Oberkirchenrat beschließt Abwicklung Aus für Blockhaus Ahlhorn

In ihrer digitalen Tagung hat die Synode der Oldenburger Kirche nun das Aus der Jugendfreizeitstätte in Ahlhorn beschlossen. Der Oberkirchenrat soll die Kosten für Schließung und Abwicklung ermitteln.
23.11.2020, 14:55
Lesedauer: 2 Min
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Von Kerstin Bendix-Karsten

Mit großer Mehrheit haben die Synodalen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg auf ihrer digitalen Tagung Ende vergangener Woche beschlossen, sich aus der Trägerschaft des Blockhauses Ahlhorn zurückzuziehen. 38 Synodale stimmten dem Antrag zu, 16 stimmten dagegen und vier enthielten sich. Dies teilt Dirk-Michael Grötzsch, Leiter der Presseabteilung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, mit.

Der Oberkirchenrat wurde beauftragt, die Kosten für die Schließung und Abwicklung zu ermitteln, einen Zeitplan zu erstellen sowie ein betriebswirtschaftliches, organisatorisches und rechtliches Umsetzungskonzept zu entwickeln und umgehend mit der Umsetzung zu beginnen. Darüber hinaus sieht der Beschluss vor, dass weiterhin Übernahmeverhandlungen mit anderen Trägern geführt werden können. Darin eingeschlossen sei auch eine mögliche Kooperation oder Beteiligung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Für die betroffenen Mitarbeitenden soll unter Sicherung der sozialen Belange und Würdigung ihrer langjährigen Verbundenheit auf der Grundlage des geltenden Rechts eine möglichst einvernehmliche Lösung angestrebt werden, führt Grötzsch aus. Der Oberkirchenrat soll bei der dritten Tagung der 49. Synode der Oldenburger Kirche im Mai 2021 über den Umsetzungsstand berichten.

„Diese Entscheidung ist keine leichtfertig getroffene“, betonte Synodenpräsidentin Sabine Blütchen. Eine deutliche Zweidrittelmehrheit gebe „einen guten Weg“ vor. Dass die Entscheidung über das Blockhaus Ahlhorn kein Rückzug aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sei, merkte Bischof Thomas Adomeit an. Er hofft, dass mit Blick auf die Angebote zu einem Runden Tisch und zu möglichen Kooperationen, die in den letzten Tagen insbesondere aus der Lokal- und Kommunalpolitik gekommen seien, möglichst bald Ergebnisse zustande kommen. Vielleicht sei es möglich, dass bereits im ersten Quartal 2021 Ergebnisse über die Verhandlungen einer Nachnutzung vorliegen könnten.

Bischof Thomas Adomeit betonte während der digitalen Tagung, es sei eine „bedrückende Situation und eine schmerzliche Lage, die wir dort haben“. Viele Menschen im Oldenburger Land würden mit dem Haus etliche bewegende und prägende Erlebnisse verbinden. Ahlhorn sei ein wichtiger Teil der kirchlichen Arbeit der letzten 70 Jahre gewesen. Doch die kirchliche Handlungsfähigkeit sei beschränkt vom finanziellen Rahmen. Es gehe um die „zukünftige Handlungsfähigkeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg“, die sich auch an den finanziellen Spielräumen festmachen lassen müsse.

2019 hatte die Synode eine Prüfung neuer Belegungsmöglichkeiten und Betriebsformen sowie eine mögliche außerkirchliche Trägerschaft in Auftrag gegeben. Doch diese hätten laut Adomeit leider zu keinem Erfolg geführt. Das Blockhaus hätte trotz Millioneninvestitionen in den vergangenen Jahren einen hohen sechsstelligen Zuschuss pro Jahr benötigt, Tendenz steigend. Dazu wäre ein schon bekannter Investitionsstau in Millionenhöhe gekommen.

Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker hatte vor der Abstimmung während der digitalen Tagung klargestellt, dass die Oldenburgische Kirche das Blockhaus seit Jahren mit rund 500 000 Euro pro Jahr bezuschusse. Im laufenden Jahr betrage der Zuschuss sogar 786 000 Euro und für das kommende Jahr würden 870 000 Euro veranschlagt. Zwar seien in die Einrichtung in den vergangenen Jahren 5,9 Millionen Euro investiert worden, doch gebe es zusätzlich nach wie vor einen Investitionsstau von 2,3 Millionen. Außerdem sehe das kirchliche Haushaltsrecht vor, dass 4,53 Millionen Euro an Rücklagen gebildet werden müssten. Momentan seien gerade einmal 200 000 Euro vorhanden, führte Mucks-Büker aus.

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