Siedlungsentwicklung in Ganderkesee SPD will weitere Bauplätze in Heide

Die SPD-Fraktion im Ganderkeseer Gemeinderat möchte am Schulweg in Heide ein weiteres Neubaugebiet errichten. Die Verwaltung verhandelt gegenwärtig über den Kauf der 2,5 Hektar großen Fläche.
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SPD will weitere Bauplätze in Heide
Von Jochen Brünner

Die SPD-Fraktion im Ganderkeseer Gemeinderat möchte nördlich des Schulwegs und östlich des Heuwegs im Ortsteil Heide ein weiteres Neubaugebiet errichten. Das geht aus einem Antrag hervor, den Fraktionsvorsitzender Werner Brakmann in dieser Woche an Bürgermeisterin Alice Gerken geschickt hat. Auf der 2,5 Hektar großen Fläche, die gegenwärtig noch landwirtschaftlich genutzt wird, sollen sowohl Einfamilienhäuser als auch Mehrfamilienhäuser entstehen. Und auch der „öffentlich geförderte Wohnungsbau“ soll in diesem Bereich wieder ein Thema sein.

Umsetzung einer zukunftsorientierten Planung

„Hier soll eine nachhaltige und zukunftsorientierte Planung umgesetzt werden mit energetisch effektiver Gestaltung“, schreibt Brakmann in seiner Begründung und wünscht sich, dass in den neu errichteten Gebäuden etwa Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Auch Grün- und Blühstreifen sollten auf dem Areal untergebracht werden. Bei der Frage nach sozialem Wohnungsbau wollen die Sozialdemokraten die GSG oder andere Wohnungsbaugesellschaften einbeziehen.

Ein weiterer Vorteil sei, dass sowohl die Kindertagesstätte als auch die Grundschule Heide noch Kapazitäten hätten, um weitere Kinder aufzunehmen. Ausschlaggebend für die Umsetzung seien die Auflagen und geforderte Infrastrukturabgaben durch die Gemeinde. Eine bekannte Immobiliengesellschaft könne sich unter diesen Voraussetzungen eine Vermarktung und Erschließung vorstellen, heißt es etwas kryptisch in dem SPD-Antrag.

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Als Erstes müssen die 2,5 Hektar Fläche aber erst einmal den Eigentümer wechseln. Wie Meike Saalfeld aus der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage bestätigte, befinde sich die Gemeinde gegenwärtig in Kaufverhandlungen mit dem Eigentümer. Auch ein Planungsbüro sei bereits damit beauftragt, einen ersten Entwurf zu erstellen, wie die Fläche künftig gestaltet werden könnte. Noch in diesem Jahr solle eine „frühzeitige Bürgerbeteiligung“ im Rathaus stattfinden, bei der die allgemeinen Zwecke und Ziele der Planung vorgestellt werden sollen. Bis dahin werde das Planungsbüro auch erste Vorschläge zu einer Erschließung erarbeiten. Wie viele Bauplätze am Ende in dem Gebiet nördlich des Schulwegs entstehen, vermochte die Verwaltung noch nicht zu prognostizieren.

Bürgerverein

Der Bürgerverein Heide-Schönemoor hat sich zwar noch keine offizielle Meinung zu dem neuen Baugebiet gebildet, in einer ersten Stellungnahme hält Vorsitzender Hinnerk Twietmeyer diesen Standort aber für deutlich geeigneter als die 9500 Quadratmeter große Fläche weiter nördlich am Heuweg. Gegen die dortige Bebauung, die die Verwaltung ins Gespräch gebracht hatte, hatten die Anwohner massiv protestiert.

Sicherstellung der Ausweisung von sozialem Wohnraum

Am Schulweg sieht Twietmeyer aber eine bessere Anbindung an Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen. „Es kommt aber jetzt auf die Ausgestaltung im Detail an“, sagt der Bürgervereinsvorsitzende, dem es wichtig ist, dass insbesondere bei der Ausweisung von sozialem Wohnraum sichergestellt werde, dass das Sozialgefüge des Ortsteils gewahrt bleibe. „Wir sind nicht auf den Barrikaden, aber wir möchten, dass unsere Belange gehört werden“, beschreibt Twietmeyer die Stimmungslage.

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Die Sozialdemokraten hoffen derweil darauf, bei der Gelegenheit auch den Fuß- und Radweg auf der nördlichen Seite des Schulwegs, der gegenwärtig noch am „Wasserzug G“ endet, bis zum Heuweg weiterzuführen. Bei der Realisierung des Baugebietes solle nach Brakmanns Vorstellung der Erschließungsträger dazu verpflichtet werden, den Radweg zu bauen, sodass das Vorhaben den Gemeindehaushalt nicht belasten würde.

Das Baugebiet in Heide würde die rege Ausweisung von Bauplätzen im Gemeindenorden fortsetzen. Nachdem das Baugebiet „Am Randgraben“ in Heide weitgehend fertig ist und „Bargup“ in Bookholzberg in den Startlöchern steht, gibt es mit den Bebauungsplänen „Westlich Zum Altengraben“ und „Westlich Schierbroker Mühlenweg“ zwei weitere Vorhaben, die Siedlungsentwicklung in diesem Bereich voranzutreiben.

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