Nahversorgung in Bookholzberg

Bargup-Markt in den Köpfen weiter präsent

Auch wenn die Ansiedlung eines Supermarktes im Neubaugebiet Bargup bislang aus verschiedensten Gründen scheiterte, lebt die Idee in den Köpfen der Anwohner weiter. Und jetzt gibt es eine neue Idee.
03.05.2021, 11:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Alexandra Wolff
Bargup-Markt in den Köpfen weiter präsent

Vertreter von SPD und Grünen sowie Anwohner trafen sich jetzt mit Bürgermeisterkandidat Udo Heinen (3. von rechts) im Neubaugebiet Bargup. Thema war einmal mehr die Ansiedlung eines Nahversorgers in diesem Gebiet.

Alexandra Wolff

Die Idee eines Supermarktes im Neubaugebiet Bargup in Bookholzberg lebt zumindest in den Köpfen der Anwohner weiter. Davon überzeugte sich kürzlich Udo Heinen, Bürgermeisterkandidat von SPD und Grünen, als er sich vor Ort mit Vertretern der Politik sowie Anwohnern traf. Zur Erinnerung: Bei der Aufstellung des Bebauungsplans hatte der Gemeinderat gegen die Auffassung mehrerer Gutachter entschieden, einen Teil der Fläche als Mischgebiet auszuweisen. So dürfen hier nicht nur viele Wohnhäuser stehen, sondern auch ein Einkaufsladen könnte auf der Wiese direkt an der Nutzhorner Straße entstehen.

Einen solchen Markt wünschen sich insbesondere die Bürger von Bookholzberg-Unten schon lange. Bereits im März 2017 hatten Anwohnerin Eva-Marie Gallas und SPD-Ratsherr Marcel Dönike gemeinsam mit mehreren Mitstreitern 477 Unterschriften dafür gesammelt. Wie dringend der Bedarf ist, fällt Dönike immer wieder auf, wie er jetzt bekräftigte: „Die Leute sprechen mich an und fragen, was denn jetzt mit dem Discounter ist“, erzählte er. Selbst den Bauarbeitern sei aufgefallen, dass sie allein für einen Kaffee drei Kilometer Weg auf sich nehmen müssen. Eine Strecke, die zwar mit dem Fahrrad und zur Not auch zu Fuß zu bewältigen sei, aber dennoch würden sich viele Bookholzberger dafür entscheiden, zum Einkaufen das Auto zu benutzen. Ein Grund dafür: Die plattdeutsche Bezichnung Bargup steht nicht zufällig für das Wort „bergauf“.

„Es ist also nicht nur gut für die Bewohner, wenn sie eine Einkaufsmöglichkeit haben, die noch näher ist, sondern auch für die Umwelt wäre das gut“, nennt Gallas Gründe für ihr Engagement. „Damals haben vor allem Ältere unterschrieben, weil sie wissen, dass sie vielleicht nicht immer so mobil bleiben können. Aber auch für die jungen Familien, die jetzt hier in das Neubaugebiet einziehen, ist ein Geschäft in der Nähe von Vorteil. So können sie auch mal ihre Kinder zum Einkaufen schicken und sie so zur Selbstständigkeit erziehen.“ Sie schlug vor, im Neubaugebiet bald eine weitere Unterschriftenaktion zu veranlassen, weil dort viele junge Familien eingezogen seien. Dönike bestätigte den Erfolg der damaligen Unterschriftenliste: „Jeder, den ich gefragt habe, hat unterschrieben. Bis auf einen. Aber der wollte das ganze Neubaugebiet wegen des Baulärms nicht.“ Vorher sei dort ein Feld gewesen, an das sich Dönike noch gut erinnern kann: „Ich habe hier als Kind gerne gespielt.“

Bei der Diskussion um die Supermarktansiedlung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens hatte es heftigen Widerstand von Einzelhändlern aus der Umgebung gegeben. Insbesondere der Schierbroker Kaufmann Otto Boekhoff befürchtete damals, Kundschaft zu verlieren. Mehrere Gutachten gaben ihm recht und bestätigten, dass damit zu rechnen sei, dass ein neuer Nahversorger viel Kaufkraft aus anderen Geschäften in Bookholzberg und Umgebung abziehen würde.

Zu dieser Zeit hatte auch ein Discounter Interesse an einer Ansiedlung gezeigt und positive Signale gesendet. Dass diese Filiale bis zum heutgien Tag nicht gebaut worden ist, lag schließlich daran, dass die Supermarktkette aus unternehmensinternen Gründen von dem Vorhaben zurücktrat. „Discounter haben sehr strenge Vorgaben, wo und unter welchen Bedingungen sie eine Filiale eröffnen dürfen“, erklärte SPD-Ratsfrau Marina Münstermann. „Die brauchen zum Beispiel auch eine bestimmte Einwohnerzahl.“

Anwohner Wolfgang Barkemeyer befürchtet nun, dass auch die Fläche, auf dem der Nahversorger vorgesehen ist, bebaut wird. „Das ist jetzt die letzte Möglichkeit. Wenn das Neubaugebiet hier vollständig bebaut ist, wo soll dann ein Laden hin?“, fragt er. Deswegen kam die Idee auf, keinen Konzern, sondern vielleicht Landwirte vor Ort sowie regionale Anbieter anzusprechen, ob sie nicht im Neubaugebiet Bargup ein Geschäft oder mehrere kleine Läden in Bookholzberg eröffnen wollen, skizzierte Erich Düßmann vom Orts- und Heimatverein Bookholzberg-Grüppenbühren eine mögliche Lösung. Aber zuerst gelte es, einen Investor zu finden. Eine entsprechende Ausschreibung laufe bereits.

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