Gesellschaft der Freunde des Hasbruch

"Auf einem Bein kann man schlecht stehen"

Die Streuobstwiese in Vielstedt macht die Aktivitäten der Freunde des Hasbruch etwas "hude-lastig". Jetzt wünscht sich der Verein eine ähnliche Fläche auf Ganderkeseer Gebiet und sucht ein Grundstück.
24.09.2021, 11:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Jochen Brünner

"Auf einem Bein kann man schlecht stehen", denken sich die Verantwortlichen der Gesellschaft der Freunde des Hasbruch bereits seit Längerem. Schon seit vielen Jahren bewirtschaftet der Verein auf der Westseite des Waldes in Vielstedt eine Streuobstwiese mit einer extensiven Schafbeweidung, um Insekten, Wildkräutern und Vogelarten des Waldrands eine Heimat zu geben. Außerdem dient die Wiese in vielfältiger Weise auch der Umweltbildung. Das Problem jedoch: "Auf der Ganderkeseer Seite des Waldes verfügen wir über keine vergleichbare Fläche, was die Aktivitäten des Vereins etwas hude-lastig macht", wie Heiko Ackermann, Vorsitzender der Hasbruch-Freunde, erklärt.

Das soll sich nun ändern: "Wir suchen dringend auf der Ostseite des Hasbruchs ein ähnliches Grundstück, um auch hier eine Streuobstwiese anzulegen", sagt Ackermann. "Geeignet wäre eine Fläche von etwa einem halben bis einem Hektar Größe, die wir zum Kauf oder zur langfristigen Pacht mit dem Ziel der Aufwertung als Heimat für Trauerschnäpper und Strauchschrecke übernehmen wollen." Ziel sei, auch für die Ganderkeseer Mitglieder einen gut zu erreichenden Anlaufpunkt für zusätzliche Aktivitäten zu schaffen.

Die Idee einer Streuobstwiese zwischen Habbrügge und Hohenböken entstand, da den Vereinsvorstand Anfragen zur finanziellen Unterstützung der aktiven Umweltbildung und zur Naturerhaltung erreichten. „Falls es tatsächlich Grundstücksangebote geben sollte, sind allerdings noch deutlich mehr Spendenzusagen erforderlich, da unser Verein aus eigener Kraft im Wesentlichen das Organisatorische und die Arbeitsleistung erbringen kann", ergänzt Schatzmeister Helmut Kühling. Dem Arbeitsteam würden aktuell fast 20 Aktive angehören, und auch die Hasbruchtage mit jeweils über 40 Helfern ließen erwarten, dass der Verein einem solchen Projekt gewachsen sei.

Die Fläche könnte dann ähnlich gestaltet werden wie die in Vielstedt. Dort verfügen die Hasbruch-Freunde über eine nährstoffarm gestaltete Wildblumenwiese mit einem im Fachwerkstil errichteten Wildbienenstand. Zudem sind die umgebenden Wälle mit heimischen Sträuchern bepflanzt, die besonders sonnenliebenden Arten eine Heimat geben. "Neben der Demonstration einer naturnahen Grünlandbewirtschaftung dient die Wiese aber vor allem als Anlaufpunkt für zahlreiche Aktivitäten des Vereins", betont Ackermann. So fände dort neben dem jährlichen Apfelfest auch die Jugendarbeit des Hasbruch-Vereins statt. Die Kooperation mit der THW-Jugend und der Huder Peter-Ustinov-Schule wurde bereits zweimal mit dem Naturschutzpreis der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg ausgezeichnet. Ebenso starten dort die Aktionen des Vereins im Rahmen der Ferienprogramme in Hude und Ganderkesee sowie viele weitere Informationsangebote für die Vereinsmitglieder. "Insofern ist die Wiese mit ihrer extensiven Schafbeweidung, Insektenwand und Blühwiese nicht nur ein artenreiches Stück Natur, sondern dient in vielfältiger Weise auch der Umweltbildung", erläutert Ackermann.

Nicht zuletzt haben die Mitglieder des Vereins dort erst kürzlich einen Schafunterstand errichtet, den sie in Abstimmung mit Schäfer Philipp Krämer geplant haben. Neben dem von den Landesforsten zur Verfügung gestellten Douglasienholz konnte das Arbeitsteam beim Abriss einer alten Hofstelle in Delmenhorst Hohlpfannen ergattern, die anschließend mangels geeignetem Hochdruckreiniger in einer Autowaschanlage aufbereitet wurden. Inzwischen sind auch die letzten Pflasterarbeiten erledigt und ein Tor eingebaut. „Dass wir für die Mitarbeit trotz der einzuhaltenden Corona-Regeln fast 20 Vereinsmitglieder für die Mitarbeit gewinnen konnten, zeigt, dass die Arbeit in der Natur etwas ist, wofür sich viele Vereinsmitglieder nach wie vor gerne einsetzen“, freut sich Projektleiter Rolf Bielefeld.

Mit der Bergedorferin Mareike Garms sowie dem Huder Philipp Krämer haben die Hasbruch-Freunde jetzt zudem zwei Experten gewinnen können, die den Verein in Fragen der Umweltbildung und der extensiven Grünlandnutzung unterstützen. "Sie haben kein offizielles Amt, sind aber absolute Fachleute auf ihren Gebieten und können uns enorm voranbringen", kommentiert Ackermann.

Zur Sache

Mitgliederzahlen gestiegen

Die Corona-Pandemie hatte dem Hasbruch im vergangenen Jahr einen für den Wald nicht unproblematischen Besucherandrang beschert. Deshalb waren die Hasbruch-Freunde mit Infoständen präsent, um die Ausflügler über die geltenden Regeln aufzuklären. Ein Engagement, dass  sich nun sogar in gestiegenen Mitgliederzahlen niederschlägt. "Gegenwärtig haben wir 270 Mitglieder, darunter auch einige Waldbesucher, die unsere Arbeit auf diese Weise unterstützen möchten", berichtet Ackermann.

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