Zertifikat für zwei Jahre erneuert Ganderkesee bleibt Fairtrade-Gemeinde

Ganderkesee darf sich für zwei weitere Jahre "Fairtrade-Kommune" nennen. Die entsprechende Rezertifizierung hat die Gemeinde Ende vergangenen Jahres bestanden. Inzwischen sind 22 Projektpartner mit im Boot.
13.01.2022, 15:02
Lesedauer: 2 Min
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Ganderkesee bleibt Fairtrade-Gemeinde
Von Jochen Brünner

Seit Herbst 2019 ist die Gemeinde Ganderkesee als Fairtrade-Gemeinde zertifiziert und fördert die lokale Vermarktung und den Konsum fair hergestellter und gehandelter Produkte. Außerdem informiert sie über die Handelsbeziehungen mit den Ländern des Südens – über die fairen ebenso wie über die unfairen. Das wird sie auch weiterhin tun: Wie Klimaschutzmanager Lars Gremlowski mitteilt, ist die Gemeinde Ende vergangenen Jahres erfolgreich als Fairtrade-Gemeinde rezertifiziert worden.

Bürgermeister Ralf Wessel und die Mitglieder der Steuerungsgruppe trafen sich jetzt anlässlich der Bestätigung zu einem Fototermin mit kurzem Austausch. Wessel dankte der Gruppe ebenso für ihr Engagement wie den mittlerweile 22 Partnern, die den fairen Handel in der Gemeinde im Rahmen der Aktion voranbringen. „Fairer Handel hat in unserer Gemeinde eine lange Tradition, deren Fortsetzung wir gern unterstützen“, sagte Wessel mit Blick auf die frühe Gründung des Ganderkeseer Weltladens bereits im Jahr 1981.

Um den Titel „Fairtrade-Gemeinde“ nicht zu verlieren, ist eine Rezertifizierung alle zwei Jahre erforderlich. Hierfür müssen die Initiatoren das Engagement im Bereich des Fairen Handels in der Gemeinde aufzeigen. Dazu zählen etwa die Aktivitäten der Steuerungsgruppe – insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit und das Engagement der beteiligten Partner aus den Bereichen Einzelhandel und Gastronomie sowie Schulen, Vereine und Kirchengemeinden. "Zu den Veranstaltungen in den vergangenen Jahren zählen unter anderem die jährliche Teilnahme an der bundesweiten Aktion Faire Woche, Aktionen auf Frühlings- und Herbstmärkten sowie Ausstellungen und Vorträge", listet Gremlowski auf.

"Die derzeitigen Produktions- und Konsummuster sind häufig alles andere als nachhaltig“, sieht der Klimaschutzmanager, der zugleich Mitglied der Steuerungsgruppe ist, aber noch großen Handlungsbedarf. „Mehr als eine Milliarde Menschen leiden unter Hunger und Armut, zudem gefährden Klimawandel und Artensterben unsere Lebensgrundlage. In vielen Ländern bedrohen wachsende soziale Spannungen die Demokratie“, gibt er zu bedenken Die Menschen im globalen Süden, die am stärksten von diesen Folgen betroffen seien, litten häufig am stärksten. Diese Krisen würden aktuell durch die Corona-Pandemie noch verstärkt, betont Gremlowski.

Der Faire Handel leiste in diesem Zusammenhang einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele. Laut Barbara Wessels, Sprecherin der Steuerungsgruppe, stellt der Faire Handel die Menschen vor allem im globalen Süden in den Mittelpunkt, die durch politische, ökonomische oder andere Faktoren benachteiligt werden. „Mit langfristigen Handelsbeziehungen, höheren Einkommen, Beratungsleistungen und anderen Maßnahmen trägt der Faire Handel dazu bei, menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit zu schaffen“, erklärt Wessels. Seit mittlerweile 50 Jahren stehe der Faire Handel für eine andere Form des Wirtschaftens und sei damit Teil der solidarischen Ökonomie. Diese sei durch einen respektvollen Umgang mit der Natur und kooperative Wirtschaftsformen anstelle von Konkurrenz gekennzeichnet.

Bundesweit gibt es aktuell 780 Fairtrade-Kommunen. Eine Übersicht aller teilnehmenden Partner sowie weiterführende Informationen zur Fairtrade-Gemeinde Ganderkesee sind unter www.fairtrade-ganderkesee.de zu finden.

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