Verwaltung lockert Corona-Beschränkungen

Rathaustüren ab Mittwoch wieder offen

Wer etwas im Ganderkeseer Rathaus zu erledigen hat und noch nicht dran ist, muss ab Mittwoch nicht mehr vor der Tür warten. Eine vorherige Terminvereinbarung ist aber nach wie vor notwendig.
17.09.2020, 16:40
Lesedauer: 3 Min
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Rathaustüren ab Mittwoch wieder offen
Von Jochen Brünner

Da sich die Infektionszahlen in der Gemeinde Ganderkesee konstant auf einem sehr niedrigen Niveau befinden, hat die Verwaltung beschlossen, die Türen des Haupteingangs ab Mittwoch, 23. September, wieder für Besucher zu öffnen. „Bürger können ihre Anliegen dann direkt am Informationstresen im Bürgerbüro vortragen und müssen nicht mehr vor den Türen warten“, teilt Meike Saalfeld aus der Verwaltung mit.

Allerdings halten die Verantwortlichen weiterhin daran fest, Angelegenheiten nur nach vorheriger Terminvereinbarung zu regeln. „Der Schutz unserer Bürger vor einer Infektion mit dem Coronavirus hat oberste Priorität“, stellt Bürgermeisterin Alice Gerken fest. Dazu gehöre insbesondere die Einhaltung der Abstandsvorschriften. Gerade in den Wartebereichen sei es unabdingbar, jederzeit die nötigen Abstände zu wahren. Das könne nur gelingen, wenn die Besucherzahl gesteuert werde.

Durch die vorherige Terminabsprache könne die Zahl der Besucher gut über den Tag verteilt und ein erhöhter Andrang zu bestimmten Tageszeiten, der lange Wartezeiten für eine große Zahl von Besuchern bedeuten würde, vermieden werden. „Durch die Terminvereinbarungen können auch ansonsten publikumsschwache Tageszeiten genutzt werden“, nennt Gerken einen weiteren Vorteil. Insgesamt sei festzustellen, dass die durchschnittlichen Wartezeiten in Stoßzeiten im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit durch die Terminvereinbarungen deutlich verkürzt werden konnten – auch wenn sich kleinere Staus nicht völlig vermeiden ließen. Eine Mund- und Nasenbedeckung ist nach wie vor Pflicht, und der Besuch im Rathaus wird auch weiterhin dokumentiert.

Auch wenn sich viele Bürger mit den Corona-Einschränkungen arrangiert haben, gab es doch auch Klagen darüber, dass die Verwaltung telefonisch nur schwer erreichbar sei oder Besucher trotz Termin länger warten mussten. Wenn die Mitarbeiter des Bürgerbüros Anrufe, die über die zentralen Rufnummern 0 42 22 / 440 oder 0 42 22 / 44 300 eingehen, nicht selbst entgegennehmen können, werden diese an ein Servicecenter in Oldenburg weitergeleitet, das dann die jeweiligen Ansprechpartner vermittelt. Zu bestimmten Tageszeiten sei allerdings ein sehr hohes Aufkommen an Telefongesprächen feststellbar, weshalb es dann zu längeren Wartezeiten kommen könne. Grundsätzlich hat die Verwaltung entschieden, Termine innerhalb der nächsten zwei Wochen zu vergeben. „Insbesondere für Dienstleistungen wie die Beantragung von Ausweisen, Reisepässen und die Kfz-Zulassung sind inzwischen eine Reihe von Programmen und Netzwerkverbindungen zu anderen Behörden mit den entsprechenden Lizenzen erforderlich. Die Anzahl dieser Lizenzen ist aber begrenzt, sodass auch nur eine bestimmte Anzahl von Terminen vergeben werden kann, um akzeptable Wartezeiten zu erreichen“, heißt es aus dem Rathaus. Trotzdem lohne es immer wieder, telefonisch nachzufragen, da nicht mehr benötigte Termine freigeschaltet und neu vergeben werden.

Um möglichst viele Termine anbieten zu können, habe man diese eng getaktet. So komme es mitunter zu Wartezeiten, wenn sich beim vorherigen Termin ein längerer Arbeitsbedarf ergeben habe. Außerdem berichtet die Verwaltung etwa über Netzwerkstörungen zum Kraftfahrtbundesamt. So habe in der vergangenen Woche ein ganztägiges Problem im Rechenzentrum den Zugriff auf Programme und Daten verhindert. Die Folge war, dass die meisten Termine verschoben werden mussten und nun nachgeholt werden. Gerade im Bereich der Kfz-Zulassung hofft die Verwaltung aber auf Entspannung, wenn drei weitere Mitarbeiterinnen entsprechend geschult seien. Gegenwärtig würden diese aber noch auf ihre Schulungstermine warten.

Das beschriebene Anmeldeverfahren gilt für alle Angelegenheiten, die im Bürgerbüro bearbeitet werden. „Für alle Angelegenheiten, die den Fachdienst Soziale Hilfen betreffen, hat es sich sehr gut eingespielt, dass die Bürger ihre Anliegen telefonisch, per E-Mail oder auf dem Postweg erledigen. Daran möchten wir so auch weiter festhalten“, erklärt Gerken. Sollte doch das persönliche Gespräch oder ein Beratungstermin nötig sein, so können die Bürger sich hierfür direkt mit Marcel Poppe, Telefon 0 42 22 / 44 500 oder E-Mail soziales@ganderkesee.de, als ersten Ansprechpartner für alle Angelegenheiten im Fachdienst Soziale Hilfen in Verbindung setzen. Sollte die Zahl der Infektionen ansteigen, ist eine erneute Änderung der Zugangsregelung möglich, um die Arbeitsfähigkeit der Gemeindeverwaltung aufrechtzuerhalten.

Seit Beginn der Corona-Pandemie waren die Eingangstüren des Rathauses für Spontanbesuche geschlossen. Nach vorheriger Terminvereinbarung wurden die Bürger jeweils einzeln eingelassen, ein Verfahren, das in allen Gemeinden im Landkreis Oldenburg Anwendung fand. In der Gemeinde Ganderkesee wurden von Beginn der Pandemie an aber alle Dienstleistungen, insbesondere auch die Kfz-Zulassung, angeboten.

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