Bundesfreiwilligendienst

Ganderkesee sucht neue "Bufdis"

Für Jugendliche, die in ihrer Berufswahl noch unschlüssig sind, kann der Bundesfreiwilligendienst eine gute Orientierung sein. Die Gemeinde Ganderkesee hat zurzeit sechs Stellen zu besetzen.
16.06.2021, 14:18
Lesedauer: 3 Min
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Ganderkesee sucht neue
Von Jochen Brünner
Ganderkesee sucht neue "Bufdis"

Moesha Hartung, die seit einem knappen Jahr in der Kita Lütje Ganter mitarbeitet, hat über den Bundesfreiwilligendienst erfahren, dass der Beruf der Erzieherin der richtige für sie ist.

Hauke Gruhn/Gemeinde Ganderkesee

Das Taschengeld ist überschaubar, die Erfahrungen aber können unbezahlbar sein: Die Gemeinde Ganderkesee hat insgesamt sechs Stellen im Bundesfreiwilligendienst zu besetzen. "Die Einsatzorte und die Aufgaben sind dabei vielfältig", erklärt Gemeindesprecher Hauke Gruhn. Interessante Tätigkeiten warten in den Bereichen Jugendpflege, Kindertagesstätten und Kultur.

Oft ist der Dienst eine wichtige Entscheidungshilfe für die Berufswahl. So auch für Moesha Hartung: Bankkauffrau oder Erzieherin lauteten die Alternativen für die 18-Jährige. Nach einem Jahr in der Kita steht das Ergebnis für sie eindeutig fest. Gleich vier Stellen im Bundesfreiwilligendienst sind zum 1. August im Bereich Kindertagesstätten zu besetzen.

Einsatzorte sind die Kitas Habbrügger Weg und Lüttje Ganter sowie Schatzinsel in Hoykenkamp. „Im Mittelpunkt steht jeweils die Betreuung von Kindern im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung, die einen erhöhten Förderbedarf haben“, erläutert Karen Becker, Fachdienstleiterin Kindertagesstätten im Rathaus. „Die Bundesfreiwilligendienstleistenden werden in den Tagesablauf eingebunden und helfen den Kindern auch bei der Einnahme von Mahlzeiten und bei Fördermaßnahmen.“

Leichte pflegerische Hilfsmaßnahmen sowie hauswirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten gehören ebenfalls zum Aufgabenspektrum. Voraussetzung für diese „Bufdi“-Stellen seien Interesse und Freude am Umgang mit Kindern. Auch Kindern mit Beeinträchtigung oder Migrationshintergrund gegenüber sei eine offene Einstellung unabdingbar. Teamfähigkeit und Kontaktfreudigkeit sowie ein freundliches Auftreten würden ebenfalls erwartet. „Wichtig ist es auch, für die Kinder ein gutes Vorbild zu sein“, betont Becker.

Das war und ist Moesha Hartung seit fast einem Jahr. Noch bis Juli ist sie in der Kita Lüttje Ganter tätig und bereut ihre Entscheidung keinesfalls. „Ich fange tatsächlich dieses Jahr noch meine Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistentin an. Mein Ziel ist es jetzt, Erzieherin zu werden“, sagt die Ganderkeseerin, die vom abwechslungsreichen Tagesablauf und dem offenen Konzept der Kita schwärmt. „Ich würde definitiv allen, die sich in ihrer Berufswahl noch nicht sicher sind, einen Bundesfreiwilligendienst empfehlen. Das ist eine Entscheidung fürs Leben, da reicht ein zweiwöchiges Schulpraktikum oft nicht aus.“

Möglichst zum 1. August soll auch eine Stelle für den Bundesfreiwilligendienst im Bereich der Jugendpflege besetzt werden. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 39 Stunden, Teilzeit ist aber möglich. Der Einsatz erfolgt in den Jugendzentren Trend, Horst und Kaffeepott sowie bei Bedarf in den Oberschulen der Gemeinde Ganderkesee und im Rathaus.

„Aufgabe ist es, die Kinder und Jugendlichen in den Jugendzentren bei einer sinnvollen Freizeitgestaltung zu unterstützen und kreativ daran mitzuwirken“, erläutert Gemeindejugendpflegerin Hille Krenz. Auch individuelle Einsätze zur Unterstützung im Rathaus seien möglich. „Einstellungsvoraussetzungen sind in erster Linie Interesse und Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen, Teamfähigkeit und Kontaktfreudigkeit sowie natürlich ein freundliches Auftreten.“

Ebenfalls zum 1. August wird eine „Bufdi“-Stelle im Bereich Kultur frei. Auch dieser Dienst mit einer Wochenarbeitszeit vom 39 Stunden ist teilzeitgeeignet. Zu den Aufgaben gehören einerseits unterstützende Tätigkeiten in der Bürokommunikation, bei der Datenpflege und im Marketing. „Dazu kommen aber auch interessante Aspekte wie das Arbeiten im Social-Media-Marketing und im Veranstaltungsmanagement“, erklärt Kulturmanagerin Marjet Melzer-Ahrnken. „Es ist auch denkbar, dass der oder die Bundesfreiwilligendienstleistende ein eigenes Projekt gestaltet.“

Voraussetzungen für diese Stelle sind Interesse an Kultur und Veranstaltungen, eine gute Kommunikationsfähigkeit und Freude am Umgang mit Menschen, eine strukturierte und selbstständige Arbeitsweise sowie die Bereitschaft, zeitlich flexibel zu arbeiten. „Kulturveranstaltungen finden bisweilen auch abends oder am Wochenende statt“, erläutert Melzer-Ahrnken. „Da sollte ein Einsatz schon möglich sein.“ Das eigene Aufgabenprofil könne je nach Interesse und Vorbildung mitgestaltet werden. „Reizvoll sind natürlich auch die Arbeit im Team und die Kontakte zu Kunst- und Kulturschaffenden sowie zu den Gästen.“

Zur Sache

Bundesfreiwilligendienst

Für die Arbeit im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes wird ein monatliches Taschengeld in Höhe von 372 Euro gezahlt. Alle Informationen zum Bundesfreiwilligendienst allgemein sind unter www.bundesfreiwilligendienst.de zu finden. Die genauen Profile der von der Gemeinde Ganderkesee angebotenen Stellen, die alle auf ein Jahr befristet sind, finden sich unter https://www.bewerberportal-gemeindeganderkesee.de/portal/stellen.html. Dort sind auch direkte Onlinebewerbungen möglich. Abweichende Zeiträume für den Dienst sind nach Absprache unter Telefon 04222/44 117 unter Umständen möglich. Die Bewerbungsfristen enden regulär am 27. Juni.

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