Politiker aus Bookholzberg Trauer um Otto Sackmann

Die Ganderkeseer Politik trauert um Otto Sackmann. Der Ehrenratsherr und Gründer der Unabhängigen Wählergemeinschaft Ganderkesee (UWG) ist am Freitag im Alter von 78 Jahren gestorben.
07.12.2020, 14:53
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Trauer um Otto Sackmann
Von Jochen Brünner

Mehr als 25 Jahre Jahre lang hat Otto Sackmann nicht nur die Bookholzberger Politik, sondern die politischen Entscheidungen in der Gemeinde Ganderkesee maßgeblich mitgestaltet. Nach langer Krankheit ist der Ehrenratsherr und Gründer der Unabhängigen Wählergemeinschaft Ganderkesee (UWG) am vergangenen Freitag im Alter von 78 Jahren gestorben. Seine Rolle im Rat sah Sackmann vor allem als unbequeme Opposition: So stritt er mitunter auch allein auf weiter Flur für die Meinung einer Minderheit.

Bis er sein Mandat im Frühjahr des vergangenen Jahres niederlegte, hatte Sackmann insgesamt 28 Jahre dem Gemeinderat angehört. 1991 war er zunächst als Mitglied der CDU-Fraktion in den Gemeinderat gewählt worden. Nachdem er mehrfach gegen die Fraktionslinie gestimmt hatte, kehrte er der Partei den Rücken und gründete mit der ebenfalls fraktionslosen Hildegard Stiening sowie Thorsten Busch die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), deren prägendes Gesicht er fortan war. Bei der Kommunalwahl 2001 holte die UWG 4,9 Prozent der Stimmen, Sackmann zog als einziger UWG-Vertreter in den Rat ein. 2006 konnte die UWG mehr als 3,2 Prozent zulegen und galt als großer Wahlgewinner. Zudem wurde Sackmann in den Kreistag gewählt. Seine großen Themen in dieser Zeit waren etwa die Forderung einer Ortsumgehung für Bookholzberg, und auch in die Debatte um die Emissionen im Gewerbegebiet Handelsstraße, bei der Diskussion um die B 212neu und die damit verbundene Ortsumgehung Delmenhorst sowie bei der Rekultivierung der Bahndeponie in Bookholzberg brachte er sich intensiv ein. Eine mehrjährige Liaison mit den Freien Wählern endete nach der Kommunalwahl 2011 abrupt, als sich Sackmann und Arnold Hansen um den Posten des Fraktionsvorsitzes stritten. Fortan gingen die beiden Wählergemeinschaften wieder getrennte Wege.

„Sie waren zwar manchmal ein unbequemer Ansprechpartner, dabei aber stets fair“, hatte Bürgermeisterin Alice Gerken Sackmanns politisches Wirken bei dessen Verabschiedung im Februar 2019 skizziert. Er werde „als eines der politischen Gesichter aus Bookholzberg“ in Erinnerung bleiben. Ratsvorsitzender Gerd Brand nannte Sackmann damals „einen Allrounder, der sich immer für die Belange der Menschen eingesetzt“ habe.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+