Akteure hoffen auf neue Impulse

Klimaschützer bündeln ihre Kräfte

Die Klimaschutzgruppen in der Region arbeiten bislang weitgehend unabhängig voneinander. Um das Thema zu stärken, wollen sie ihre Kräfte jetzt bündeln. Mittendrin: die Gemeinschaft Klimaschutz Ganderkesee.
02.03.2021, 15:23
Lesedauer: 2 Min
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Klimaschützer bündeln ihre Kräfte
Von Jochen Brünner
Klimaschützer bündeln ihre Kräfte
INGO MÖLLERS

Bislang muddelten die regionalen Klimagruppen, unter anderem die Gemeinschaft Klimaschutz Ganderkesee (GKG), alle für sich und nebeneinander her. Doch nun haben 22 Klimaaktivisten aus unterschiedlichen Klimagruppen im Landkreis Oldenburg sowie den Städten Oldenburg und Delmenhorst eine Initiative gestartet, die Kräfte zu bündeln. Dazu trafen sie sich in einer Videokonferenz zu einem ersten Austausch.

“Es ist schön zu merken, dass andernorts ebenfalls etwas los ist und Mitbürger für den Klimaschutz aktiv sind. Das macht Lust und stärkt das Selbstbewusstsein”, freut sich Arne Renz von der GKG. Mit am PC saßen bei diesem Anlass Vertreter aus Colnrade, Delmenhorst, Harpstedt, Hatten, Hude, Huntlosen, Oldenburg und Wardenburg.

Die Initiatorin des Vernetzungstreffens, Sabine Schritt aus der Klimagruppe in Huntlosen, lädt herzlich weitere Interessierte ein: “Wir haben mit unserer ersten Einladung natürlich noch nicht alle Aktiven in unserer Region erreichen können. Der Klimaschutz braucht dringend mehr Gewicht im politischen Alltag des Landkreises, und das können wir durch eine stärkere Gemeinschaft erreichen", erklärt sie.

Allen Teilnehmern liegt die Umsetzung der Ziele des Pariser Klimaabkommens sehr am Herzen. Und so berichteten die Gruppen von ihren unterschiedlichen Projekten und Initiativen, die den Beitrag ihrer Kommune zum Klimaschutz vergrößern sollen. Dabei wurde über viele Aktionsfelder gesprochen, die von Bürgerenergie und Energieeffizienz-Netzwerke bis hin zu Solidarischen Landwirtschaften (SoLaWis), Mobilität und die Förderung des Radverkehrs reichten, für den sich ja auch die GKG in besonderem Maße engagiert. Dabei sei immer wieder deutlich geworden, wie gut Investitionen in den Klimaschutz mit der Stärkung der Region Hand in Hand gehen können, berichtet Renz.

“Klimaschutz bedeutet schon lange nicht mehr Verzicht, sondern vielmehr ein Aktivwerden für die Sicherung und Verbesserung unserer Lebensbedingungen vor unserer Haustür sowie die Stärkung des sozialen Miteinanders„, erklärt der GKG-Sprecher. Nicht zuletzt seien die Investitionen in den Klimaschutz auch finanziell lukrativ und würden sich sowohl für jeden einzelnen als auch für die Region auszahlen. “So ist zum Beispiel die Stromerzeugung mittels Sonne und Wind günstiger als mit jeder anderen konventionellen Form”, meint Renz.

In den nächsten Monaten wollen die Gruppen durch den Austausch für ihre Arbeit vor Ort profitieren und gleichzeitig gemeinsame Ziele auf regionaler Ebene angehen. Dazu gehört etwa die Beschäftigung mit dem bestehenden Klimaschutzkonzept des Landkreises sowie Projekten in unterschiedlichen Bereichen. Die Vernetzungsgruppe sieht gerade bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts Nachholbedarf. Insbesondere bei den Themen Energie, Mobilität und Ökologie sei über die kommunale eine regionale Perspektive und viel Initiativkraft erforderlich.

“Ich habe den Eindruck, dass es neue Impulse und mehr Esprit braucht, damit etwas in Gang kommt. Es geht darum, mehr Mitbürger und auch Unternehmer zu gewinnen, um gemeinsam entschlossener Chancen zu realisieren. Auch die Politik kann sich zukünftig nicht mehr allein auf ihren guten Beschlüssen ausruhen, sondern es müssen auch von dort dringend mehr Impulse und Aktivität kommen”, fordert Arne Renz.

Für ihr Vorhaben suchen die Initiatoren dringend Mitstreiter, die Lust und Zeit haben, sich zu engagieren. "Wichtig ist uns neben der konkreten inhaltlichen Arbeit aber auch das Zusammensein. Wir haben auf unser erstes Treffen mit einem Glas und einem Prost in die Videokonferenz hinein angestoßen”, betont Sabine Schritt und hofft, dass sich die Akteure künftig auch persönlich begegnen und austauschen können.

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