Landgericht Oldenburg Überfälle auf Spielothek und Verbrauchermarkt

Seit Mittwoch muss sich ein 31-jähriger Mann aus Hatten vor dem Landgericht Oldenburg wegen schwerer räuberischer Erpressung verantworten. Mit einem Pumpgun-Gewehr bewaffnet hatte er zwei Läden überfallen.
01.12.2021, 16:45
Lesedauer: 1 Min
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Von Franz-Josef Höffmann

Wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung muss sich seit Mittwoch ein 31 Jahre alter Mann aus Hatten vor dem Oldenburger Landgericht verantworten. Der Angeklagte soll im Dezember 2019 in Oldenburg eine Spielothek und einen Verbrauchermarkt überfallen haben. Laut Anklage war er gut maskiert gewesen. Bewaffnet war er mit einem riesigen Pumpgun-Gewehr (unechtes Softair-Gewehr). Das hatte die Opfer in Angst und Schrecken versetzt.

In der Spielothek konnte der Angeklagte 300 Euro erbeuten. Nicht so erfolgreich verlief der Überfall auf den Verbrauchermarkt. Als kein Kunde mehr im Geschäft war, stürmte der Angeklagte den Ermittlungen zufolge in das Geschäft. Er ging zum Kassierer, hielt diesem das Gewehr vor und forderte die Tageseinnahmen. Der Kassierer aber konnte die Kasse nicht öffnen. Ohne einen Kaufvorgang klappt das nicht. Das hatte der Kassierer dem Angeklagten auch erklärt.

Der Angeklagte hatte herumgeschrien. Ohne Beute wollte er nicht gehen. Der 31-Jährige soll sich dann eine Flasche gegriffen haben, um diese durch die Kasse laufen zu lassen. Dann hätte der Kassierer die Kasse öffnen können. Doch so weit kam es dann nicht mehr. Eine ältere Dame betrat nun das Geschäft. Die Dame ist zwar sehbehindert, merkte aber, dass etwas nicht stimmt. „Was ist hier denn los“, hatte die Zeugin gerufen. Nun gab der Angeklagte sein Vorhaben auf und ergriff die Flucht.

Die Ermittlungen in dem Fall gestalteten sich anfangs schwierig. Der Angeklagte konnte nicht sofort als mutmaßlicher Täter ermittelt werden. Er hatte aber eine Freundin gehabt. Die soll sich dann von dem Angeklagten getrennt haben. Das aber wollte der Angeklagte nicht akzeptieren. Er stellte der Frau nach. Diese Nachstellungen gingen der Frau dann zu weit. Sie erstattete Anzeige. Dabei soll sie erwähnt haben, dass ihr Ex-Freund nicht nur die Nachstellungen, sondern auch die angeklagten Raubüberfälle begangen habe.

Am Mittwoch legte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis ab. Er habe Geld für Rauschgift benötigt, lieferte er das Motiv für die Taten. Der Angeklagte betonte aber, dass die Waffe (Pumpgun-Gewehr) nicht echt gewesen sei. Die Waffe ist nie gefunden worden. Deshalb lässt sich die Aussage des Angeklagten auch wohl nicht widerlegen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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