Hallenkreismeisterschaften

Mehr Zeit für das Mammut-Event

30 Mannschaften starten bei den diesjährigen Futsal-Hallenkreismeisterschaften in Hatten. Um zeitliche Verzögerungen zu vermeiden, findet die Veranstaltung diesmal über drei Tage statt.
16.01.2019, 16:31
Lesedauer: 4 Min
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Von Ralf Kilian
Mehr Zeit für das Mammut-Event

Der Fußball-Bezirksligist SV Tur Abdin Delmenhorst um Can Blümel geht bei den Hallenkreismeisterschaften in Hatten als Titelverteidiger ins Rennen.

INGO MÖLLERS

Hatten-Sandkrug. Die ersten Hallenkreismeisterschaften (HKM) nach den Futsal-Regeln hatten im Vorjahr einiges an Lehrgeld gefordert. Einerseits von den Spielern und Trainern, von denen sich einige erst an die veränderten Regeln gewöhnen mussten. Doch das ging schnell, nicht umsonst standen mit dem SV Atlas, VfL Wildeshausen, VfL Stenum und dem SV Tur Abdin vier Vereine im Halbfinale, die mindestens auf Bezirksebene spielen und nicht zu den Rumpelfußballern zählen. Die erste „richtige“ Futsalmeisterschaft holte sich schließlich Abdin im finalen Siebenmeterschießen gegen Atlas. Zuvor hatte es freiwillige Futsal-Titelkämpfe parallel zur damals noch etablierten Hallenmeisterschaft gegeben, die Gewinner hießen 2016 TV Munderloh und 2017 Harpstedter TB.

Andererseits hatten auch die Veranstalter ihre Startschwierigkeiten mit diesem Mammut-Event. Während die Fußball-HKM bis 2017 in Hude immer über vier Tage abgewickelt wurden, zog die TSG Hatten-Sandkrug das Ganze in nur zwei Tagen durch. Trotz des Vorteils, in den beiden Sporthallen an der Schultredde in Hatten parallel kicken zu können, kam es zu großen Verzögerungen. Am Vorrunden-Sonnabend durfte der geneigte Fan ab 10 Uhr gleich 13 Stunden Futsal beiwohnen. Die Verspätungen entstanden zudem, weil die Spielplangestalter nicht berücksichtigt hatten, dass jedem Trainer pro Spiel eine Auszeit zusteht und die finale Spielminute in Echtzeit abläuft – es wird bei jeder Unterbrechung die Zeit angehalten.

2019 hat man daraus gelernt und etwas größere zeitliche Puffer in den Ablauf eingebaut. Vor allem aber wurde die Vorrundengruppe A auf den Freitag gelegt, sodass der Sonnabend entspannter ablaufen dürfte. „Zudem wird es eine Liveübertragung von den Plätzen auf die Fernseher im Eingangsbereich geben“, kündigt Sönke Hinrichs an. Der Geschäftsführer der TSG Hatten-Sandkrug hatte mit seinem Team schon im Vorjahr kulinarisch keine Wünsche offen gelassen, jetzt kann man sein Erfrischungsgetränk auch im Foyer der Hallen zu sich nehmen und verpasst nichts.

Am Start sind traditionell 30 Klubs, die zunächst auf fünf Gruppen verteilt wurden. Die jeweils beiden besten Mannschaften erreichen die Zwischenrunde, die am Sonntag um 10 Uhr beginnt. Dann werden erneut zwei Gruppen gebildet, aus denen wiederum die beiden stärksten Teams ins Halbfinale einziehen. Die Spielzeit beträgt je zwölf Minuten.

Los geht es am Freitag um 19 Uhr mit dem Eröffnungsspiel zweier Außenseiter namens SV Borussia und TV Falkenburg. Die Topfavoriten der Gruppe A heißen VfL Wildeshausen sowie Ahlhorner SV und treffen erst im finalen Gruppenspiel aufeinander. Ahlhorns Trainer Servet Zeyrek war nach dem am vergangenen Sonnabend gewonnenen Baris-Turnier schon wieder heiß auf die HKM, seine Mannschaft ist mindestens ein Geheimfavorit. Doch Wildeshausens Co-Trainer Patrick Meyer kündigt an: „Wenn wir zu einem Turnier fahren, wollen wir auch gut abschneiden.“ Außenseiterchancen hat der TV Munderloh, als sechstes Team ist der Veranstalter dabei.

