erfüllung ging: In Zusammenarbeit mit Bremer Ärzten und der Bremer Diakonissenanstalt entstand 1926 die „Sonnenheilstätte Stenum“.

Behandelt wurde bis in die 1960er-Jahre hauptsächlich Tuberkulose. Nach und nach kam Chirurgie hinzu. Die „Sonnenheilstätte“ wurde zur Fachklinik für Orthopädie. 2004 wurde der neue OP-Trakt eingeweiht. Acht Jahre später taten sich grundlegende finanzielle Probleme auf, als Folge musste Insolvenz angemeldet werden. Drei Privatleute übernahmen die Klinik, mit Erfolg.

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