Freilichtbühne Bookholzberg „Positive Dynamik“ bei Infozentrum

Im künftigen Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg haben Mitte November die Sanierungsarbeiten begonnen. Bürgermeisterin Alice Gerken würde die Eröffnung des Museums gerne noch „im Amt“ erleben.
29.11.2020, 11:00
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„Positive Dynamik“ bei Infozentrum
Von Jochen Brünner

Mit der Einrüstung der Giebelseiten haben Mitte November die Umbau- und Sanierungsarbeiten für das seit Langem geplante Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg (IFB) begonnen, das bekanntlich im „Haus 21“ des Spieldorfs entstehen soll. Wie Gemeindesprecher Hauke Gruhn mitteilt, haben in dem über 80 Jahre alten Fachwerkbau inzwischen verschiedene Handwerker ihre Arbeit aufgenommen. Läuft alles nach Plan, soll das Gebäude im Sommer 2021 bezugsfertig sein.

Zurzeit werden die vorhandenen Gefache herausgenommen und zwischengelagert. „Das defekte Gefachholz im Ständerwerk wird vermessen, damit Ersatz hergestellt und eingebaut werden kann“, erläutert Ralf Dietrich vom Fachdienst Gebäudeservice, der die Baustelle betreut, die nächsten Schritte. Anschließend könne der Maurer auch die gelagerten Gefache wieder einsetzen. Zum Schutz der Holzböden im Innenbereich würden vorübergehend Hartfaserplatten angebracht. Sowohl innen als auch außen legen die Maler aktuell das Holz der Doppelfenster frei. Darüber hinaus entfernen die Handwerker Tapeten und bürsten das Ständerwerk ab, bevor es gereinigt und neu grundiert wird. Tischler bauen die Türzargen im Innenbereich, fertigen neue an und passen die Türblätter an oder erneuern diese.

Das Reetdach soll im Januar 2021 neu eingedeckt werden. „Voraussetzung ist jedoch eine trockene Witterung“, betont Dietrich. Bis dahin werde das vorhandene Dach gesichert und mit einer Plane abgedeckt. Im Zuge der Sanierung wird auch die komplette Elektrik erneuert. Ein neuer Hausanschluss wird hergestellt, und sämtliche Kabel werden neu verlegt. „Auch den Auftrag für die Fliesenlegearbeiten haben wir bereits erteilt“, berichtet Dietrich. Im kommenden Frühjahr stehen weitere Zimmer- und Malerarbeiten an. Auch die sanitären Einrichtungen müssen erneuert, der Blitzschutz installiert und die Inneneinrichtung montiert werden. Insgesamt hat die Gemeinde für die Sanierung Kosten in Höhe von rund 257 000 Euro veranschlagt. Das Amt für regionale Landesentwicklung Weser Ems hat für die Maßnahmen eine Förderung aus dem europäischen Leader-Programm in Höhe von 100 000 Euro bewilligt.

Nach jahrelangen Standortdiskussionen hatte die Gemeinde Ganderkesee das Haus 21 im vergangenen Jahr angekauft. Der Arbeitskreis „Stedingsehre“ sowie der Förderverein Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg stehen seit vielen Jahren in den Startlöchern, um zahlreiche Dokumente, die der Arbeitskreis zur Historie des Geländes zusammengetragen hat und die zurzeit noch in Abstellräumen oder auf Dachböden lagern, öffentlich zu präsentieren. Bereits seit mehreren Jahren sind die Aktiven dabei, das entsprechende Material zu archivieren. Auch einen rund zehnminütigen Film, der künftige Besucher auf das Thema einstimmt, haben die Initiatoren bereits produzieren lassen. Für die Innenausstattung und die Herrichtung als Museum stehen dem Förderverein weitere 86 000 Euro zur Verfügung.

Dietmar Mietrach, Vorsitzender des Fördervereins, freut sich über die „positive Dynamik“, die das Thema aktuell bekommen habe. Ein Fragezeichen stehe zurzeit noch hinter der Gestaltung der Außenanlagen. Erklärtes Ziel sei es, das IFB im Herbst 2021 zu eröffnen. „Bürgermeisterin Alice Gerken hat mir gesagt, dass sie die Eröffnung noch während ihrer Amtszeit erleben möchte“, berichtet Mietrach. Nun, da die Realisierung konkret werde, würden Arbeitskreis und Förderverein auch über das weitere Konzept beraten. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob das Informationszentrum dauerhaft ehrenamtlich betrieben werden oder ob mittelfristig eine Fachkraft, etwa ein Kurator, beschäftigt werden soll.

Angesiedelt ist das Gebäude am Rande des Spieldorfs, das die Nationalsozialisten ab Mitte der 1930er-Jahre als Ensemble für Propagandavorstellungen nutzten. Das IFB, das auf dem Gelände des heutigen Inn-tegrativ Berufsbildungswerks entsteht, soll über diese Zeit, aber auch über die Nutzung nach dem Zweiten Weltkrieg informieren.

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