Bestattungskultur In Würde Abschied nehmen

Die Tage werden immer kürzer und die Stimmung im November kann teilweise als trübe und gedämpft bezeichnet werden.
13.11.2014, 00:00
Lesedauer: 5 Min
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Von xfl

Die karge Jahreszeit erinnert dabei zunehmend an das Vergängliche alles Lebenden auf dieser Welt. Friedhöfe erfüllen in dieser Hinsicht wichtige und in vielen Kulturen bestehende individuelle und kollektive Funktionen. Vor allem sind sie dazu bestimmt, den Angehörigen Verstorbener ein ungestörtes Totengedenken in einem Raum zu ermöglichen, der deutlich von dem der Lebenden abgetrennt ist. Doch nicht für jeden Menschen ist der Friedhof der geeignete Ort um zu Trauern. Die Zahl der Feuerbestattungen und anonymen Beisetzungen steigt kontinuierlich an. Diesen allgemeinen Trend beobachten die Bestattungsunternehmen derzeit zum Teil mit gewisser Sorge. „Der Anteil der Urnen liegt heute bestimmt bei 75 Prozent“, weiß Thomas Cordes vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen in Delmenhorst zu berichten. Hintergrund sei die Tatsache, dass viele Angehörige heute deutschlandweit verteilt leben und immer weniger Menschen die langjährige Pflege eines Grabes übernehmen möchten, erklärt er. Dabei gäbe es doch Alternativen wie beispielsweise Treuhandstellen für Dauergrabpflege. Auch Fritz Freuer von dem Bestattungsunternehmen Freuer bestätigt diese Bewegung innerhalb der Bestattungskultur. Aus diesem Grund hat der Bestatter aus Delmenhorst auch Feuer- und Urnen-Seebestattungen in der Nord- und Ostsee, im Mittelmeer, in der Adria oder sogar weltweit mittlerweile in seinem Angebot aufgenommen. „Viele wissen gar nicht, was es alles für Möglichkeiten gibt oder trauen sich nicht zu fragen“, weiß er aus Erfahrung zu berichten.Auch hinsichtlich der Trauerfeier hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. „Würdevoll und schlicht statt pompös“ beschreibt Rolf Ullmann vom Delmenhorster Bestattungsunternehmen beispielsweise den aktuellen Dekorationsstil in den Kapellen und Kirchen anlässlich einer Trauerfeier. Klaus Walter von der Firma Walter Grabmale in Delmenhorst beobachtet in der Bestattungskultur vor allem einen Trend hin zum Persönlichen und Individuellen. Dies bezieht er explizit auf die Gestaltung der Grabsteine. „Wir haben schon Grabsteine mit persönlichen Symbolen wie einem Wohnwagen, einer Coca-Cola-Flasche oder einem Kreuzworträtsel erstellt“, berichtet der Fachmann. „Ziel dieser persönliches Gestaltung ist, dass die Angehörigen vor dem Grabstein stehen und sagen ‚Ja, das war er oder sie‘“, fügt er hinzu.Einen ähnlichen Trend beobachtet auch Marion Dittrich von der Firma Dittrich Grabmale in Kirchweyhe. „Vieles ist bei uns noch traditionelle Handarbeit. Allerdings sind die Grabsteine zuletzt größer und vielseitiger geworden. Mit neuen Techniken wie Airbrush können zum Beispiel filigrane Ornamente auf den Stein gebracht werden. Manche werden auch mit Swarovski-Steinen verziert“, berichtet die Geschäftsführerin. Wichtig sei den Kunden vor allem, dass der Stein individuell zu dem Verstorbenen passt. Auf diesem Wege würden diese ein Stück weit Trauerarbeit leisten. In den Beratungsgesprächen fließen oftmals Tränen und während der Unterhaltung kommen zahlreiche Erinnerungen an den Verstorbenen zutage. „Wenn die Angehörigen, die bei uns traurig waren allerdings am Ende vor dem Grab stehen und sagen: ‚Mensch, das ist aber schön geworden‘, dann haben wir es geschafft etwas zur Trauerbewältigung beizutragen“, erklärt Marion Dittrich.Bei all den Veränderungen und Trendwenden, ist eine Tradition aber weitestgehend erhalten geblieben: Die Erinnerungen an den Verstorbenen werden nach wie vor bei einem gemeinsamen Essen („Leichenschmaus“) im Anschluss an die Trauerfeier oder die Urnenbeisetzung ausgetauscht. „Jede Feier wird zwar individuell gestaltet und dementsprechend variiert auch die Zahl der Trauergäste zwischen fünf und 160, aber der Rahmen ist eigentlich immer gleich“, berichtet Klaus Dobranz von dem Gasthaus Zur Eiche in Ganderkesee. Dies bestätigt auch Olaf Sievers vom Gasthaus „Zur Linde“ in Ganderkesee. „Je nach Tageszeit servieren wir zu diesem Anlass noch traditionell Hühnersuppe, Butterkuchen und Schnittchen“, so der Gastronom.

