Kirchen in Ganderkesee Gottesdienste in der Friedhofskapelle

Aus Energiespargründen bleibt die St. Cyprian- und Corneliuskirche in Ganderkesee vom 16. Januar bis 31. März 2023 geschlossen. Die Gottesdienste finden in dieser Zeit in der Friedhofskapelle statt.
18.11.2022, 18:00
Lesedauer: 3 Min
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Gottesdienste in der Friedhofskapelle
Von Jochen Brünner

Die Frage, die gegenwärtig Kirchengemeinden landauf und landab beschäftigt, treibt natürlich auch die Ganderkeseer Pastoren um: Wie kann es angesichts deutlich gestiegener Strom- und Gaspreise gelingen, in den Gotteshäusern Energie zu sparen, ohne dass die Gottesdienstbesucher frieren müssen? Auch in den evangelischen Kirchengemeinden Ganderkesee und Schönemoor führt dieses Problem zu höchst unterschiedlichen Lösungen. Denn in jeder der vier evangelischen Kirchen in der Gemeinde gibt es eine andere Antwort.

St. Cyprian und Cornelius

Die St. Cyprian- und Corneliuskirche ist der größte Raum und hat somit auch den größten Energiebedarf. Für die Gottesdienste bis Mitte Januar wird die Temperatur von bislang 17 auf 15 Grad heruntergeregelt. Die beiden Pastorinnen Irene Schlawin und Uta Brahms empfehlen Gottesdienstbesuchern, sich entsprechend wärmer anzuziehen. Darüber hinaus hat die Kirchengemeinde Decken angeschafft, in die sich die Gläubigen bei Bedarf hüllen können. "Wir haben im Vorfeld sechs bis sieben Decken getestet und uns dann für das Modell entschieden, das uns am geeignetsten erschien", berichtet Irene Schlawin.

Vom 16. Januar bis 31. März 2023 bleibt die große Kirche dann komplett geschlossen. Sämtliche Gottesdienste in dieser Zeit finden in der Kapelle des Friedhofs an der Urneburger Straße statt. "Das war in den 1980er-Jahren schon einmal für zweieinhalb Jahre so, als die Kirche renoviert wurde. Die Älteren werden sich noch daran erinnern", sagt Schlawin. In dieser Zeit werde die Temperatur in der Kirche so niedrig gehalten wie möglich, die Rede ist von fünf bis acht Grad. "Das hängt ein bisschen von der Orgel ab", sagt die Pastorin. "Das Instrument kann zwar Kälte ab, mag es aber weder zu feucht noch zu trocken." Außerdem gelte es, einen Temperatursturz zu vermeiden. Stattdessen müssten die Gradzahlen langsam abgesenkt werden. Die Rückkehr nach St. Cyprian planen die Pastorinnen an Palmsonntag, also dem ersten Sonntag im April.

Auferstehungskirche Bookholzberg

In der Auferstehungskirche in Bookholzberg wird die Raumtemperatur im Advent von 20 auf 17 Grad sinken. Vom 15. Januar bis 26. Februar 2023 finden die Gottesdienste im benachbarten Gemeindehaus statt. Im März plant Pfarrer Hannes Koch dann, in die Kirche zurückzukehren. Außerdem werde das Gotteshaus ab sofort nachts nicht mehr angestrahlt.

St. Katharinen in Schönemoor

Der Verzicht auf die nächtliche Beleuchtung gilt auch in der St.-Katharinen-Kirche in Schönemoor. "Ansonsten aber bleibt die Kirche bei den Gottesdiensten im Dezember so warm wie immer", erklärt Pastor Johann Philipp Nicolaus. Und das Kirchgeld werde für Energiesparprojekte genutzt.

Timotheus-Haus Stenum

Mit konstant 19 Grad wird es im Timotheus-Haus in Stenum vergleichsweise warm bleiben. Gegebenenfalls könne der Saal für die weniger stark besuchten Gottesdienste auch verkleinert werden, erklärt Pastorin Julia Klein. Auch hier ist das Kirchgeld, das die Gemeinde im Advent einnimmt, für energetische Zwecke bestimmt. So sollen damit etwa die großen Fensterfronten zum Trendelbuscher Weg saniert werden.

Auch im evangelischen Gemeindehaus heizt man inzwischen deutlich bewusster. "Die Heizkörper liefen teilweise den ganzen Sommer über, auch frühmorgens oder sonntagsabends, wenn niemand da war", sagt Schlawin. Das gebe es inzwischen nicht mehr. Man behalte den Strom- und Gasverbrauch inzwischen monatlich im Blick. Aus Energiespargründen würden in der Adventszeit auch keine Lichterbögen mehr in die Fenster gestellt. Die "alten Energiefresser" (Schlawin) sollen stattdessen durch Kerzen ersetzt werden. Eine Mitarbeiterin sei ausdrücklich mit der Aufgabe betraut worden, sich darum zu kümmern, dass die Kerzen nach Feierabend auch tatsächlich alle aus sind.

Die Gruppen, die sich im Gemeindehaus treffen, sind aufgerufen, die Türen zu schließen und das Licht auszuschalten, wenn sie den Raum verlassen. "Die Konfirmanden sind da einigermaßen abgehärtet. Wem zu kalt ist, der behält eben die Jacke an", erklärt Pastorin Uta Brahms. Beleuchtete Tannenbäume werde es in den Weihnachtsgottesdiensten aber auch weiterhin in allen vier Kirchen geben.

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