Sommerfasching Ganderkesee Sommer, Sonne, Narrenspaß

Rund 60 Gruppen mit etwa 2000 Aktiven sind am Sonnabend im Rahmen des Ganderkeseer Sommerfaschings durch den Ortskern gezogen. Auch der Andrang am Straßenrand war beachtlich.
02.07.2022, 19:24
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Sommer, Sonne, Narrenspaß
Von Jochen Brünner

"Hätte mir jemand vor drei Jahren gesagt, dass wir hier heute bei 25 Grad Fasching feiern, den hätte ich für verrückt erklärt", sagte Markus Weise, der den ersten Sommerumzug in der Geschichte des Ganderkeseer Faschings am Steinacker moderierte. Rund 60 Gruppen mit etwa 2000 Aktiven zogen am Sonnabendnachmittag von der Ring-Kreuzung zum Stadion am Habbrügger Weg, wo die Liveband #Hashtag und DJ Ralf Burnett die Party bis in den frühen Morgen fortsetzten. Wie hungrig die Ganderkeseer Narren auf Party waren, zeigte bereits die Tatsache, dass sämtliche Tickets für den Sonnabend schon im Vorverkauf vergriffen waren.

Dass auch die GGV-Verantwortlichen nach dem Open-Air-Büttenabend am Freitag noch ordentlich weiter feierten, war an der Stimme von GGV-Präsident Thomas Tesch zu erleben, die bei der Begrüßungsansprache vor dem Start des Umzugs doch noch hörbar angeschlagen war.

Den Narrenzug durch den Ortskern hatten die Organisatoren diesmal von vornherein auf Fußgruppen beschränkt. An Fahrzeugen waren maximal Rasenmähertrecker zugelassen. Natürlich bot es sich an, einige Kostüme aus dem Fundus zu recyceln, auch Hawaiihemden und Hippie-Outfits fanden sich reichlich. Einige Gruppen präsentierten sich auch diesmal höchst erfindungsreich und reizten die Vorgaben bis an ihre Grenzen aus. So demonstrierten etwa die vereinigten Landjugenden, dass so ein kleines Gefährt auch ein großes DJ-Pult mit anhängender Getränkeversorgung zu ziehen vermag. Sie waren jedenfalls mit Abstand die lauteste Gruppe im Zug. Aber auch die Gruppe Tresensport hatte unter dem Motto "Superbowl" einen Mini-Festwagen am Start. Die Bierbrigade der Landjugend Altenesch zog mit einem selbst gestalteten Wohnwagen um den Ring und bekannte: "Mit dem Wohnwagen durchs ganze Land feiern wir Fasching für Toleranz." Ein echter Hingucker waren die goldenen Gewänder der Likörellis, die damit mit Sicherheit einen der vorderen Plätze bei der Prämierung belegen dürften. Die Handball-Narren gaben sich mit ihrem Motto "Candyman" sommerlich: Statt Bonschen oder Popcorn verteilten sie Wassereis ans Narrenvolk.

Auch das Interesse am Straßenrand war beachtlich. Nicht nur an den "Hot-Spots", der Ring-Kreuzung und dem Gymnasium am Steinacker, standen die Narren dicht an dicht. Und dass die begehrtesten Plätze jene im Schatten unter den Bäumen waren, hat es so beim Fasching auch noch nicht gegeben. Dank der veränderten Zugstrecke hatte auch das Eiscafé an der Rathausstraße hatte plötzlich attraktive Logenplätze zu bieten. Unter dem Strich dürften am Sonnabend nicht viel weniger Menschen unterwegs gewesen sein, als beim bislang letzten "regulären" Faschingsumzug im Februar 2020 (der allerdings auch völlig verregnet war). Die Narren am Rand zeigten sich jedenfalls begeistert über das Spektakel zur ungewohnten Jahreszeit: "Endlich mal ein Umzug ohne Skiunterwäsche", erklärte ein Besucher. "Noch nie so wenig gefroren beim Fasching", meinte ein anderer.

"Selten haben wir im Vorfeld so viel improvisiert wie diesmal. Und bis Freitagmittag dachten viele von uns: Bringen wir es hinter uns, aber nie wieder. Aber jetzt sind wir alle stolz und begeistert, wie toll das gelaufen ist", brachte ein Mitglied des Organisationsteams die Stimmung auf den Punkt. "Die Arbeit hat sich gelohnt." Auch Thomas Tesch schloss in seiner Rede am Sonnabend nicht aus, dass es künftig möglicherweise weitere Faschingsveranstaltungen im Sommer geben könnte.

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