Fußball-Kreisliga Last-Minute-Euphoriebremse durch Noah Meißner

Der TV Falkenburg hat im Derby einen überraschenden Punkt beim TSV Ganderkesee geholt - doch bei einer Führung kurz vor Schuss ist das dennoch ärgerlich für den Tabellenletzten
08.03.2020, 17:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Ralf Kilian

Ganderkesee. Die Nachspielzeit war bereits angebrochen. So richtig glaubte niemand mehr an den Ganderkeseer Ausgleich gegen den TV Falkenburg in der Fußball-Kreisliga, zu harm- und planlos war das Anrennen des TSV. Da unterlief Maurice Fangmeier ein Stockfehler kurz vor dem eigenen Sechzehner, den er nur mit einem Foulspiel kompensieren konnte. Der fehlerlose Schiedsrichter Cemil Basar gab Freistoß für die Platzherren. Noah Meißner hatte zwei Minuten zuvor einen Freistoß aus ähnlicher Position kläglich versemmelt, durfte es aber noch einmal versuchen. Diesmal klappte es besser, der Linksfuß zirkelte den Ball herrlich und punktgenau über die Mauer in den rechten Winkel.

Der 1:1-Ausgleich für den TSV war zunächst ein Schock für das leidenschaftlich kämpfende Schlusslicht. „Wir hätten hier drei Punkte definitiv verdient gehabt“, stellte Falken-Trainer Florian Erhorn klar, „Aber ich bin nicht traurig. Wir haben hier eine Mannschaft gesehen, die die Rückrunde Gas geben wird. Zuletzt wurden wir oft so dargestellt, als ob wir nur noch zum Spaß etwas kicken wollen.“ Die von Erhorn zudem gelobte „geschlossene Mannschaftsleistung“ hatte es dem TSV Ganderkesee über 93 Minuten fast unmöglich gemacht, aus dem normalen Spiel Chancen zu kreieren. Möglichkeiten hatten die Gastgeber nur partiell über Konterangriffe oder Standards.

Für den TSV war es die Pflichtspielpremiere auf dem neuen Kunstrasen. So ganz fertiggestellt ist der Platz noch nicht. „Da werden demnächst noch einmal 27 Tonnen Sand draufgekippt, damit sich das Gras setzen kann“, erklärte Ganderkesees Trainer Stephan Schüttel, der sich gleichwohl seit vier Wochen am frischen Grün erfreuen kann. Allerdings lief es vergangene Woche beim 2:5 gegen den Bezirksligisten SV Tur Abdin Delmenhorst spielerisch wesentlich besser. „Heute haben wir zu kompliziert gespielt, in den Testspielen war das besser. Zufrieden bin ich heute nicht, das Ergebnis ärgert mich trotz des späten Ausgleichs“, kritisierte Schüttel. Falkenburg war von Anfang an präsenter, presste früh und erzielte gute Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte.

Vor etwa 100 Zuschauern hatte der TSV in Halbzeit eins nur zwei Möglichkeiten beide nach Kontern und beide gestoppt durch TVF-Abwehrchef Marten Meyerholz. Als Pascal Voigt bereits am starken Falken-Keeper Andreas Möhlenbrock vorbei war und von der Grundlinie querlegte klärte Meyerholz kurz vorm Tor (9.), nach 42 Minuten stoppte Meyerholz mit einer Mats-Hummels-Gedächtnisgrätsche den allein durchgebrochenen Lukas Löffler. „Weltklasse“, feierte Erhorn von draußen seinen zentralen Verteidiger, der in Halbzeit zwei endgültig zum Matchwinner zu werden schien. Moritz Müller hatte einen Freistoß aus 20 Metern vors Tor gezirkelt und Meyerholz rammte die Kugel per Kopf aus sechs Metern zum 0:1 ins rechte Kreuzeck (53.). Es war Meyerholz’ einziger Ausflug über die Mittellinie. „Da geht der Dicke einmal nach vorne und macht gleich das Tor“, freuten sich die Falken-Fans.

Die Führung war verdient, zuvor hatte Ganderkesees Schlussmann Christian Klattenhoff schon den möglichen Rückstand gegen Thorsten Niehaus (14.) und Dominique Streif (45.) – beide hervorragend eingesetzt von Moritz Müller – verhindert. Auch gegen Nils-Sören Wendlandt (75.) war Klattenhoff entscheidend zur Stelle. Sein Gegenüber Andy Möhlenbrock glänzte gegen Marco D’Elia (64.) und Bryan Garcia (79.), jeweils nach Kontern.

Dass die Falken darüber hinaus nichts zuließen, lag neben den Routiniers Möhlenbrock und Meyerholz auch an den enorm zweikampfstarken A-Jugend-Verteidigern Timo Schütte und Niels Punke. Die Mischung und die Moral stimmen in Falkenburg, deren früherer Trainer Georg Zimmermann an seinem Geburtstag zuschaute und herzliche Glückwünsche seiner früheren Schützlinge bekam. Sein Nachfolger war trotz des späten Ausgleichs zufrieden. „Vielleicht werden uns die zwei verlorenen Punkte am Ende fehlen“, rechnete Erhorn. „Aber es ist egal, ob wir absteigen. Wir wollen nur allen zeigen, dass wir alles andere als eine Gurkentruppe sind.“

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