Nahversorger in Ganderkesee Märkte brauchen mehr Platz

Der Edeka-Markt in Schierbrok und der Lidl-Markt an der Langen Straße wollen sich vergrößern. Die Mehrheit im Ausschuss für Gemeindeentwicklung plädiert für eine Modernisierung der Supermärkte.
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Von Lina Wentzlaff

Der Edeka-Markt in Schierbrok und der Lidl-Markt in Ganderkesee möchten sich verändern. Während es bei dem Markt in Schierbrok nur um einen Um- und Anbau geht, soll auf dem Grundstück des Discounters ein Neubau entstehen. Am Donnerstagabend beschäftigte sich der Ausschuss für Gemeindeentwicklung mit dem Thema. Um die baurechtlichen Voraussetzungen zu überprüfen, stimmten die Ausschussmitglieder für die Einleitung eines Gutachtens.

In Schierbrok soll die Fläche des Edeka-Marktes vergrößert und die Kundenparkplätze erweitert werden. Dazu will der Markteigentümer Otto Boekhoff die Verkaufsfläche von derzeit knapp 1200 Quadratmeter auf rund 1500 Quadratmeter erweitern. Der Markt befindet sich auf einem eingeschränkten Gewerbegebiet, das in zentraler Ortslage inmitten eines Wohngebietes liegt, heißt es in der Ausschussvorlage. Um das Projekt zu realisieren, wurde vom Eigentümer Otto Boekhoff auch schon ein benachbartes Grundstück gekauft. Die Gemeinde muss nun einen neuen Bebauungsplan aufstellen und den vorhandenen Flächennutzungsplan ändern. Zudem soll ein städtebaulicher Vertrag mit dem Eigentümer abgeschlossen werden, der unter anderem die Finanzierung des Gutachtens regelt.

Arnold Hansen von den Freien Wählern übte starke Kritik an der SPD-Fraktion. Die Ganderkeseer Sozialdemokraten würden bei den Beschlüssen des Gemeindeentwicklungsausschusses „immer wieder auf die Bremse treten“, sagte Hansen. Der SPD-Fraktionsvorsitzender Ulf Moritz betonte, dass seine Fraktion den Standort und Umbau nicht infrage stellen, sondern vertagen wollte. Zudem beschäftigte die SPD-Fraktion die Frage, ob die Markterweiterung die Ansiedlung eines weiteren Nahversorgers in Bargup verhindere, führte Moritz aus.

„Mich stört, dass hier Dinge miteinander verknüpft werden, die gar nichts miteinander zu tun haben“, betonte auch Marion Daniel (FDP). Sie wies darauf hin, dass die Erweiterung des Marktes für alle Bürger Vorteile habe. Gerade in Zeiten einer Pandemie sei eine Vergrößerung der Marktfläche nur zu wünschen. Zurzeit sei auch die Parkplatzsituation sehr beengt. „Der Markt hat nun die Möglichkeit, den Standort aufzubessern, und ich verstehe nicht, warum wir das verhindern sollten“, sagte Daniel.

Auch Thorsten Busch (UWG) und Ralf Wessel (CDU) stellten sich gegen die Äußerungen der SPD-Fraktion. Wessel betonte, dass der Supermarkt nicht mehr zeitgemäß sei. Dem Markt müsse deswegen die Möglichkeit gegeben werden, um überleben zu können. Michael Sorg von den Grünen betonte, dass das Projekt grundsätzlich „goldrichtig“ sei. Trotzdem habe er Bedenken aufgrund der „kritischen Zunahme des Autoverkehrs“. Zudem beschäftige ihn die Frage, in welchem Umfang die Erweiterung erfolge und wie weit das Projekt Auswirkungen auf kleinere Einzelhändler in Bookholzberg habe. Schließlich folgte die Mehrheit der Politiker der Empfehlung der Verwaltung. Nur Grünen-Ratsherr Michael Sorg enthielt sich bei der Abstimmung.

Auch der Discounter Lidl an der Langen Straße in Ganderkesee soll auf rund 1300 Quadratmeter vergrößert werden. Anders als beim Edeka-Markt entschied sich der Ausschuss einstimmig und ganz ohne Diskussionen für das Gutachten zum energieoptimierten Neubau.

Um die Auswirkungen der beiden Pläne auf die weiteren Einzelhandelsstandorte und die Anwohner zu untersuchen, will die Gemeinde nun Verträglichkeitsgutachten erstellen. „Das passiert immer in Kooperation mit dem Kommunalverbund Niedersachsen-Bremen, der ein sogenanntes Imageverfahren aufgestellt und entwickelt hat“, erklärte Tim Kettler vom Fachbereich Gemeindeentwicklung. Alle großflächigen Einzelhandel über 800 Quadratmeter Hausfläche müssten demnach geprüft werden. Bei dem Verfahren untersucht die Gemeinde die angrenzenden Hausflächen und bestehende Konzepte der Märkte. Ohne ein Gutachten sei eine Bebauung und ein weiteres Verfahren ohnehin nicht möglich, betonte Kettler.

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