Landschaftsbeauftragte in Ganderkesee Mit offenen Ohren und wachsamen Augen

Die beiden Landschaftsbeauftragten in Ganderkesee, Reiner Engels und Dirk Klusmann, sind Ansprechpartner für Bürger. Dass es diese Posten in der Gemeinde gibt, scheinen nicht alle Einwohner zu wissen.
24.01.2022, 15:38
Lesedauer: 3 Min
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Mit offenen Ohren und wachsamen Augen
Von Desiree Bertram

Den Zustand der Naturschutzgebiete zu kontrollieren oder recherchieren, welche Bäume eingetragen und geschützt sind – die Aufgaben der insgesamt zwölf Landschaftsbeauftragten im Landkreis Oldenburg sind vielfältig. Zwei von ihnen sind für die Gemeinde Ganderkesee zuständig: In den vergangenen sechs Jahren hat sich Reiner Engels um den Nordbereich rund um Schönemoor und Dirk Klusmann um den Südbereich bei Hoyerswege gekümmert. Die beiden sind bereit, diese ehrenamtlichen Tätigkeiten auch in den kommenden Jahren weiterzuführen. Die Bestellung dieser Funktionen steht im Ausschuss für Klimaschutz, Umweltschutz und Landwirtschaft am Mittwoch, 26. Januar, auf der Tagesordnung.

"Wir sind Ansprechpartner für die Bürger", erklärt Klusmann. Denn die Beauftragten wissen, welche Verwaltungsmitarbeiter der Gemeinde für welche Anliegen kontaktiert werden können. Am häufigsten würden sich Ganderkeseer wegen Müllproblemen an ihn wenden. Auch wenn Wege nicht mehr in Ordnung sind, helfe der frühere Landwirt als erste Anlaufstelle weiter, die richtigen Kontakte zu verständigen. "Der Hauptgrund unserer Arbeit ist der Naturschutz", fasst Klusmann zusammen.

Viele wissen nicht, dass es diese Position gibt

Die zwölf Landschaftsbeauftragten des Landkreises sind jeweils für ein festgelegtes Gebiet tätig. Dabei beobachten sie etwa Schutzgebiete und prüfen diese an Ort und Stelle auf Schäden, Veränderungen oder auch Fehlentwicklungen. "Wenn sich kein jüngerer für diese Arbeit findet, werde ich weiter machen", sagt Klusmann. Insgesamt melden sich allerdings kaum Menschen mit Anliegen bei ihm: "Viele wissen gar nicht, dass es diese Position gibt."

Anders sieht das bei Engels aus, der für den Bereich Ganderkesee-Nord betreut: "Ich habe mich zum Beispiel bei Orts- und Verkehrsvereinen vorgestellt, damit ich den Leuten bekannt bin." So könne er als Kontaktmensch zwischen Bürgern und Mitarbeitern des Kreises vermitteln: "Das dient auch zur Entlastung der Verwaltungsmitarbeiter." Denn wenn jemand genau weiß, wer bei einem bestimmten Anliegen helfen kann, sind weniger Telefonate notwendig und dem Bürger kann schneller geholfen werden, erklärt Engels.

Bäume an Ort und Stelle begutachten

Oft packt der Ganderkeseer aber auch selbst mit an: Zum Beispiel, wenn sich jemand meldet, der einen Baum fällen möchte. "Ich fahre selbst hin und schaue mir den Baum an", sagt der Landschaftsbeauftragte. An Ort und Stelle prüfe er, wieso die Pflanze weichen soll. "Meistens handelt es sich um abgängige Bäume", erklärt Engels. Das bedeutet, dass ein Baum über einen längeren Zeitraum abstirbt. Die Gründe dafür sind vielfältig – Krankheiten, Klima oder der normale Alterungsprozess können die Abgängigkeit verursachen. Zudem ist entscheidend, ob der Baum eingetragen oder geschützt ist. "Das prüfe ich beim Landkreis", sagt der Ehrenamtliche. Wenn er selbst solche Aufgaben erledigt, beschleunige dies den Vorgang.

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Darf der Baum gefällt werden, übernimmt das Engels ebenfalls oft selbst. Dafür hat er in seinem Beruf die nötigen Erfahrungen gesammelt. Denn einerseits arbeitet er für den Baubetrieb der Stadt Delmenhorst, andererseits ist er im Nebenerwerb in der Landwirtschaft tätig. Genau wie Klusmann berichtete, melden sich auch bei Engels  die meisten Einwohner wegen entdeckter Müllhaufen: "Ich melde diese dann beim Kreis und die schicken Mitarbeiter vom Bauhof." Seinen Einschätzungen nach nehmen Müllprobleme und ihre Ausmaße zu – oft handle es sich um große Massen an abgeladenem Müll.

Kontrollfahrten mit dem Rad

Radtouren durch Naturschutzgebiete nutzt der Landschaftsbeauftragte nicht nur um frische Luft zu schnappen. Bei seinen Fahrten kontrolliert Engels Umgebung: "Ich schaue regelmäßig, ob irgendetwas passiert ist." So entdecke er etwa Sturmschäden an Bäumen. Auch, ob sich der Zustand von Wegen in Ganderkesee-Nord verschlechtere, behält er im Auge. Passend dazu ist Engels ein Anruf eines Bürgers im Laufe der vergangenen Jahre besonders in Erinnerung geblieben: "Ich wurde angerufen, weil ein Weg in Neuenlande verschwunden war."

Als der Ganderkeseer sich die besagte Stelle angeschaute, stellte er fest, dass dieser Weg über mehrere Jahre zugewuchert ist: "Der Weg war tatsächlich weg." Da es sich um einen kleinen versteckteren Weg handelte, sei das erst spät aufgefallen. In den kommenden Jahren möchte Engels das Amt als Landschaftsbeauftragter weiter besetzen: "Ich bin liebend gerne jeden Tag draußen in der Natur – da macht man das doch gerne."

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