Gandekeseer Band Musik aus dem Lockdown

Viele Musiker nutzen die Corona-Monate, um neue Musik zu schreiben. So auch die Ganderkeseer Metal-Band „Rising Insane“.
26.01.2021, 14:57
Lesedauer: 3 Min
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Von Lina Wentzlaff

Der Lockdown lähmt die Kulturszene seit Monaten. Corona hat viele Bands dazu gezwungen, anders zu arbeiten als gewohnt. Die fünfköpfige Metalcore-Band „Rising Insane“ aus Ganderkesee und Umgebung macht schon seit der Bandgründung lautstark auf sich aufmerksam. Doch 2020 ließ keine öffentlichen Auftritte, keine Musik mit Publikum und vor allem keine Albumtour zu. Stattdessen sind die Jungs jetzt in ihrem Proberaum in Schierbrok und im Homestudio kreativ.

„Wir machen letzten Endes harte Musik mit Geschrei“, erklärt Gitarrist Sven Polizuk die Musik. Gegründet hat sich Rising Insane 2012 aus fünf Freunden. Ein Jahr später schied Gitarrist Helge Dannebaum aus der Band aus, Polizuk vervollständigte das Quintett. Kleinere Auftritte folgten. Das Debütalbum “Nation” ebnete Rising Insane den Weg zur Vorband von Szenegrößen wie Annisokay. Zwei Wochen tourten sie durch Deutschland und Österreich. 2019 folgte dann ihr zweites Album „Porcelain“.

Es wundert niemanden, dass die energiegeladene Band zu den aufstrebenden Größen in der deutschen Metalcore-Szene gehört. Eigentlich sollte 2020 für sie das Konzertjahr schlechthin werden. „Mit unserer ersten großen Headliner-Tour wollten wir unser neues Album feiern, doch dann kam die Pandemie dazwischen“, sagt Bassist Ulf Hedenkamp. Anfang des Jahres konnten sie noch ein paar normale Konzerte spielen – bis zum ersten Corona-Lockdown. „Normalerweise spielen wir auf rund 35 Konzerten im Jahr“, erzählt der Gitarrist.

Durch die kurzfristigen Beschlüsse während der Corona-Pandemie sei es kaum möglich, großartig die nächsten Wochen und Monate zu planen, erklären die Musiker. „Das macht das Leben als Band im Moment relativ anstrengend und zieht sich voll durchs Leben“, meint Polizuk. Deswegen seien sie froh, dass alle fünf Bandmitglieder noch einem geregelten Job nachgingen. „Vom Lockdown der Kulturszene sind andere viel mehr betroffen“, betont sein Bandkollege Hedenkamp. Und die fünf Musiker sind sich auch einig: „Die Maßnahmen, die gerade wegen der Pandemie getroffen werden, sind gut. So können wir hoffentlich irgendwann auch wieder Konzerte spielen.“

Trotz der Pandemie seien die Verbreitungszahlen ihrer Musik im vergangenen Jahr „bombastisch“ gewesen. „Wir haben überall sehr viel zugelegt, sei es bei der Musik-Plattform Spotify oder bei den sozialen Medien“, betont Hedenkamp. Das liegt wahrscheinlich auch an den vielen kreativen Ideen, die die Band umsetzt. „Wir haben sehr viel darüber nachgedacht, was musikalisch auch durch die schwierige Zeit hilft – uns selbst, aber auch den Fans“, betont die Band.

So nutzten sie bisher die Live-Zwangspause, um ein paar Songs mit ordentlichen Gitarrenklängen zu versehen und ein Cover-Album zu entwickeln. Neben einer Metal-Version des Dua Lipa-Songs „Physical“ coverten sie den Song „Maniac“ aus dem Film „Flashdance“ von 1983 sowie „Blinding Lights“ von The Weekend. Die extravaganten und lustigen Videos zu den Songs veröffentlichten sie in den sozialen Medien. „Und danach haben wir noch eine Akustikversion unseres Albums 'Porcelain' rausgebracht“, sagt Polizuk.

Da in der Anfangszeit von Rising Insane die Auftrittsorte in Ganderkesee und umzu an einer Hand abzuzählen waren, initiierte die Band kurz nach ihrer Gründung das „Springsane Festival“ im Huder Kulturhof. Einmal im Jahr pilgerten so Metal-Fans aus der Region nach Hude. „Durch die Vorbereitungen des Festivals haben wir mit der Zeit auch einen sehr guten Draht zu der Metal-Szene bekommen“, sagt Festivalinitiator und Bassist Hedenkamp. Und auch überregional erreichte das Festival eine große Bekanntheit.

Doch irgendwann war der Kulturhof zu klein für die ganzen Musikfans, sodass sich die Organisatoren einen neuen Veranstaltungsort suchen mussten. „Wir wollten eigentlich in Hude bleiben. Leider hat sich aber keine Alternative zum Kulturhof für die vielen Besucher gefunden“, sagt Polizuk.

Das „Springsane Festival“ soll in diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal im Oldenburger Musik-Club Amadeus steigen. „Das ist auch unser Haus- und Hofclub“, betont Hedenkamp. Aufgrund des ersten Lockdown musste die Musikveranstaltung im vergangenen Jahr allerdings ausfallen. Nun hoffen Rising Insane mit allen weiteren Bands auf eine Fortsetzung in diesem Jahr. „Aber ob das wirklich klappt, und ob vielleicht digitale Alternativen möglich sind, wissen wir noch nicht“, erklärt die Band. Fans der Metalcore-Band können sich aber trotzdem freuen: Die Musiker wollen sich bald an die Produktion ihres dritten Albums begeben.

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