Regio-VHS Ganderkesee-Hude Gemeinsames Lernen im Präsenzunterricht

Die Volkshochschulen dürfen wieder in den Präsenzbetrieb wechseln. Die Regio-VHS Ganderkesee will ab Montag, 17. Mai, mit ihrem Kursprogramm starten.
09.05.2021, 15:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Lina Wentzlaff

Nach mehr als fünf Monaten des Dämmerschlafs darf die Regio-Volkshochschule (VHS) in Ganderkesee wieder in den Präsenzbetrieb wechseln. Das teilte Andreas Lembeck, Leiter der Volkshochschule, in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses mit. Ab Montag, 17. Mai, sollen die Kurse wieder unter coronabedingten Hygienemaßnahmen wie Test- und Maskenpflicht starten.

„Es war für die VHS – wie für alle Bildungs- und Erwachsenenbildungseinrichtungen – in der Pandemiesituation nicht so einfach“, fasste Matthias Meyer, Erster Gemeinderat, die Auswirkung des Virus auf den VHS-Betrieb 2020 zusammen. Der Landesverband der Niedersächsischen Volkshochschulen hatte im Februar dieses Jahres eine Umfrage unter den Mitgliedsschulen gestartet, um dabei die Entwicklung und den Einfluss des Virus auf die Kurse der Schulen des Landes herauszuarbeiten.

Dafür stellten die Verantwortlichen Daten von insgesamt 37 Schulen aus dem Jahr 2019 mit dem coronageprägten Jahr 2020 gegenüber. Dabei äußerten sich rund zwei Drittel der 57 niedersächsischen Bildungseinrichtungen zu ihren Erfahrungen mit der Corona-Pandemie. „Das ist eine ganz gute Quote. Damit ist die Studie auch einigermaßen repräsentativ“, betonte Lembeck.

Rückgang von rund 30 Prozent

In der Regio-VHS sei ein Rückgang der Teilnehmerzahlen von rund 30 Prozent zu verzeichnen gewesen, berichtete Lembeck. Damit liegt die Ganderkeseer Bildungseinrichtung im großen Feld der Schulen mit einem ähnlichen Wert zwischen 25 und 50 Prozent Rückgang. Insgesamt drei VHS in Niedersachsen hatten sogar über 75 Prozent weniger Schüler im Coronajahr dokumentiert. Laut des VHS-Leiters sei bei der Auswertung der Daten zudem eine klare Korrelation zwischen Corona-Inzidenzwert und möglicher Unterrichtszeit zu erkennen.

Gerade bei den Deutschkursen mit sogenannten „integrativen Charakter“ wie Analphabetisierungskursen haben die Verantwortlichen einen erheblichen Rückgang von 64 Prozent registriert. Viele der Sprachkurse seien im Laufe des vergangenen Jahres digital fortgesetzt worden. Doch das sei vor allem bei Anfängerkursen und Analphabetisierungskursen kaum möglich, da die Teilnehmer nicht in der Lage seien, mit diesem Medium zu arbeiten. „Sie sind auf den Präsenzunterricht angewiesen“, betonte Lembeck.

Der Abbruch und die Verkürzung vieler Kurse haben sich bei der Regio-VHS auch auf die Finanzen ausgewirkt. Demnach seien laut Lembeck 38 Prozent Einbußen im offenen Programmbereich, 51 Prozent bei den Deutschkursen und 25 Prozent bei Projektkursen zu verzeichnen. „Es hat uns hart getroffen, aber wir stehen vergleichsweise nicht schlechter da als andere Volkshochschulen“, sagte der VHS-Leiter.

Bei der Betrachtung der Finanzen spiele zudem eine Rolle, welche Unterstützungen die Volkshochschulen nutzen konnten. „Wir als öffentlich-rechtliche VHS konnten auf keinen der staatlichen Fördertöpfe zugreifen“, sagte Lembeck. Das betrifft laut dem VHS-Leiter auch weitere Bildungseinrichtungen wie die Kreisvolkshochschulen in Diepholz und Verden. Nur mit dem Kurzarbeitergeld habe es einen kleinen finanziellen Ausgleich in den Personalkosten gegeben.

Die Pandemie habe von den Mitarbeitern der Regio-VHS viel Flexibilität und Kreativität gefordert. „Auf so eine Ausnahmesituation konnten wir uns nicht vorbereiten“, meinte Lembeck. Die Verantwortlichen hätten mit verschiedenen Angeboten versucht, die digitale Kursauswahl stetig zu erweitern. Zudem versuchten sie mit neuen Hygienemaßnahmen – wie Lüftungspausen und Maskenpflicht – auf die Regelungen der Landesregierung zu reagieren, um das Programm so lange wie möglich am Laufen zu halten. Damit hatte die Ganderkeseer Bildungseinrichtung im vergangenen Jahr mehr digitale Angebote als jemals zuvor. „Aber das gleicht das nicht aus, was an Präsenzkursen wegfällt.“

Die Vorbereitungen laufen

Die positive Nachricht an dem Abend: Ab diesem Montag dürfen die niedersächsischen Volkshochschulen wieder in den Präsenzbetrieb wechseln. Die Regio-VHS Ganderkesee-Hude nimmt diese Entwicklung zum Anlass, um auch die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückzuholen. In einer Woche sollen dann auch die Kurse wieder starten. Allerdings seien diese auch weiterhin nur mit Maske, Testnachweis und begleitet von weiteren Schutzmaßnahmen möglich, erklärte Lembeck.

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