Ganderkeseer Jahresstatistik

Falkenburg ist Hochzeits-Hotspot

174 Hochzeiten in der Gemeinde Ganderkesee im Jahr 2018 bedeuten einen Höchstwert für die vergangenen zehn Jahre. Auch mehr Kirchenaustritte hat die Verwaltung registriert. Die Zahl der Geburten ist stabil.
08.01.2019, 16:15
Lesedauer: 3 Min
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Falkenburg ist Hochzeits-Hotspot
Von Jochen Brünner

Paare in der Gemeinde Ganderkesee haben 2018 so oft geheiratet wie seit zehn Jahren nicht mehr. 174 Trauungen verzeichnet die aktuelle Statistik des Standesamtes. 2017 waren es noch 151 Eheschließungen, 2016 sogar nur 129. „Damit scheint endgültig ein Trend gebrochen: Seit 2013 war ein Rückgang zu beobachten, doch nun ist das Niveau der Jahre davor nicht nur erreicht, sondern erstmals sogar übertroffen worden“, analysiert Gemeindesprecher Hauke Gruhn.

Hochzeiten und Scheidungen

Besonders gefragt war im abgelaufenen Jahr wieder das Heiraten in der Mühle „Lütje Anja“: 73 der 174 Ehen wurden dort geschlossen. Aber auch das alte Amtshaus in Falkenburg wird als Außenstelle des Standesamtes zunehmend beliebter: 40 Paare gaben sich dort das Ja-Wort. Mit 113 von 174 Ehen ist Falkenburg damit der unumstrittene „Hochzeits-Hotspot“ in der Gemeinde Ganderkesee.

Auch für auswärtige Paare war die Gemeinde Ganderkesee als Heiratsort attraktiv: Bei 40 Eheschließungen kamen sowohl Braut als auch Bräutigam von außerhalb – deutlich mehr als im Vorjahr (31). „Die Zahl der Hochzeitseinpendler war 2018 sogar erstmals seit 2012 wieder höher als die der Ganderkeseer, die auswärts geheiratet haben“, hat Gruhn analysiert. Drei Ehen wurden im Ausland geschlossen, 2017 waren es noch acht.

Das Gros der Frischvermählten kommt aber aus der Gemeinde: Bei 122 Ehepaaren hatten beide Partner ihren Wohnsitz in Ganderkesee. Trotzdem sank die „Einheimischen-Quote“ von 76 auf gut 70 Prozent. Bei 161 von 174 Hochzeiten hatten beide Partner die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei rund 62 Prozent der Trauungen war es für beide Partner das erste Ja-Wort. Zum Vergleich: 2016 waren es nur 54 Prozent. Im Gegensatz zu 2017 (zwei) wurden im abgelaufenen Jahr weder Lebenspartnerschaften eingetragen noch neue gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen. „Es wurden aber zwei Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt“, berichtet Gruhn. In puncto Namenswahl entschieden sich die Brautpaare mehrheitlich für die traditionelle Variante: 143 der 174 Paare (rund 82 Prozent) wählten den Familiennamen des Mannes. 2017 wurde diese Variante nur in 77 Prozent der Fälle gewählt, 2012 waren es 91 Prozent.

Auch die Zahl der Scheidungen ist 2018 leicht gestiegen: 53 Paare wurden geschieden, nach 49 im Vorjahr. Allerdings gab es in der jüngeren Vergangenheit auch schon oft deutlich mehr beurkundete Trennungen: 2013 gab es 77 Scheidungen, 2003 sogar 87.

Geburten

Die Zahl der Geburten erreichte zwar nicht das sehr hohe Niveau des Vorjahres, dennoch setzt sich der „kleine Babyboom“ fort. 242 Geburten wurden bislang für das Jahr 2018 gemeldet – weniger als im Vorjahr (278), aber deutlich mehr als etwa 2011 (195) und 2012 (215). „In den Jahren 2014 bis 2016 gab es auch jeweils rund 250 Geburten“, berichtet Gruhn. „Das scheint sich zurzeit in diesem Bereich einzupendeln.“ Und von den Geburtenzahlen der 1960er-Jahre ist die Gemeinde noch ein großes Stück entfernt. Bis etwa zum Jahr 2000 seien oft noch mehr als 300 Geburten verzeichnet worden.

Bei der Namenswahl liegt Ganderkesee voll im Trend: Wie auch bundesweit wurden in der Gantergemeinde am häufigsten die Vornamen Emma und Ben vergeben. Bei den Mädchen folgten Ella und „Vorjahressiegerin“ Mia. Gar nicht mehr gefragt war der Name Lina, der 2017 noch der zweitbeliebteste Mädchenname war. Bei den Jungen folgen mit Fiete, Jakob und Paul gleich drei Zweitplatzierte. Ach hier auffällig: Die Namen Henry, Louis und Max – im Vorjahr bei den Jungen noch ganz vorne – tauchen in der Statistik überhaupt nicht mehr auf.

Sterbefälle

Den 242 Geburten stehen 431 Sterbefälle gegenüber, ein höherer Wert als in den Vorjahren. „Diese Zahlen lassen sich zum Teil durch die demografische Entwicklung erklären. Eine Rolle spielt aber auch die Tatsache, dass Todesfälle im Hospiz in Falkenburg in der Gemeinde Ganderkesee beurkundet werden, auch wenn einige Verstorbene von auswärts stammen“, erläutert Gruhn.

Trotz des nach wie vor negativen Saldos von Geburten und Sterbefällen ist die Gesamtzahl der Einwohner auf nunmehr 31 627 (ohne Nebenwohnsitze) leicht gestiegen. Das hängt damit zusammen, dass es auch 2018 deutlich mehr Zuzüge als Wegzüge gegeben hat. Den 1543 Wegzügen standen laut Gruhn insgesamt 1843 Zuzüge gegenüber.

Kirchenaustritte

Einen kräftigen Aderlass mussten auch die örtlichen Kirchen hinnehmen. Mit 245 Kirchenaustritten lag die Zahl deutlich höher als 2017 (227). 2016 waren es nur 169, 2014 aber 253. Damit ist der Höchstwert von 274 Kirchenaustritten, den die Gemeinde 1994 registrierte, nicht mehr so weit entfernt. „Den niedrigsten Wert der vergangenen 20 Jahre gab es 2005 mit 112“, erklärt Gruhn. Die Gründe für die Kirchenaustritte fragt die Gemeinde allerdings nicht ab.

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