Vor allem sind sie dazu bestimmt, den Angehörigen Verstorbener ein ungestörtes Totengedenken in einem Raum zu ermöglichen, der deutlich von dem der Lebenden abgetrennt ist. Doch nicht für jeden Menschen ist der Friedhof der geeignete Ort um zu Trauern. Die Zahl der Feuerbestattungen und anonymen Beisetzungen steigt kontinuierlich an. Diesen allgemeinen Trend beobachten die Bestattungsunternehmen derzeit zum Teil mit gewisser Sorge. „Der Anteil der Urnen liegt heute bestimmt bei 75 Prozent“, weiß Thomas Cordes vom gleichnamigen Bestattungsunternehmen in Delmenhorst zu berichten. Hintergrund sei die Tatsache, dass viele Angehörige heute deutschlandweit verteilt leben und immer weniger Menschen die langjährige Pflege eines Grabes übernehmen möchten, erklärt er. Dabei gäbe es doch Alternativen wie beispielsweise Treuhandstellen für Dauergrabpflege.

Auch Fritz Freuer von dem Bestattungsunternehmen Freuer bestätigt diese Bewegung innerhalb der Bestattungskultur. Aus diesem Grund hat der Bestatter aus Delmenhorst auch Feuer- und Urnen-Seebestattungen in der Nord- und Ostsee, im Mittelmeer, in der Adria oder sogar weltweit mittlerweile in seinem Angebot aufgenommen. „Viele wissen gar nicht, was es alles für Möglichkeiten gibt oder trauen sich nicht zu fragen“, weiß er aus Erfahrung zu berichten.

Auch hinsichtlich der Trauerfeier hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. „Würdevoll und schlicht statt pompös“ beschreibt Rolf Ullmann vom Delmenhorster Bestattungsunternehmen beispielsweise den aktuellen Dekorationsstil in den Kapellen und Kirchen anlässlich einer Trauerfeier. Klaus Walter von der Firma Walter Grabmale in Delmenhorst beobachtet in der Bestattungskultur vor allem einen Trend hin zum Persönlichen und Individuellen. Dies bezieht er explizit auf die Gestaltung der Grabsteine. „Wir haben schon Grabsteine mit persönlichen Symbolen wie einem Wohnwagen, einer Coca-Cola-Flasche oder einem Kreuzworträtsel erstellt“, berichtet der Fachmann. „Ziel dieser persönliches Gestaltung ist, dass die Angehörigen vor dem Grabstein stehen und sagen ‚Ja, das war er oder sie‘“, fügt er hinzu.

Einen ähnlichen Trend beobachtet auch Marion Dittrich von der Firma Dittrich Grabmale in Kirchweyhe. „Vieles ist bei uns noch traditionelle Handarbeit. Allerdings sind die Grabsteine zuletzt größer und vielseitiger geworden. Mit neuen Techniken wie Airbrush können zum Beispiel filigrane Ornamente auf den Stein gebracht werden. Manche werden auch mit Swarovski-Steinen verziert“, berichtet die Geschäftsführerin. Wichtig sei den Kunden vor allem, dass der Stein individuell zu dem Verstorbenen passt. Auf diesem Wege würden diese ein Stück weit Trauerarbeit leisten. In den Beratungsgesprächen fließen oftmals Tränen und während der Unterhaltung kommen zahlreiche Erinnerungen an den Verstorbenen zutage. „Wenn die Angehörigen, die bei uns traurig waren allerdings am Ende vor dem Grab stehen und sagen: ‚Mensch, das ist aber schön geworden‘, dann haben wir es geschafft etwas zur Trauerbewältigung beizutragen“, erklärt Marion Dittrich.

Bei all den Veränderungen und Trendwenden, ist eine Tradition aber weitestgehend erhalten geblieben: Die Erinnerungen an den Verstorbenen werden nach wie vor bei einem gemeinsamen Essen („Leichenschmaus“) im Anschluss an die Trauerfeier oder die Urnenbeisetzung ausgetauscht. „Jede Feier wird zwar individuell gestaltet und dementsprechend variiert auch die Zahl der Trauergäste zwischen fünf und 160, aber der Rahmen ist eigentlich immer gleich“, berichtet Klaus Dobranz von dem Gasthaus Zur Eiche in Ganderkesee. Dies bestätigt auch Olaf Sievers vom Gasthaus „Zur Linde“ in Ganderkesee. „Je nach Tageszeit servieren wir zu diesem Anlass noch traditionell Hühnersuppe, Butterkuchen und Schnittchen“, so der Gastronom.

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