Bürgermeisterwahl in Ganderkesee

Wellnessexperte für Wohlfühlpolitik

Als erste der im Ganderkeseer Gemeinderat vertretenen Parteien hat sich die FDP zu einem Bürgermeisterkandidaten bekannt: Die Liberalen werden den amtierenden Bäderchef Henry Peukert unterstützen.
06.10.2020, 16:54
Lesedauer: 3 Min
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Wellnessexperte für Wohlfühlpolitik
Von Jochen Brünner
Wellnessexperte für Wohlfühlpolitik

Die FDP steht hinter Henry Peukert: Fraktionschefin Marion Daniel, Ortsverbandsvorsitzende Marion Vosteen, Geschäftsführerin Maren Schwarting sowie Pressesprecher Karsten Scherschanski (v.l.) präsentierten am Dienstag ihren Kandidaten fürs Bürgermeisteramt.

Jochen Brünner

Einer muss den Anfang machen: Als erste der im Ganderkeseer Gemeinderat vertretenen Fraktionen hat sich am Dienstag die FDP aus der Deckung gewagt und verkündet, wen sie bei der Bürgermeisterwahl im Herbst 2021 unterstützen wird. Nachdem der Name Henry Peukert bereits in der vergangenen Woche durchgesickert war (wir berichteten), war es gleichwohl keine große Überraschung mehr, dass der Bäderchef der Wunschkandidat der Liberalen ist.

„Für uns war es sehr wichtig, einen parteilosen Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu nominieren, weil er freier in seinen Entscheidungen ist und besser Kompromisse finden kann“, betonte Fraktionsvorsitzende Marion Daniel. So habe sich die Parteilosigkeit in den vergangenen 16 Jahren aus ihrer Sicht bewährt: „Ganderkesee hat viel erreicht und steht gut da.“ In mehreren Gesprächen habe es auch Versuche gegeben, andere Fraktionen mit ins Boot zu holen, um Peukert als gemeinsamen Kandidaten zu präsentieren. „Aber das ist bis heute leider nicht gelungen“, bedauerte Daniel. Dies kann zweierlei bedeuten: Zum einen, dass den Ganderkeseern ein echter Wahlkampf mit zwei oder mehr Kandidaten ins Haus steht, zum anderen aber auch, dass die anderen Parteien lediglich ihren Meinungsbildungsprozess noch nicht abgeschlossen haben.

Auch Henry Peukert zeigte sich „glücklich, dass das Geheimnis jetzt gelüftet ist“. Die politische Arbeit habe ihn schon immer interessiert, für den Entschluss, sich um den Chefposten im Rathaus zu bewerben, habe es zwei Schlüsselsituationen gegeben: Zum einen sei er in seiner Zeit als Chef der Berliner Bäder immer auch dafür zuständig gewesen, die Belange in den politischen Gremien der einzelnen Stadtbezirke zu vertreten. „So habe ich im Sportausschuss des Berliner Senats um 60 Millionen Euro gekämpft“, nannte Peukert ein Beispiel. „Und was ich für große Projekte in der Bäderwelt geschafft habe, dass kann ich auch für die Gemeinde schaffen. Die Herangehensweise an Themen ist sehr ähnlich“, ist er überzeugt. Zweite Voraussetzung sei die frühzeitige Entscheidung der Amtsinhaberin Alice Gerken gewesen, sich nicht noch einmal zur Wahl zu stellen. Hätte sie sich entschlossen weiterzumachen – er wäre wohl nicht angetreten.

Dass die Liberalen mit Henry Peukert einen Wellnessexperten unterstützen, kommt nicht von ungefähr, denn sowohl für den Kandidaten als auch für die Partei steht das Thema „Wohlfühlen“ ganz oben auf der politischen Agenda: „Ich möchte die hohe Lebensqualität erhalten und die Rahmenbedingungen schaffen, dass sich die Menschen unserer familienfreundlichen Gemeinde wohlfühlen“, umschrieb der 59-Jährige sein Programm. Und auch Marion Daniel und Ortsverbandsvorsitzende Marion Vosteen sehen als Schwerpunktthemen für die kommenden Jahre die Familienpolitik, insbesondere die gute Ausstattung von Schulen, Kitas und Krippen, aber auch den Ausbau der Infrastruktur, der Straßen sowie das immer wichtiger werdende Thema Klimaschutz.

Peukert, der im westfälischen Rheda-Wiedenbrück geboren und in Delmenhorst aufgewachsen ist, lebt seit 25 Jahren im Ganderkeseer Ortsteil Schlutter. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und seit einem Jahr auch ein Enkelkind. Die Kandidatur habe er im Vorfeld intensiv mit seiner Familie besprochen, denn er sei sich bewusst, dass das Bürgermeisteramt ein Posten ist, der sehr viel Zeit vereinnahmt und den er mit „Kraft und Leidenschaft“ ausfüllen wolle. Erst einmal erwartet er aber ein „spannendes Jahr“, zumal der Wahlkampf in Zeiten der Pandemie stattfinde. Sohn Julien soll sich deshalb um Peukerts Präsenz in den sozialen Netzwerken kümmern. Dort werde er immer mal wieder zu aktuellen Themen Stellung nehmen. „Ich werde aber auch keine Gelegenheit auslassen, das Gespräch mit den Bürgern zu suchen“, will er seine Kandidatur keineswegs nur online voranbringen.

Die FDP-Mitgliederversammlung muss Peukert als Vorschlag von Vorstand und Fraktion zwar noch offiziell absegnen, was allerdings eine Formsache sein dürfte. „Das wollen wir auf jeden Fall noch in diesem Jahr über die Bühne bringen“, meinte Daniel. Die Listen mit den Kandidaten für den neuen Gemeinderat wollen die Liberalen dann bis zum Frühjahr aufstellen.

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