Am Sonnabend ab 10 Uhr ist der SV Atlas in der größeren, der sogenannten alten Halle am Start. Im Vergleich zum Baris-Turnier greifen die Blau-Gelben mit Nick Köster und Tom Schmidt auf Leistungsträger aus dem Oberliga-Kader zurück, dazu kommen neben Hallenspezialisten wie Thade Hein gestandene Akteure wie Marvin Osei, Kevin Radke und Jannik Vollmer. Letztgenanntem kommt es zugute, dass beim Futsal ohne Bande gespielt wird. Beim Baris-Turnier wollte Vollmer mit Vollspann über die Bande vors Tor flanken, setzte den Pass aber viel zu hoch an und verfehlte den auf der Tribüne sitzenden neuen Trainer Olaf Blancke nur knapp, traf aber dessen Sitznachbarn voll im Gesicht. Solche Aktionen sind beim Futsal sinnlos, hier ist eher gepflegtes Passspiel à la Harpstedt, Technik wie bei RW Hürriyet, aber auch Dynamik wie beim TV Dötlingen gefragt. Das sind die drei Konkurrenten um Platz zwei. Für GW Kleinenkneten und den SV Rethorn bleibt immerhin die Ehre, ein Pflichtspiel gegen den fünf beziehungsweise sechs Klassen höheren SV Atlas bestreiten zu dürfen.

Parallel zur B-Gruppe wird die Gruppe C in der „neuen“ Halle angestoßen. Beide Hallen befinden sich übrigens im gleichen Schulkomplex und sind über Gänge miteinander verbunden. Obwohl dem Trainer des FC Hude, Lars Möhlenbrock, der Termin nicht so gut ins Konzept passt („Wir hätten lieber eine Woche früher gespielt und dafür ein Testspiel auf Großfeld bestritten. Aber wir machen das Beste daraus und wollen die Vorrunde meistern.“), ist der Bezirksligist sicher am höchsten einzuschätzen. Knapp gefolgt vom Kreisliga-Herbstmeister TuS Heidkrug. Dessen Ligakonkurrenten TSV Ganderkesee und FC Huntlosen wetteifern mit den guten Hallenfußballern vom KSV Hicretspor in dieser ausgeglichenen Gruppe um Rang zwei. Lediglich die Beckeln Fountains fallen etwas ab.

Bis 14 Uhr sollten die Gruppen B und C ihre Finalisten ermittelt haben, um 14.30 Uhr steigt dann der VfL Stenum in der Gruppe D gegen ebenso sperrige wie futsalerfahrene Gegner wie den TSV Großenkneten und den TuS Hasbergen in den Ring. Beide Vereine stehen für gute Jugendarbeit, und die Junioren spielen schon bald ein Jahrzehnt nach Futsalregeln.

„Wir freuen uns darauf. Es ist doch immer schön, wenn man unter Wettbewerbsbedingungen spielen kann. Wir werden aber nur mit Akteuren antreten, die sich auch für Futsal begeistern können“, sagt Stenums Coach Thomas Baake und ergänzt: „Kann sein, dass wir mit einer sehr jungen Mannschaft kommen.“ Außenseiterchancen in der Gruppe D hat der SV Achternmeer, dazu kommen der SV Tungeln und TSV Ippener.

Titelverteidiger Tur Abdin startet gleich mit dem einzigen Aufeinandertreffen zweier Bezirksligisten ins Turnier. Gegner ist um 14.30 Uhr der SV Baris – damit sind die Top-Teams der Gruppe E schon genannt. Das ist sicher die ausgeglichenste Staffel mit den SF Wüsting als „tiefstem“ Team, immerhin aus der 1. Kreisklasse. Die Kreisligisten VfR Wardenburg, TV Jahn und Delmenhorster TB werden sich ebenfalls nicht kampflos geschlagen geben.

Am Ende wird es auf jeden Fall einen verdienten Sieger geben, weil Futsal aufgrund strengerer Regeln unschöne Dinge wie Zeitspiel oder taktische Fouls unterbindet und technisch starke Mannschaften begünstigt. Spezielles Futsal-Training plant keiner der Favoriten, alle halten es ähnlich wie Titelverteidiger Tur Abdin: „Wir haben in unseren Einheiten im Soccerpark ganz normalen Hallenfußball gespielt“, erklärt der Sportliche Leiter Isa Tezel und schiebt hinterher: „Letztes Jahr haben wir das genauso gemacht und gewonnen.“

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