Entlassungsfeier am Gymnasium Ganderkesee

Abiturienten bestreiten neue Wege

Mit den gewonnen Fähigkeiten während der Coronavirus-Pandemie in eine bessere Zukunft: Bei der Entlassungsfeier des Gymnasiums Ganderkesee haben die Redner den Schülern Mut für ihren weiteren Weg zugesprochen.
04.07.2021, 10:33
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek
Abiturienten bestreiten neue Wege

In die Sporthalle des Gymnasiums Ganderkesee war Freitag zur Entlassungsfeier der Abiturienten eingeladen worden.

INGO MÖLLERS

Ganderkesee. Die letzte Schultüre für den Abiturjahrgang 2021 des Gymnasiums Ganderkesee war der Notausgang. Die Sporthalle als Ort der Entlassungsfeier war zwar ungewöhnlich. "Aber das nehmen wir gerne in Kauf", sagte Schulleiterin Renate Richter mit Blick auf die Umstände am Freitagnachmittag.

Hygienekonzepte rund um die Coronavirus-Pandemie haben das gesamte Schuljahr geprägt und durften auch zu diesem Anlass nicht vernachlässigt werden: Abstände zwischen den Stühlen, Maskenpflicht für die Angehörigen, detailierte Vorschriften für den Ablauf der Zeugnisübergabe. "Das muss alles genau durchgeplant sein", merkte Richter an, als die ersten Gelächter angesichts ihrer ausführlichen Erläuterungen zu den Laufwegen durch das Publikum hallten.

Das gesamte Jahr sei für alle Beteiligten mit solchen Überlegungen und Berücksichtigungen verbunden gewesen. "Es war eine lange und schwierige Zeit", wusste auch die Schulleiterin, die sich nun über ein gutes Ende freute. Nicht nur, dass sie nun die Schüler aus ihrer Einrichtung verabschiedete. Auch auf dem Papier lieferte der Jahrgang mit einem Notendurchschnitt von 2,40 eine "tolle Gesamtleistung". Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 2,65 gelegen.

Angesichts der Zumutungen den Optimismus zu bewahren und sich auf das Abitur zu fokussieren, sei gewiss nicht einfach gewesen. Die Jugendlichen seien die "Verlierer der Pandemie". In einer Phase, in der sie viel ausprobieren sollten und wollten, hätten sie sich nicht einmal mehr treffen dürfen. Dennoch sprach Richter auch von einer beachtlichen Entwicklung unter diesen Umständen. Die Schüler seien selbstständiger, selbstbewusster und reflektierter geworden. Einzelinteressen hätten sie zurückgestellt, mit Einschränkungen gelebt und sich an die Regeln gehalten – aus Solidarität mit älteren Menschen und zu deren Schutz. "Sie haben einen großen Beitrag geleistet", hob Richter hervor.

Der erste Jahrgang mit wieder 13 Schuljahren und mit Homeschooling – "damit gehen wir in die Geschichtsbücher ein", sagte dann auch Abiturient Fabian Hüneke. Die gesamte Schule sei zuletzt als Gemeinschaft zusammenrückt, um die Pandemie zu meistern: "Der Unterricht war zuletzt unser einziger Treffpunkt." Mit Humor und einem guten Miteinander hätten auch die Lehrer in den Videokonferenzen eine gute Atmosphäre geschaffen und die Schüler letztlich erfolgreich begleitet. "Wir würden ohne die Unterstützung nicht hier stehen", bilanzierte auch Mitschülerin Gina Sperling die 13 aufregenden Schuljahr. Mit Aktivitäten wie Ski-Fahren, Abi-Feier oder Weihnachtsmarktbesuch habe es immer wieder – und auch während der Pandemie – immer wieder Momente zum Zurücklehnen gegeben.

Als Vertreterin für Landkreis und Gemeinde stellte auch Christel Zießler klar, dass die Schüler kein abgewertetes "Corona-Abitur" abgelegt hätten. "Sie mussten auf vieles verzichten", sagte sie in Richtung der Jugendlichen. Sie hätten sich in dem Jahr nur an wenig festhalten können und nun den Abschluss erreicht, auf dem sie aufbauen könnten. "Sucht euch die großen Herausforderungen eurer Generation", empfahl sie den Schülern und nannte als Beispiel die Lösung des Klimawandels, des Energieproblems oder sozialer Ungleichheiten. "Meine Generation ist noch zu sehr in alten Strukturen sozialisiert", merkte sie kritisch an. Die Jugendlichen seien dagegen noch flexibel genug.

Als erste große Etappe auf einer großen Reise wertete Katrin Keltsch, Vorsitzende des Schulelternrates, den Schulabschluss. "Ein Teil des Erfolges liegt auch bei den Eltern", sagte sie. Die Kinder immer zu bestärken, in ihrem Tun zu unterstützen und als guter Ratgeber zur Seite zu stehen, sei nicht mehr selbstverständlich. Auch die Schule habe an dieser Stelle viel Engagement gezeigt, lobte sie.

Den an der Schule gewonnen Blick fürs Detail und ein gesundes Maß an Wagemut wünschte Rainer Sievert, Vorsitzender des Freundeskreises, mit Verweis auf das Motto "CABIno Royale - Um jeden Punkt gepokert". Die Schüler hätten sich intensiv mit ihrem Umfeld und dem eigenen Wirken auseinandergesetzt: "Das sind oft Fähigkeiten, die sich als Vorteil erweisen."

Info

Die Abiturienten des Gymnasiums Ganderkesee 2021:

Mathis Asendorf, Nico Bandowski, Kevin Bethmann, Hannah Bielefeld, Jasper Biermann, Rune-Matthis Bosse, Sarah Bourji, Mika Braunholz, Gesa Bücking, Mathis Busch, Rieke Busch, David Castiglione, Miras Cengiz, Brendan Clary, Fynn Cordes, Linus Czech, Pia Drieling, Talke Dußler, Annabelle Eilers, Julius Engels, Lukas Timon Fiedler, Jonas Genzen, Alina Victoria Geronimus, Fabian Goedeke, Luca Goldammer, Hannah Sophie Grewing, Lisa Marie Grewing, Mick Günther, Janne Hafermann, Haakon Heinken, Celine Helmers, Eske Hoffmann, Naomi Holzgrebe, Melina Hoppe, Fabian Hüneke, Gianna Ide, Hannah Jablonowski, Viktor Käfer, Katharina Klobetanz, David Kloppenburg, Sophia Koch, Nils Kühn, Bayan Mattini, Annabelle Menard, Finja Meyer, Robert Magnus Mügge, Moritz Müller, Jared Nier, Julius Christian Niklaus, Nele Piper, Tom Piper, Lara Richert, Tim Riedel, Pascal Ripken, Marcel Rüdebusch, Katrin Schermer, Felix Schiller, Pia Ayleen Schleppe, Leonie Schüler, Timon Schütte, Megan Sparr, Gina Sperling, Ole Stolle, Johanna Struthoff, Finn Stüwe, Robin Tietjen, Ina Timmermann, Daniel Alexander Tönjes, Emily Ursula Ute Traudt, Jan-Peter Warmuth, Thorben Warrelmann, Marc-Philipp Woltjen, Leandra Ziencz

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