Jugendfußball

Eine Fahrt ins Ungewisse für den VfL Stenum

Sowohl die B- als auch die A-Junioren des VfL Stenum gehen in der kommenden Saison in der Landesliga an den Start. Ein Ausblick.
09.09.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Ralf Kilian
Eine Fahrt ins Ungewisse für den VfL Stenum

In der ersten Runde des Bezirkspokals setzte sich der VfL Stenum (rot) gegen den klassentieferen JFV Delmenhorst mit 2:1 durch.

INGO MÖLLERS

Es ist kurios: Die Fußball-Landesligen, in denen die A- und B-Junioren des VfL Stenum spielen, weisen die gleiche Anzahl an Mannschaften auf und das Saisonende ist in beiden Altersklassen auf den 5. Juni 2021 festgelegt. Trotzdem ist der Modus unterschiedlich: Bei der U19 spielt jeder einmal gegen jeden, sodass es am Ende 15 Partien pro Team sind. Die Landesliga der U17 dagegen wurde nach regionalen Kriterien in zwei Staffeln geteilt. Hier werden Hin- und Rückspiele bestritten. Die beiden Staffelsieger ermitteln im Juni in Hin- und Rückspiel den Bezirksmeister und Aufsteiger.

Gemeinsam haben A- und B-Jugend nur die Zahl der Absteiger, nämlich sechs. Demzufolge ist bei den älteren Jahrgängen ein einstelliger Tabellenplatz fast schon Pflicht, denn in der 16er-Liga erwischt es alle ab Platz elf. In den beiden Achter-Gruppen der B-Jugend muss man es unter die ersten fünf schaffen, um die Liga zu halten.

Sechs von 16 Teams steigen ab

Stenums A-Jugend-Coach Tim Müller – er leitet die Mannschaft gemeinsam mit Julian Burkhardt – ist ziemlich froh darüber, einmal gegen jeden spielen zu können. Begründung: „Im Jugendbereich ist die Leistungsstärke der Mannschaften unheimlich schwierig einzuschätzen. Im Sommer wechseln so viele Jungs die Altersgruppe, dass man überhaupt nicht vorhersagen kann, wie die Mannschaften in der Saison abschneiden werden.“ Die Folge: Wenn man die Liga wie bei der B-Jugend teilt, kann man Glück haben, weil andere Vereine schwächere Jahrgänge aufbieten müssen. Oder man hat Pech und erwischt eine Hammer-Staffel. Und wenn dann drei von acht Klubs absteigen müssen, wird es eng.

Trotz der gerechteren Lösung bei den A-Junioren kann und will Müller kein Saisonziel ausgeben. „Das ist superschwer zu sagen. Mit Prognosen tue ich mich sowieso immer schwer. Wir versuchen, die Spieler bestmöglich auszubilden und auf den Herrenbereich vorzubereiten.“ Sehr viel hält Müller vom SC Spelle-Venhaus („bärenstark“) und vom ersten Gegner Olympia Laxten. „Die sind zwar Aufsteiger, werden aber auch eine richtige Hausnummer sein. Und dort müssen wir gleich am ersten Spieltag auswärts antreten“, blickt er voraus.

Trotzdem sieht Müller seinen 25-Mann-Kader gut gerüstet. 14 Jungs davon zählen zum älteren Jahrgang. Neu dabei sind mit Can Colak und Berkan Katicelik zwei Ex-Delmenhorster. Katicelik kommt über den Umweg JFV Rehden an den Kirchweg und hat noch keine Freigabe bekommen. „Völlig unverständlich“, ärgert sich Müller. „Rehdens A-Jugend-Trainer hat zu ihm gesagt, dass er dort keine Chance hat. Er hat in zwei Jahren dort kaum gespielt und trotzdem verlangen sie eine Ausbildungsentschädigung“, fügt er hinzu. Was dem Stenumer Kader momentan noch fehlt, sind Ausnahmespieler wie im Vorjahr beispielsweise Marcel Marquardt, der auch schwächere Spiele durch eine gute Aktion entscheiden konnte. Müller ist deswegen aber nicht beunruhigt: „So etwas entwickelt sich im Laufe der Saison, das war auch im Vorjahr nicht abzusehen. Damals hatten wir anfangs ebenfalls Schwierigkeiten.“

Mannschaftliche Geschlossenheit gehörte in Stenum immer schon zur DNA, damit wird sich auch 2020/21 vieles regeln lassen. Ob es erneut zu Platz drei (oder mehr?) reicht, kann man vor der Saison überhaupt nicht einschätzen. Müller sagt dazu nur so viel: „Es wird ein enges Rennen, oben wie unten bei sechs Absteigern.“

Im ersten Pflichtspiel setzten sich die Stenumer A-Junioren im Bezirkspokal mit 2:1 beim JFV Delmenhorst durch. Für die B-Jugend war bei der JSG Emstek/Höltinghausen bereits Endstation, mit dem gleichen Ergebnis. Wobei Trainer Jan Mühlena klarstellt: „Ergebnisse sind zunächst mal nicht so wichtig. Ich bin froh, dass wir überhaupt wieder spielen können. Wir versuchen, als Mannschaft bestmöglich zu arbeiten. Dann kommen die Ergebnisse von selbst.“

Endlich wieder Fußball

Mühlena, der Nachfolger des Trainerduos Maurice Kulawiak/Malte Tönjes, hatte sich für die Vorbereitung einiges ausgedacht. Highlight war das Testspiel gegen die Damen von Werder Bremen, die am Sonntag nach dem Wiederaufstieg den ersten Bundesliga-Spieltag bestritten (1:5 bei Eintracht Frankfurt). Die VfL-U17 gewann mit 3:1 gegen die Damen, „so was schweißt die Mannschaft zusammen“, erklärt Mühlena. Der 22er-Kader enthält neben einigen Akteuren der Vorsaison um Kapitän Tom Niklaus auch Jungs aus der letztjährigen B2 sowie der C-Jugend. Dazu kamen drei externe Zugänge. Besonders Flügelstürmer Ismaila Jobe (vom FC Rastede) hat es Mühlena angetan. Mit Qerim Dervishaj ist ein weiterer Offensiver von Komet Arsten an den Kirchweg gewechselt. Sehr talentiert ist zudem Taykut Tamboga, der zuvor für die Heidkruger C-Junioren aktiv war.

Mit der Teilung der B-Jugend-Landesliga kann Mühlena gut leben: „Ich finde, das ist eine gute Lösung. Hauptsache der Spielplan ist nicht so überladen.“ Über die Leistungsstärke der Gegner macht sich Mühlena noch keine Gedanken. Zum Auftakt empfängt seine Mannschaft am Sonnabend (15 Uhr) den JFV Norden. Zum Derby gegen den Lokalrivalen JFV Delmenhorst kommt es am 7. November.

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