Handball-Landesklasse

Positiver Abschluss bleibt aus

Die TS Hoykenkamp hat nach dem Saisonabbruch den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga verpasst. Die Umstände sind bitter, schließlich war das Ziel noch zu erreichen.
14.04.2020, 18:13
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Positiver Abschluss bleibt aus
Von Justus Seebade

Das Ziel war eindeutig formuliert. Nachdem die Handballer der TS Hoykenkamp zweimal in Folge abgestiegen und dadurch von der Verbandsliga in die Landesklasse gerutscht waren, sollte es in dieser Saison wieder bergauf gehen. Lutz Matthiesen und sein Team hatten sich vorgenommen, den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga zu schaffen. Seit vergangener Woche steht fest, dass die Hoykenkamper ihr Vorhaben nicht realisiert haben. Da der Handball-Verband Niedersachsen die Saison abgebrochen hat, bilden die aktuellen Klassements zugleich die Abschlusstabellen. Und in jener der Landesklasse Weser-Ems Nord ist die Turnerschaft auf dem dritten Platz geführt. Aufstieg ade, heißt es also.

Für die Mannschaft aus der Gemeinde Ganderkesee ist das vorzeitige Saisonende jedoch nicht nur aufgrund des verpassten Saisonziels besonders bitter. Hinzu kommt, dass sie dieses durchaus noch hätte erreichen können, wäre die Spielzeit fortgesetzt worden. Lediglich zwei Punkte beträgt der Rückstand der TSH (26:8) auf den Meister HSG Neuenburg/Bockhorn (28:6). Fünf Spieltage waren ursprünglich noch angesetzt. Pikant ist dabei, dass die Hoykenkamper noch sowohl auf Neuenburg/Bockhorn als auch auf den Zweiten Elsflether TB II getroffen wären. Das Rennen um den Aufstieg war somit noch absolut offen. „Corona hat uns einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht“, meint Lutz Matthiesen. Der scheidende Coach und seine Schützlinge hatten darauf gesetzt, in den Spitzenspielen die Tabellenführung zurückzuerobern, „zumal alle wieder an Bord waren“, wie Matthiesen berichtet. Auch Top-Torjäger Sebastian Rabe, der in elf Partien 114 Treffer und damit ligaweit die zweitmeisten erzielte, stand nach seiner verletzungsbedingten Pause wieder zur Verfügung.

Doch alle Theorie nützt nichts, die Hoykenkamper müssen nun mit dem Saisonabbruch leben. „Mit dem nötigen Abstand muss man sagen, dass es die richtige Entscheidung ist“, sagt Matthiesen. Allerdings hätte er persönlich eine andere Grundlage für die Wertung der Spielzeit bevorzugt – nämlich nur die Ergebnisse aller Paarungen, die es in der Saison bereits zweimal gab, bei denen Hin- und Rückrunde de facto schon absolviert wurden.

Mit Blick auf das enttäuschende Saisonende weist Matthiesen aber auch darauf hin, dass sein Team „nicht umsonst“ Dritter wurde. In der einen oder anderen Partie hätten seine Schützlinge Punkte liegen lassen. Matthiesen denkt dabei vor allem an das Heimspiel gegen die TSG Hatten-Sandkrug II, das Hoykenkamp durch zwei Siebenmeter unmittelbar vor Schluss mit 28:29 verlor. „Das tat schon weh. Das war die ärgerlichste Niederlage der gesamten Saison. Ich glaube, das hat uns auch das Genick gebrochen“, meint Matthiesen. Schmerzhaft war zudem die Derbyniederlage gegen die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg II im Februar. Die 24:28-Pleite war das drittletzte Spiel der Saison. Anschließend siegte die Turnerschaft noch zweimal.

Letztlich habe auch das Verletzungspech eine Rolle gespielt, meint Matthiesen. Der Kader sei ohnehin schon schmal gewesen. „Dann kamen persönliche Schicksale dazu“, sagt er und verweist etwa auf den langfristigen Ausfall von Leistungsträger Hergen Schwarting. Teilweise seien fünf Stammspieler ausgefallen. „Das kriegt man nicht kompensiert“, bemerkt Matthiesen, der insgesamt trotz allem einige positive Entwicklungen beobachtet hat. So sei Christoph Müller-Hill für ihn der Spieler der Saison. „Was Spielintelligenz und kaltschnäuzigen Abschluss angeht, hat er das sehr gut gemacht“, lobt Matthiesen. Auch die Weiterentwicklung von Hannes Ahrens hebt er hervor.

Matthiesens Zeit in Hoykenkamp endet nun dennoch nicht mit dem erhofften Erfolgserlebnis. „Es ist ein bisschen schade für alle Beteiligten. Die 1. Herren ist nach wie vor ein Aushängeschild“, sagt der Coach, der zur kommenden Saison zum TvdH Oldenburg zurückkehrt. Dort übernimmt er die zweite Mannschaft, die in der Landesliga aufläuft. In Hoykenkamp fungiert bekanntlich künftig Andre Haake als Spielertrainer. Zudem verstärken unter anderem Ole Goyert und Stefan Timmermann, die beide von der HSG Delmenhorst kommen, das Team. Matthiesen ist davon überzeugt, dass die Hoykenkamper am Ende der nächsten Saison den Aufstieg feiern dürfen. „Dann wird es klappen“, sagt er.

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