Energiesparen in Ganderkesee Licht aus ab Mitternacht

Um Energie zu sparen, will die Gemeinde Ganderkesee unte anderem die Straßenbeleuchtung einschränken. Öffentliche Gebäude werden nur noch auf maximal 19 Grad beheizt.
26.09.2022, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Licht aus ab Mitternacht
Von Jochen Brünner

In den Zeiten steigender Energiekosten machen sich natürlich auch die Verantwortlichen im Ganderkeseer Rathaus Gedanken darüber, wo sich Verbräuche von Strom und Gas reduzieren lassen. Bereits im Juli hat die Gemeinde eine Arbeitsgruppe gegründet, die regelmäßig tagt und bereits vor der Sommerpause erste Maßnahmen eingeleitet hat. Nun schlägt die Verwaltung weitere Sparmaßnahmen bei der Straßenbeleuchtung und in öffentlichen Gebäuden vor, die sie am Mittwoch, 28. September, um 18 Uhr im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Digitalisierung präsentieren wird.

Straßenbeleuchtung

Im Augenblick gelten für den Gemeindenorden und den Gemeindesüden unterschiedliche Zeiten: So bleiben die Straßen im Norden von 1 bis 4 Uhr dunkel (sonnabends und sonntags von 2 bis 5 Uhr), im Süden von 0.30 bis 4 Uhr (an den Wochenenden von 1.30 bis 5 Uhr). Um Energie zu sparen, sollen die Straßen künftig im gesamten Gemeindegebiet zwischen Mitternacht und 4 Uhr nicht beleuchtet werden, an den Wochenenden zwischen Mitternacht und 5 Uhr.

Außerdem sollen die Straßenlaternen von 21 Uhr bis Mitternacht sowie in den Morgenstunden bis 6.30 Uhr nur noch mit halber Kraft strahlen. Eine Ortsbegehung mit Vertretern des Kommunalservice Nordwest in der Fritz-Reuter-Straße habe ergeben, dass diese Lichtausbeute zu diesen Zeiten völlig ausreichend sei. Eine Pflicht, die öffentlichen Verkehrsflächen überhaupt zu beleuchten, bestehe nicht, betont die Verwaltung. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit einem Einsparungspotenzial von 35.750 Kilowattstunden, was bei einem kalkulierten Strompreis von 50 Cent pro Kilowattstunde eine 17.875 Euro weniger Kosten bedeuten würde. Allerdings sei die Umsetzung auch mit Investitionen in Höhe von 29.000 Euro verbunden, sodass sich die Maßnahme erst nach 1,6 Jahren amortisiere.

Öffentliche Gebäude

Schon zwei vom Bund erlassene Verordnungen, die inzwischen in Kraft getreten sind, enthalten erste kurz- und mittelfristige Maßnahmen zum Einsparen von Energie: So werden etwa viele Flure, in denen sich niemand aufhält, nicht mehr beheizt, in den Feuerwehrhäusern seien die Temperaturen (abgesehen von Aufenthalts- und Umkleideräumen) lediglich frostfrei zu halten. Weiterhin gilt es, Zwischentüren geschlossen zu halten. Im Rathaus werden somit nur die Büros und der Bereich des Bürgerbüros geheizt, der gesamte Lichthof sowie die Flure bleiben unbeheizt. In den Büros darf eine Raumtemperatur von 19 Grad nicht überschritten werden. Diese gilt auch in der Regio-VHS, der Gemeindebücherei und den drei Jugendzentren. Auch Sanitärbereiche werden grundsätzlich lediglich frostfrei gehalten. Ausgenommen von diesen Maßnahmen sind lediglich Schulen und Kindertagesstätten.

Werbeanlagen müssen von 22 bis 6 Uhr dunkel bleiben, auch Baudenkmäler oder andere öffentliche Gebäude sollen nicht mehr von außen angestrahlt werden. Ausgenommen sind kurzzeitige Beleuchtungen bei Veranstaltungen sowie allgemein jene, in denen die Beleuchtung der Verkehrssicherheit oder Gefahrenabwehr dient.

Weiterhin soll in allen öffentlichen, privaten und Firmengebäuden die Pflicht eingeführt werden, Heizungen auf ihren Optimierungsbedarf zu überprüfen. Insbesondere Eigentümer von Gebäuden mit Gasheizungen müssen in den nächsten zwei Jahren einen Heizungscheck durchführen. Für Gebäude ab 1000 Quadratmeter oder für Mehrfamilienhäuser ab sechs Wohneinheiten ist ein hydraulischer Abgleich zu veranlassen.
Dieses betrifft in der Gemeinde etwa das Rathaus, Feuerwehrhäuser und Schulen
sowie die größeren Kindertagesstätten.

Unter dem Strich bedeutet das insbesondere für den Fachdienst Gebäudeservice, aber auch für die örtlichen Hausmeister eine Menge Arbeit. So haben die Mitarbeiter bereits mit Vorarbeiten für die Optimierung von Heizungsanlagen begonnen. Grundsätzlich will die Verwaltung auf den Einsatz erneuerbarer Energien setzen und den Anteil von Photovoltaik sowie Luft-/Erdwärmepumpen in den eigenen Liegenschaften erhöhen.

Dabei möchte die Gemeinde die Vorgaben der Bundesverordnung noch übertreffen, etwa indem die Verwaltung ihre Mitarbeiter ermuntert, im Homeoffice zu arbeiten. Das Raumkonzept für das Rathaus werde gerade überarbeitet. Auch würden sämtliche Einrichtungen, Beschäftigte und Gebäudenutzer zu energiesparendem Verhalten aufgefordert.

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