Trendelbuscher Weg in Ganderkesee Jahrelanger Kampf gegen Raser

Der Trendelbuscher Weg ist nach Angaben der Anwohner vom Verkehr hoch belastet. Jüngst traf sich dort der Bürgermeisterkandidat von SPD und Grünen, Udo Heinen, zum Austausch mit den betroffenen Bürgern vor Ort.
10.03.2021, 17:28
Lesedauer: 3 Min
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Von Lina Wentzlaff

Der Trendelbuscher Weg in Schierbrok erscheint auf den ersten Blick wie eine ruhige Wohnstraße, doch das täuscht. Es wird immer noch zu schnell gefahren, finden viele Anlieger. Seit vielen Jahren setzt sich deswegen eine Initiative von betroffenen Bürgern für die Verkehrsberuhigung der Straße ein. Auch der örtliche Bürgermeisterkandidat von SPD und Grünen, Udo Heinen, unterstützt die Forderungen der Anwohner. In einer Reihe von Vor-Ort-Terminen möchte Heinen sich den Fragen und Wünschen der Bürger annehmen – so auch jüngst in Schierbrok.

"Die Geschichte der Verkehrsberuhigung im Trendelbuscher Weg ist genauso lang wie die Straße selbst“, sagte der örtliche Grünen-Fraktionsvorsitzende Volker Schulz-Berendt. Die Bürgerinitiative wünscht sich eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer auf dem gesamten Trendelbuscher Weg sowie ein Fahrverbot für schwere Lastwagen. Nach langem Engagement der Bürger und Parteien SPD und Grüne sei endlich ein kleines Zwischenziel – eine Straßenverengung in der 50er-Zone – erreicht worden. Die Verwaltung habe die Mittel dafür schon freigegeben, sagte SPD-Ratsfrau Marina Münstermann.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

„Dass wir als Bürgerinitiative von einem Kandidaten angesprochen werden, das ist sehr ungewöhnlich. Das hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben“, betonte Friedrich-Wilhelm Söhner, Sprecher der Bürgerinitiative. Um sich von der aktuellen Verkehrslage im Trendelbuscher Weg einen Eindruck zu verschaffen, traf sich der Bürgermeisterkandidat Udo Heinen jüngst im Vor-Ort-Gespräch mit Vertretern der Bürgerinitiative, SPD und Grünen. „Die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, ist eines meiner wesentlichen Ziele“, erklärte Heinen.

Viele Autofahrer meinten, sie kämen über den Trendelbuscher Weg schneller in den Ortskern, erklärte Söhner dem Bürgermeisterkandidaten die Situation. Dabei sei diese Vermutung nur bei erhöhter Geschwindigkeit richtig. 50 Stundenkilometer sind auf dem Abschnitt zwischen dem Ortseingangsschild Schierbrok und der nächsten 30er-Zone erlaubt. 3000 Fahrzeuge sollen laut der Bürgerinitiative täglich die Gemeindestraße zwischen Elmeloh und Schierbrok befahren. Vier Prozent seien sogar Lastwagen. Und die meisten Verkehrsteilnehmer würden rücksichtslos und vor allem viel zu schnell fahren. „Da ist man als Anwohner schon froh, wenn mal ein Auto an der Straße parkt, damit die Fahrer abgebremst werden“, betonte Anwohner Rainer Groß.

Gerade für Fahrradfahrer und Schulkinder sei die Straßensituation aufgrund des schmalen Fußgängerwegs und des nur einseitig befahrbaren Fahrradstreifens besonders gefährlich. Aber auch der normale Alltag spiegele die Gefahren durch die ungebremsten Autofahrer wider: „Wenn ich hier an der Straße Schnee schippe, habe ich dasselbe Problem“, betonte der Sprecher der Initiative.

Nachdem im Sommer 2014 die Klage eines Anliegers vom Verwaltungsgericht Oldenburg abgewiesen wurde, gründete sich die Bürgerinitiative, die mit ihren Forderungen laut Söhner aber stets an der ablehnenden Haltung der Gemeindeverwaltung scheiterte. Verschiedene Anträge seitens der örtlichen Parteien und sogar Ratsbeschlüsse seien am Ende immer wieder gestoppt worden. Der Beschluss der baldigen Verengungsmaßnahmen sei somit ein erster positiver Schritt. „Wir wünschen uns nun einen Bürgermeister, der sich um unsere Probleme wirklich kümmert“, sagte Anwohner Hubertus Schmidt.

Weitere Vor-Ort-Gespräche geplant

„Wir brauchen klare, nachvollziehbare Regelungen, auch im Straßenverkehr“, forderte der 57-jährige Bürgermeisterkandidat. Auch auf der Lindenstraße oder der Mühlenstraße im Ortskern würde Heinen den Verkehr gerne beruhigen und dort höchstens Tempo 30 erlauben. Gerade wegen solcher Konflikte will er sich in den kommenden Monaten zu aktuellen Themen der Politik mit betroffenen Bürgern treffen, um die Situation vor Ort kennenzulernen. Im Zuge der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie finden die Treffen zurzeit ausschließlich im Freien und in kleinem Rahmen statt.

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