Weser-Tidenrallye 33 Kilometer gegen den Strom

Fünf 16-Jährige aus der Jugendgruppe „Teamer“ der Kirche Harpstedt stellen sich einer besonderen Herausforderung: Gemeinsam mit dem Hobbykanuten Karsten Wenkel trainieren sie für die Weser-Tidenrallye Ende Mai.
19.05.2022, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Florian Fabozzi

33 Kilometer gegen den Weserstrom rudern – was für den Durchschnittsbürger fast unvorstellbar klingt, haben sich fünf 16-Jährige von der Jugendgruppe „Teamer“ der Kirche Harpstedt zur Aufgabe gemacht. Gemeinsam mit dem Hobby-Kanuten Karsten Wenkel trainieren sie für die Weser-Tidenrallye am 28. Mai. In einem Zeitfenster von fünf Stunden wollen sie von Großensiel nach Rönnebeck rudern, um die begehrten Silbermedaillen zu erringen.

„Ich habe keine Zweifel, dass die fünf das schaffen. Die haben richtig Bock darauf“, sagt der 42-jährige Wenkel, der bereits im 13. Lebensjahr das Rudern lieben gelernt hat. Bereits vor einem Jahr begab er sich mit einigen Teamern auf eine freizeitliche Kanu-Tour auf die Hunte. Daher war kaum noch Überzeugungsarbeit nötig, als Wenkel die Idee, an der Weser-Tidenrallye teilzunehmen, in der Gruppe verbreitete. „Wir wollten ein richtiges Ziel vor Augen haben, auf das wir hin trainieren“, erklärt Wenkel.

33 Kilometer bis Silber

Die Weser-Tidenrallye ist eine Gemeinschaftsfahrt, die sich an Breitensportler richtet. Es gilt, mit dem Boot innerhalb des Tidefensters weseraufwärts das 33 Kilometer entfernte Silberziel in Rönnebeck oder, für die ambitionierten Ruderer, das 44 Kilometer entfernte Goldziel in Bremen-Vegesack zu erreichen. Das von den Teamern anvisierte Silberziel muss fünf Stunden nach Start, um 14.30 Uhr, erreicht werden.

Tristan Kopmann, Semino Degener und Tom Hering starten im Einer-Kajak. Cara-Felizitas Krumpolt und Wiebke Lindenbauer teilen sich ein Zweier-Kajak. Wenkel selbst wird im Canadier-Boot starten. „Der Canadier ist wesentlich windanfälliger, das Kajak dagegen aerodynamischer“, sagt Wenkel. Daher sei das Kajak für Ruder-Anfänger das optimale Gefährt.

Teamer sportlich

Zwei Trainingseinheiten à zehn Kilometer habe man bisher hinter sich gebracht. Einmal auf der Wümme und einmal auf der Ochtum – jeweils bei stehendem Gewässer ohne Fließunterstützung. Eine dritte Fahrt soll zeitnah folgen. „Am schwierigsten ist es, die Paddeltechnik zu erlernen und den richtigen Rhythmus zu finden“, sagt Semino. Trotz der ungewohnten Bewegungsabläufe sei der Muskelkater nach dem Training ausgeblieben. Das ist kein Wunder, denn er geht regelmäßig zum Boxen und ist körperlich topfit. Sportlich aktiv ist auch Tristan Kopmann, der im Verein den Tennisschläger schwingt. Tom Hering engagiert sich derweil bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). „Die Jungs wissen nicht, wohin mit ihrer Energie, und die Mädchen haben ordentlich Biss“, so Wenkel.

Die Gemeinschaft zählt

Druck ausüben möchte Karsten Wenkel nicht. „Es ist eine gemeinschaftliche Unternehmung, es geht nicht um Geschwindigkeit.“ „Wenn jemand beim letzten Training merkt, dass er an seine Grenzen kommt, kann er noch aussteigen“, sagt Wenkel. So erging es Henry Timmermann, der zunächst mitmachen wollte, doch seine Teilnahme letztlich zurückzog. Zur Gemeinschaft gehören 15 weitere Teamer, die planen, in Brake am Uferrand zu stehen und kräftig anzufeuern.

Die Motivation der jugendlichen Sportler ist bereits auf dem Höhepunkt. „Mich reizt die Herausforderung“, sagt Semino. Die Jugendlichen wollen die Herausforderung gemeinsam bestehen. Wenn es mal anstrengend wird, dann möchte man sich gegenseitig pushen und sich von der Masse tragen lassen.

Wenn sie die Fahrt hinter sich gebracht haben, werden sich die Teamer und Karsten Wenkel reichlich belohnen. Womit steht jedoch noch nicht fest und hängt davon ab, wie fit sich alle Beteiligten nach der Fahrt noch fühlen. „Vielleicht gehen wir Pizza essen“, sagt Wenkel. „Ich würde doch lieber grillen“, wendet Semino ein.

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