Marc Möller neuer Lauftreffleiter

Durst nach gemeinsamem Laufen ist groß

Marc Möller ist neuer Leiter des Lauftreffs Ganderkesee. Auch wenn die Gruppe darauf brennt, wieder gemeinsam zu trainieren, gelte es zurzeit noch, sich auch mit anderen Sporttreibenden solidarisch zu zeigen.
13.01.2021, 14:37
Lesedauer: 3 Min
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Durst nach gemeinsamem Laufen ist groß
Von Jochen Brünner

Der Lauftreff Ganderkesee, der im März seinen 33. Geburtstag feiert, gehört zu den Institutionen des Ganderkeseer Breitensportangebots. Zum Jahreswechsel hat Marc Möller die Leitung von Werner Nolte übernommen, der die Gruppe seit Dezember 2008 mehr als zwölf Jahre lang geführt hatte und sein Amt auf eigenen Wunsch niedergelegt hat.

„Neben den vielen organisatorischen Dingen hat Werner Nolte den Lauftreff immer sehr umsichtig geleitet und die Anzahl der Läufer und Walker stabil gehalten. Zudem hat er nicht nur Lauftreffveranstaltungen, sondern auch Laufreisen, die Teilnahme an Wettkämpfen, Ausfahrten und viele andere Dinge organisiert“, richtet Möller noch einmal den ausdrücklichen Dank an seinen Vorgänger.

Er selbst ist aber auch schon seit mehr als 20 Jahren dabei, wobei er über die Mund-zu-Mund-Propaganda zum Lauftreff gekommen sei, wie Möller erzählt. „Wie viele ehemalige Fußballer war ich der Meinung, Laufen bedeutet, drei Kilometer möglichst in einem Tempo zurückzulegen, bis der Kopf platzt. Im Lauftreff habe ich dann gelernt, dass man auch deutlich länger und langsamer laufen kann – und dass das sogar noch viel mehr Spaß macht.“

Inzwischen stellt auch ein Marathon für den 56-Jährigen keine Herausforderung mehr dar: Etwa 35 Mal hat Möller die klassischen 42,195 Kilometer bereits absolviert. Hinzu kamen auch deutlich längere Strecken wie etwa der 72 Kilometer lange Rennsteiglauf in Thüringen. Einprägsam in Erinnerung geblieben ist ihm auch ein Doppel-Marathon in der Schweiz mit einer Marathon-Distanz am ersten und einer weiteren am zweiten Tag, gespickt mit einigen Tausend Höhenmetern. „Das war eine echte Herausforderung, aber ich würde es nicht wieder machen“, gesteht der Langstreckler, der sich aktuell gerade auf die 51 Kilometer lange Harzquerung Ende April vorbereitet – „wenn sie denn stattfindet“, wie er einschränkend zu bedenken gibt. Ein weiteres Ziel sei ein Sechs-Stunden-Lauf im Juni in Bremen.

Der neue Lauftreffleiter absolviert ein wöchentliches Pensum von 65 bis 70 Trainingskilometern und kommt auf 3300 bis 3600 gelaufene Kilometer pro Jahr – wobei dies für den Lauftreff kein Maßstab werden soll. Zwar biete die Gruppe die Möglichkeit, sich mit Hilfe von erfahrenen und vom Niedersächsischen Leichtathletik-Verband (NLV) ausgebildeten Laufbetreuern auf Wettkämpfe vorzubereiten, grundsätzlich soll die Ausrichtung aber auch zukünftig konsequent auf den Breitensport ausgerichtet bleiben. „Laufen ohne Schnaufen“, zitiert Möller diesbezüglich das Motto von Lauftreff-Gründer Manfred Helmes, den die Aktiven im vergangenen Jahr anlässlich seines 80. Geburtstags zum „Ehrenlauftreffleiter auf Lebenszeit“ ernannt haben. Dafür stehen Möller mit seiner Ehefrau Birgit, die sich insbesondere um die Einsteiger kümmert, sowie Horst Scherschanski, der die Walkingbteilung betreut, auch zwei tatkräftige Stellvertreter zur Seite.

Coronabedingt sind gegenwärtig allerdings auch die Aktivitäten des Lauftreffs stark eingeschränkt. Die Mitglieder trainieren weitgehend individuell. „Wir dürften zwar sogar mit Abstand im Stadion laufen, aber wir wollen jetzt auch nicht als die Gruppe auffallen, die die Regeln torpediert“, sagt Möller. „In der jetzigen Situation ist einfach auch die Solidarität mit anderen Sporttreibenden gefragt.“ Dabei sei „der Durst nach gemeinsamem Laufen“ bei den Mitgliedern durchaus hoch. In diesem Sinne hofft Möller, mit dem Lauftreff möglichst nach Ostern wieder voll durchstarten zu können.

Die Mitgliederzahlen des Lauftreffs sind mit rund 50 Läufern im Alter von 35 bis 78 Jahren sowie 15 Walkern (davon vier über 80 Jahre) seit Jahren stabil. Die Walkinggruppe, die 2021 in ihr 21. Jahr startet, dient vor allem dazu, etwa aus Altersgründen ausscheidende Läufer nicht zu verlieren. Auch eine kleine Radsportgruppe hat sich innerhalb des Lauftreffs etabliert. „Gleichwohl könnten wir zurzeit wieder etwas jüngeren Nachwuchs vertragen“, freut sich Möller jederzeit über neue Gesichter. Der Einstieg ist ganzjährig möglich.

Der Lauftreff ist kein Verein, sondern nach wie vor eine lose Interessengemeinschaft. Das bedeutet: Mitglieder zahlen keine Beiträge, unterschreiben keinen Vertrag und es gibt keine zeitliche Bindung. Im Winter treffen sich die Läufer in der Regel dienstags und donnerstags um 18 Uhr im Stadion am Habbrügger Weg sowie sonnabends um 15 Uhr am Donnermoor 27. Im Sommer starten die Trainingseinheiten grundsätzlich am Donnermoor 27. Die Einheiten dauern in der Regel rund 60 Minuten, wobei in mehreren Gruppen verschiedene Distanzen und Geschwindigkeiten gelaufen werden. Gesellige Angebote wie der Frühlingslauf, das Sommerfest, die Weihnachtsfeier, Laufreisen sowie regelmäßige Stammtische, die zum Austausch und als Ideenbörse dienen, runden das Programm ab.

Weitere Informationen gibt es online unter www.lauftreff-ganderkesee.de.

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